Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598718
Christoph Amberger. 601 
und Vortrag, in der Art zu modelliren, nament- des Matth. Schwartz (nim Martzo 15420 und der 
lieh auch in der Behandlung der Hände. Es sind Barbara Mangolltin (nIm agosto 1542:.) enthält: 
die Bildnisse des Wilhelm Mörz aus Lindau und beide, wie die Ueberschrift besagt, vabcontrofaet 
seiner zweiten Hausfrau Afra Rehm, im Maxi- durch Jheremias Schemel von ainer tafel die der 
miliansmuseum zu Augsburg, ebenfalls noch allt Christoü amberger damalls (d. h. 1542) ge- 
immer Holbein getauft, obwol seine Urheber- mallt hatxr Beide Kopien aber entsprechen ge- 
schaft schon chronologisch ausgeschlossen ist; nau jenen beiden Oelbildern. In diesen wie in 
denn den 10. Dezbr. 1533 fand die Hochzeit des dem Bildnisse Karl's V. besitzt man also die 
Paares statt, und damals war Holbein bereits wichtigsten künstlerischen Dokumente, nach 
zum zweiten Mal nach England gegangen. 1533 denen man sich einen Begriif von des Mei- 
ist auch die letzte von vier Jahreszahlen, die sters Malereien bilden kann.  In dem Trach- 
neben dem Wappen auf der Rückseite des männ- tenbuehe des Vaters finden sieh sechs Blätter, 
liehen Bildnisses stehen. Beide sind von Eigner No. 122 bis 127, in die Jahre 1541-46 fallend, 
restaurirt, das des Mannes am besten erhalten; welche (nach Zahn) durch so vorzügliche Arbeit 
sie sind in der Auffassung tüchtig, und in der hervorragen, dass man sie wol dem Chr. Amber- 
Behandlung der Nebendinge, des Pelzes, wel- ger selbst, der gerade in dieser Zeit Schwarz 
chen der Mann trägt, des reichen bürgerlichen porträtirte, zuschreiben möchte. Sie unterschei- 
Anzugs der Frau, vorzüglich. Ebenfalls unter den sich von allen anderen durch die freie und 
dem irrigen Namen Holbein befindet sich im Mu- doch ruhige Körperhaltung, die harmonische Ge- 
seum württembergischer Alterthümer zu Stu tt- sammtwirkung und das ernst gestimmte Kolorit. 
gart eine völlig übereinstimmende Wiedcrbo- Zu den schönsten Bildniggen Ambni-gei-g in 
lllng vom Bildniss der Ffß-ll- Das Gegenstück dieser und der folgenden Zeit gehören noch fol- 
bildet aber eine ganz verschiedene Persönlich- genau Vnn1543 die Bildnisse des Kouradpeu- 
keit, nicht bartlos und mit einem pickelartigen tinggr und seiner Gemalin Margarethg, W91- 
Maal im Gesicht, wie Mörz, sondern mit kurzem ser im Maximiliansmuseum zu Augsburg, 
braunem Vollbart und weit jünger. In diesem halbe Figuren, lebensgross.  Von 1544 Martin 
zweiten Manne, mit welchem Afra Rehm sich in Weiss, 43 Jahr alt, im Belvedere zu Wien. 
ihrem Vermälungsjahr portriitiren liess, hat Einen Katalog seiner Werke zu geben ist fast 
man offenbar ein Mitglied ihrer eigenen Familie, unmöglich und wird dadurch erschwert, dass der 
vielleicht einen Bruder zu sehen. Bei seinem Künstler seine Porträts fast niemals mit Namen 
Porträt wird zwar die Jahrzahl1533 und sein oder Monogramm bezeichnet hat. Andrerseits 
Alter 36 Jahre angegeben, aber der Name ist werden ihm verschiedene Bildnisse willkürlich 
vernichtet worden, wol um einem berühmteren beigemessen; so einige in Wien, ferner wol 
Platz zu machen. Auf dem weiblichen Bildniss auch das Bild zweier Kinder mit einem Hünd- 
ist dieserVersuch nicht ganz durchgeführtunddie chen in der Dresdener Galerie, endlich das an- 
Inschrift lautet: Anno 1509 ward Ich Aifr       gebliehe Porträt Heinrichs VIII. in Augsburg, 
(soll heissen: vAffra Rehm geboren)   Vnnd das in Wahrheit den Pfalzgrafen Otto Heinrich 
Anno 1533 ward dise conterfet gemacht. Da darstellt und von Barthel Beham gemalt ist 
ward ich 24 Jar alt Vnnd hett darby die gestalte (vergl. Woltmann, Donaueschingeu, Verzeichn. 
Ambergefs Aufenthalt in Italien, der auf seine der Gemälde, Einleitung).  Von undatirten 
späteren Arbeiten den grössten Einfluss übte, Bildnissen verdienen vorzugsweise noch Er- 
fallt wahrscheinlich in die näehstfolgendenJahre. Wälmllllgr Schönes Brustbild eines Greises mit 
Vielleicht kann es einen Anhalt dafür bieten, Rßßßnkranz, Woran ein Madonnenbild hängt, mit 
dass ein männliches Porträt im Wiener Belve- langem Haar, in Pelz, ganz von vorn, einWappen 
dere die italienische Bezeichnung 111535 di Marzou auf der Rückseite, im Gotlllßdllen Hause Zuwöl" 
trägt. Unter den Bildnissen, welche in die Zeit lltZ-  bärtigen MßnnßSÄIl 
nach dieser Reise fallen, befinden sich zwei, den dellÜffi ziell zllFlürellz (als HdlbeilhNß-Szl). 
Augsburger Bürger und Buchhalter im Fugger  Sßllwdrzgelileidetßr Mann, gTlillßr Grund, 
sehen Bankhause, Matthäus Schwartz und seine Steißeinfassung (klßill) 1 im wleneY BelVß- 
Hausfrau Barbara geb. Mangollt von Schwäbisch dete-  Jüngling in rothem Hut, lll der Gale- 
Gmündt vorstellend, im Besitz des Staatsmini- Yie ltleßlltellßtein zu Wlen-  5111189 Für- 
sters Freiherrn von Friesen zu Dr e s d en. Beide Still, in der Ambmser Sammlung zu Wl an (W11 
Bilder sind von besonderem Interesse, da neuer- Waagen dem Hdlbeln zllgesßlltlebelll-  Seba- 
dings A. von Zahn (s. Literatur) eine dokumen- Stian Münster, Verfasser der Cosmogtaphey (gell- 
tarische Beglaubigung ihrer Aechtheit gefunden 1489, geßt- 1552), als Greis, W01 aus den letzten 
hat. Matth. Sehwartz (der Enkel des 141a hin- Lebensjahren, im Berliner Museum; Am- 
gerichteten Augsburger Bürgermeisters Ulrich bcrgefs herrlichstes Werk, lebensvoll, scharf 
Schwartz) hat nämlich ein Traehtenbuch (Se1bst- und fehl im Charakter, ttettllch gemalt Sand- 
biogmphie in Kleidei-tmchten; jetzt im Museum rart besass zwei kolorirte Porträtzeiehnungen; 
zu Braunschweig) hinterlassen, dessen Fort- Ursula von Harmch, Gemalin Jtl-k- Fuggßfth und 
Setzung durch seinen Sohn Veit Konrad Schwartz G901? Hermann- 
am Eingang des Bandes die Porträts der Eltern, Ambergefs schönstes Kirchenbild ist ein 
Meyer, Künstler-Lexikon. I. 76
        

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