Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1593004
30  Antonio Abondio.   
als Zauberer und Alchymist in Koburg die Rolle mit Jahreszahlen. Unter seinen Schaumiinzen 
eines grossen Herrn spielte und die Herzogin mit den Bildnissen der kaiserlichen Familie sind 
verführte. Auch in München scheint unser Mei- namentlich hervorzuheben die auf Maximilian II. 
ster verschiedene Male und einmal längere Zeit und seine Gemahlin, mehrere auf Rudolf II. mit 
verweilt zu haben. Vom J. 1.572 sind die Me- verschiedenen Reversen, diejenigen auf Kaiser 
daillen mit den Bildnissen des Prinzen Ernst von Friedrich IV. und Maximilian 1., dann auf Fer- 
Bayern und des Sebastian Zäh von Augsburg; dinand I. mit dem Bildnisse der Kaiserin auf 
die letztere von besonderem Interesse durch die dem Revers (1575), auf die Erzherzoge Mat- 
breite Sicherheit der Behandlung, die Abondio thias und Maximilian, Albert und Wenzes- 
auch in kleinem Format zu erreichen wusste. laus im Knabcnalter. Stempel zu Münzen hat er 
Unser jüngerer Antonio muss auch jener Abon- schwerlich geschnitten, da sich davon nirgends 
dio sein, von dem berichtet wird, dass erAnfangs eine Spur erhalten hat, dagegen, wie sich aus 
der achtziger Jahre eine Zeitlang in München archivalischen Daten ergibt, auch grössere 
gewesen und dort verschiedene Werke ausgc- Kunstwerke in Metallgeformt und gegossen. 
führt habe. Es existirt von ihm eine undatirte 
Medzglle mit derfüste  HeizogshWillielirrV. Anm Abondio als Wachsbjldner, 
von ayern; un so sin wo auc von seiner         
Handiiene iebensgrossen Biidnisse für den Hei__ Wachsbildner ist natuilich dieser Antonio 
  Abondio schon als Me- 
zog Wilhelm V.  offenbar dessen eigenes und daiiieur (Teweseni Aiiein 
dasjenige der Herzogin Renata  die ein Abon- auch seibgiäiidiwe Arbeiten 
dio nach jenem Bericht 1582 in München gemalt H H kann er in jeäei. Eigen- 
haben soll. Dass unser Antonio auch lebens- lß B Schaft gefertiiri haben 
grosse Porträts malte, kann nicht Wunder nehi Auf mythologischen Darsteiiungenio Welche in 
man 12T wud m (19.11 Hofalften elgens a1? Lima Wachs in feiner halberhabener Arbeit ausge- 
allfgefuhm unfl W16 zu Senier Zelt Oft eine und führt sind, kommt das nebenstehende Mono- 
dleselbe Hand m dqn Verschlgdenen Zwelgen der gramm vor. Ein solches Waclisbasrelief, eine auf 
Kunst gleich geschickt war, ist bekannt. dem Bette liegende Venus weiche von Amor ge_ 
Solange scheint unser Meister von Prag ent-        .1 h 
   kusst wird fand sich in der Biackenhoffei sc en 
fernt gewesen zu sein, dass er 1582 in seinem Kunstkamgner zu Strassburg (nach der um 
Hofamte aufs Neue bestätigt werden musste. gedruckten Beschreibung derselben) und wurde 
Er stand dann bei Rudolf in der alten Gunst;       
    mit Bestimmtheit einem Ant. Abondio zuge 
.1583 erhmit er als sechzlglnonathcihenBuckstund schrieben. Auch ein Kupferstich existirt mit 
3200 ülmle Besoldungen am lfalserhchen Eofe jenen Zeichen nach einem Medaillen in lrVachs, 
Bossen Immer m" langsam und u? Untegibrec un- bekannt unter dem Namen der Toilette der Ve- 
geilh zlldem 1.10011 [50 {L zu Semer "kaxss änf nus: der Venus, neben welcher Amor sitzt, hält 
haimbs in Italiau. Doch muss er nur uize eit    i.  
    ein Amorette einen Spiegel vor, wahrend zwei 
in der alten Heimat gewesen sein; noch in dem-     
  .   Nymphen ihr das Haar ordnen. Ob nun diese 
selben Jahre wird sein Sold auf 36 ü. monatlich Werke in Wachs von Ant. Ab dem Aeiieren 
erhöhß Während Solist de? häonfjltsgeihalt. fur am oder dem Jüngeren herrühren, lässt sich nicht 
Hofkunstler seiten ilßtlxubeistieg. Dr wirddann mit Sicherheit ausmachen; doch ist es Wahl, 
noch emmal 1090 fu? eine bezahlte Arbelt ge" scheinlich, dass die feinere Hand des Jüngeren 
nannt. Er starb, wie Jos. v. Bergmann (vgl. Sie eher hat bilden können, als die an schwere 
unten die Quellenangabe) in eniem, Wiener Tod" Arbeit gewöhnte des Aelteren. Sie dem Aless. 
tenbuche gefunden, den 22' Mal jagL Ab. (s. folg. Art.) zuzuschreiben, verbietet das 
Ant. Abondids Schaumünzen. MonogramPL    
Abondio arbeitete namentlich für die kaiser- Unstfeltlg 8611011311 (116 Medaillen des jängeilen 
liche Familie und die durch Geburt oder Stellung Abondlo zu den bestlfn LelstungenJeflel P09 e: 
in den österreichischen Landen hervorragenden dle es luden? auf dlesem Felde: m? auf 31289 
Männer: die Freiherren von Harrach, Kheven- alldem der blldenqen Kunst: F" luelsteldc "m 
hülfer, Pernstein und Trautson, den ungarischen gebracht hatte- S10 Zßlgen Q1119 Lebimdfgliält 
Primas Franz Verantius u.  Auch auf be- deY Auffassung, 61119 S1_che1'h(f1t_ und Eflerälefi e; 
deutende Künstler hat er Medaillen gefertigt, so Darstenflng J Welßileudle Individualitat ein ac 
auf den berühmten Edelsteinschneider Trezzo 11m1 gediegen auf die überzeugendste Weise wie- 
(den ei- noch in Mailand gekannt haben kann), dergeben; dabei bekundet die fein durchgebil- 
hNizzola. de Trizziaa 1572 , und Ferabosco, den dete und doch zugleich, auch im kleinen Mass- 
Baumeister des Prager Schlosses. Seine erhal- stzib, breit und gross behandelte Formieinen 
teilen Denkmünzen fallen überhaupt in den Meister, der in der Blütezeit der italienischen 
Zeitraum von 1557 bis 1531 Bergmann (s_ unten) Kunst und unter dem Einfluss des Studiums der 
zählt ihrer, soweit sie mit seinem Monogramm, Antlke sich entwickelt hat. 
die früheren meistens mit AA, die späteren mit s. H. Bolzeiithal, Skizzen p. 166 f. ; daselbst 
AN: AB bezeichnet sind, 27 auf, wovon neun abgebildet die Schaumüiize mit demBildnisse Maxi-
        

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