Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1593017
 Alessandro Abondio. 31 
mi1ian's II. in ovalem Medaillen und die Med. auf Se- sich in den Rechnungen der vgeheimen Kammern 
bastian Zäh. -J. BergmanmMedaillen berühm- der Kaiser (Privatkasse) , die gerade aus R11- 
gynängßrdEisige?ireißhisßhiiinäieisßrsiagiiiä 11b aoire Zeit, 1576- 1606, vorhanden sind, der 
.16 1 e  an l 1 Mus von  a "um 6,6 a a   Name des Meisters gefunden zu haben. Sollte 
bildet. I. tab. III. Nr. 13. -Derselbe in den Wie-       
ner Jahrbüchern der Literatur, Bd. OXII. Anzeigebl. vielleicht Sandrbrt 1m VOmdiIlenASiäGh äeulil: iänd 
s. 1-25 und Bd. CXIV. Anzeigebl. s. 43-45.  von 11cm Mcdnlllcl" Anton"? fm .10 a im 
J_ E Schlager, Beiträge zur Knnsigeschw irn sprechen wollen? Wachsbossirer ist dieser auch 
Archiv Österreich. Geschiolitsquellen. 1lI. Jahrg. gewesen, und seine llledaillenarbeiten konnte er 
V. 7 01.  Nagler, Monogrammisten I, 1005, übersehen haben, weil ihm die grösseren Koni- 
1006 u. 1007.  Persönliche Mittheilullscn des positionen in Wachs bedeutender schienen und 
llcnn DY- J- 1'011 Bßfgnlßnn- darin auch sein Freund, der Sohn, sich auszeich- 
Zn den Sieher beglaubigten Arbeiten des Ant nete. Die Nachricht, dass die Stücke des älteren 
Ab. gehören noch zwei kleine Reliefs in Medail- Ab0ndi0 nur bei grossen und vornehmen Herren 
len-Format, welche sich im k. Münzkabincte zu gefunden Wurden, pälSSt Sehr gilt ßnfjcncn All" 
München befinden. Sie sind sehr fein und kunst- COniO- Dcch, Wlc clcnl nnch Scln mag, (lcb Vater 
reich in farbigem Wachs rnedellirt und mit Per- des Letzteren ist dieser Alessandro sicher nicht 
len und Steinen eingefasst. Man deutete früher EcWCSCn (W10 man bißweilcll angßrlmllmcnl, S011" 
diese beiden Porträts auf den Herzog Wilhelm V. ßlchn, Wcnn _c1' Wirklich eXiStiYtc und mit J cncnl 
von Bayern und seine Gemahlin Renata; allein Znsnnlnlcnlnng, (lc1' Blnlllcr- ' 
durch Vergleichung mit einer im Miinzkabinete    
gleichfalls befindlichen (bei Hergott, Numoth. Aless andro Abb llfllo, der Jüngere: der 
brine Annie II_ wir VIII, 22 abgebildeten) Me_ Sohnualso entweder idcs alteren Alessandro oder 
daiiie ergibt sich, dass die WanhSrniiei-s die Biiri_ des Jungeren Antonio, in der Wachsbossirkunst 
nisse Kaiser Maximilians II. und seiner Gemahlin einer der namhaftesten Mclstcr Vcln  des 
Maria und Woi die Originnie zu jnnei. Scham 1_7. J ahrh. Nach den neu entdeckten arcliiva- 
münze sind, deren schon Weiten Oben gedacht lischen Quellen (s. Schlager unten) wurde der- 
isn Sie veriiren von derselben nur in Neben_ selbe 1606 als kaiserl. Majestät Hofsculptor mit 
dingen der Gewandung  monatlich 20 H. aufgenommen. Sandrart be- 
s. Sit z u n g sb e ri c h t e des Münchener Arten richtet, dass er nach Rudolfs Tod zdm Herzog 
thumsvereins, Heft i, 1866-67. lllaximilian in Bayern gekommen sei, woraus 
(iYotiz von Prof. A. Kuhn in iliünchen]. lilanFrleiiin allgemein geschlossen, dass dies 1612 
c er a ewcseu. Das ist falsch : wenn es heisst 
Aleßsandrß Abßndio, der Aeltere, lllaler dass Abgndio nach Rudolfs Tod  der 161i 
und Wachsbildner. Von ihm berichtet unseres eingetreten  an den bayrischen Hof gezogen, 
Wlsscns blcs Snndlhrh, (lcf 111117 Seinem Sühne so heisst das noch lange nicht, dass es sofort, 
 s. unten) vertrauten Umgang und von ihm Im- also ebenfalls 1612 geschehen sei. Vielmehr 
türlich die Nachrichten über den Vater hatte. wurde der Künstler 1613 als vßildhallef und Pos- 
DcFSclbc Scll, 3115 clncln cillcn Flcrcntlncf Gc" sircra auch vom Kaiser Matthias aufgenommen; 
Schlechte cntSPTcSncn, cln Schüler Mlchclnngclcls noch 1625 erhielt er rückständige Besoldung als 
gewesen sein lind sich in historischen Darstellun- des Kaisers Matthias llgewestef Cammerbilgl- 
gen? lncbcscndcrc aber 111 Blldnlsscn ans fnrbläcm hauerir. Schlager schliesst (s. unten) wol aus dem 
Wlnchsl allsgczclcllllct llnbcn- Dnbcl Zclätc cl" Resultat der Soldrechnungcn dass ihn erst Kai- 
eine seltene Kiinstfertigkeit im Kolorit: wie er- Ser Ferdinand IIV also lrilg geines Dienstes ent. 
habene Bilder, bemerkt Sandrart, erschienen lassen liebe Folglich kanh er erst damals) nin 
seine wächsernen Gemälde. Auch seien seine zu bleiben, an den bnyrisehen Hof zu Herzog 
Stllckc 11111 bcl glbcscn und Vchnchlncn Hcrlcn Maximilian gekommen sein. Sicher ist, dass er 
gefunden worden. Der Grossherzog von Tos- 1630 in dessen Diensten wer; in einem bayri- 
cana habe ihn sehr geschätzt und seine Werke sehen Hofakte von diesem Jahre wird ihm vom 
immer für sich behalten, jedoch eine {igurenreiche Kurfürst lllaximilian I. ein Wartgeld von 150 fl. 
Darstellung der Geburt Christi (mitHirten, Thie- zugesichert. Nach Saudrart stand 81' bei diesem 
1'911, Gcbändcn und Landschaft) (lcnl Knlsefliill- in hohem Ansehen; gleich einer Adelsperson 
dolf II. zum Geschenk gemacht. Dieser, so Fahrt wurde er gehalten, neuch wegen seiner edlen 
Sandra-rt fort, liess das Werk in seine Seliatz- Kunst und Herkommena. Noch in Prag hatte er 
kammer bringen und berief den Künstler selber sieh (1616) mit der Wittwe des Malers Johann 
nach P 1138", WO dann (lcYSclbc Vlclc "clhcbcnc von Achen verlieirathet. Nach Lipowsky findet 
Cblltmlhilte" nun cblclllbcnl Wachs Schlacht hnbc- sich sein Name in alten Rechnungen zu München 
Er soll nach einer Nachricht, deren Quelle mir bis 1541 i einen ist er derselben naeh Snniiriiri 
unbekannt 155, 1506 gcst- Scln- 1675 gest. Sandrart erzählt noch, dass er mit die- 
Allein seltsam, dieses Alessandro Abondio ist sem jüngern Aless. Ab. in vertraulicher Freund- 
in den Hofregistern, den Ausgabenverzeichnis-Ischaft gelebt, und ihm die Mittheiliing vieler 
Sen, welche Schlager (S- Unten) veröifeutlicht zum Theil schon vom Vater gesammelten Nach- 
liat, nirgends gedacht, und ebenso wenig scheint l richten verdanke.
        

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