Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598854
Amerigi. 
Liiilääbäiiäälä 
mit den beiden knienden Pilgern, von denen der 
n- sinne ßPiiierßn ßnhißkißiß- Pßhrißn und Enliß- Eine eine schmutzige und zerrissene Mütze, der 
Doch bald ging Caravaggio noch weiter. Nicht Andere koihige Beine förmlich nnT Schau 111'118 
bloss an sich sollten die Menschen des niederen (ein ähnliches Bild in München S- Vßrz- NO- 35)- 
Volkes in der Kunst ihren Platz haben, sondern In der Thni Zßg C- durßhgehends die biblische 
sie erschienen ihm würdig genug, auch die VQr- Szene, auch wenn der Heiland selber ihr Mittel- 
bilder für Heilige und Apostel, ja, selbst für punkt war, zum Sittenbilde des niederen Volks- 
Christns und Maria abzugeben. Ihm erschienen lebens herab. Ein weiteres bezeichnendes Bei- 
die bisher gebräuchlichen idealen Gestalten, so- spiel dafür ist das Mahl zu Emmaus (jetzt in der 
wol die der Manieristen als auch, trotz ihrer Nationalgalerie zu London), in Wahrheit eine 
strengeren Durchbildung, diejenigen der Ca- Wirthshausgesellschaft von vier Zechern, die 
racci , gleich künstlich und gemacht; die reli- nicht mehr beim ersten Glase sitzen. Wenn 
giösen Darstellungen sollten ebenfalls die Wahr- dennoch bisweilen solche Werke des Meisters 
heit der Natur zeigen, und die Wahrheit der einen grossen und leidenschaftlichen Zug zeigen, 
Natur fand er vornehmlich, fast ausschliesslich so liegt das nicht in einem Rest etwa von feier- 
in der gewöhnlichen Realität, wie er sie auf der ich religiöser Auffassung, sondern in der be- 
Strassc sah. Daher er die Sackträger und Bett- sondereiälKragt seines Talentes, auf die wir noch 
lei, die Dirnen und Zigeunerinnen als Modelle zu sprcc en ommen. 
zu seinen Heiligcnbildßrn Imhm , genau S0 Wie Ehe von seiner Kunst in dieser zweiten Epoche 
sie waren, nur dass er sie zur Noth durch den weiter die Rede ist, betrachten wir den aben- 
für die Kirchenbilder herkömmlichen Schnitt teuerlichen Fortgang seines Lebens. Trotz der 
der Gewandung in ihrer neuen ROllC kennzeinh- Zurückweisung, die verschiedene seiner Bilder 
neze. In dieser Weise hielt er seine Malereien erfuhren, waren Ruhm und Ansehen des Künst- 
in der Kapelle der COniFIPClli in S- Luig i de lers zu Rom fortwährend im Steigen. Selbst 
Francesi zu Rom, Zll denen 61' durch Vßrlniii- Papst Paul V. stand nicht an, sein Bildniss von 
hing seines Gönnefs, des Kaidinais (nach Bdldi" ihm malen zu lassen; und wäre er nicht in wei- 
nucci dagegen Vün einem Viigiiio Ciesßenzi) den tereu Kreisen geschätzt gewesen, so hätte ihn 
Auftrag Glfhäiltßlli 3.11 der einen Seite  Berufung night der Poet Gigli, der ihn persönlich ggkannt 
den Apostels Matthaeus durch den Heiland, an zu haben scheint, in seiner Pittura trionfante 
der anderen dessen Martyrium und auf der Altar- geradezu den grossen Michelangelo Caravaggio, 
tafel derselbe Apostel, Wie er das Egungßllnm das Wunder der Kunst u. s. w., nennen können; 
   in En el die Hand ührt ('ene 
Ztislfglrgitäi-ltiitfiiellnisi jetztäm Museum zu BerlJi n). 3116m ä ü 5m? Bliebe] Angel Caravaggio 
Allein schon hier zeigte sich, daäs seinetAufirias-  
sun heftigen Anstoss erregte; ie e z ere a-  1a n;  
iel äurde als unwürdig von dem Altare entfernt, btupor de natu et? 
und die Ehre des herb getadelten Künstlers nur Die vornehmsten Kunstfreunde scheuten keine 
dadurch gerettet, dass der Marchese Vinc. Giu- Mühe, um von ihm Bilder zu erlangen; und wie 
stiniani das Bild für sich erwarb und die Priester der Herzog Vincenzo von Mantua  zum Theil 
veranlasste bei jenem ein neues Altarblatt zu be- durch die empfehlende Vermittlung von Rubens 
stellen. Uebrigens stand C. in jenen Wandma-  in den Besitz jenes von der Kirche della Scala 
lereien zum Theil noch unter dem Einiiusse verschmähten Bildes kam, ist bezeichnend für 
Giorgiones; dürfen wir dem Fed. Zuccaro den Ruf des Meisters (s. das Verzeichniss). 
glauben, so hat er sogar in dem einen Bilde eine Wie an Ruhm, so fehlte es ihm nicht an 
 nicht mehr erhaltene  Komposition des äusserem Erfolg und der Gunst der Grossen. 
Letzteren kopirt. Baglione erzählt nämlich, Allein wie ihn seine masslose, inliimer zurä Ast:- 
dass Zuccaro, die Bilder betrachtend, ausgerufen sersten drängende Natur in der unst ü er a e 
 n a ht man da für einen Lärm! ich Grenzen hinaustrieb, so verscherzte er im Leben 
23h): nidiliäsallli, den Gedanken, den Giorgione in durch seine wilde Ireidenschaftlichkeit das 
seiner Berufung des Matthäus ausgeführt hatü. Glück, so oft es ihm sich bot. Zwar sind jene 
Aehnlich wie mit der Altartafel in S. Luigi Erzählungen, nach denen er andre Künstlern mit 
de' Francesi ging es mit einem Gemälde des dem Degen in der Faust bedroht und verxolgt 
Todes Maria, das C. für die Kirche della Scala haben soll, zum Theil llhßriiflßhell; Wenig- 
in Trastevere zu malen hatte (jetzt im L o uv re , stens erweist sich die Nachricht, dasser gegen 
g_ Vgl-L N0, 27). Wegen der niedrigen Auffas- Guercino, welcher als Schuler eine grossere Ar- 
sung der Sterbenden verwiesen es die Mönche beit in der Kirche von Loreto mrtuhm zu theilen 
von seinem heiligen Platze; Oaravaggio hatte meinte, Wüthend iosgefnhmn Sei, SPh0n_ durch 
genau den Leichnam einer Ertrunkenen kopirt die Zeitumstände als fabelhaft. Allein mithöh- 
und die Jungfrau mit geschwollenem Leibe und nischem Stolz und Spott pflegte er die Meister, 
nackten Beinen, die starr ausgestreckten Füsse die mit ihm in Rom lebten, die angesehensten 
dem Beschauer angewendet, dargetellt. Nicht nichtausgenommen, herabzusetzemund er schien 
minder tadelte man in S. Agostino die Madonna seine Lust daran zu haben, sich immer mehr mit
        

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