Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598707
Amberg 
Christoph Amberger. 
den sich meist in den Jahrgängen der Argo, kommt. Eben dies Datum ist das letzte, das 
Album für Kunst und Poesie. Berlin 1855-57. auf Gemälden Ambergens sich findet. Vielfach 
Das Porträt des Meisters, von Gustav Richter (namentlich in Füsslfs Künstlerlexikon) wird 
gemalt, befindet sich in der Porträtsammlung 1563 als sein Todesjahr angegeben, was mit 
des Berliner Künstlervereins. diesen urlkuncälichen Notizen ziemlich im Ein- 
   klang ste t. andrart berichtet, man urtheile, 
a) Von ihm lithographirt: er müsse bei dem jüngeren Hans Holbein ge_ 
Ludwig Rintel, Arzt. Mit Facsimile. Fol. lernt haben, dem er ein seiner Manier zu mahlen, 
Verschiedene B11. in der Argo. S. Text. absonderlich im Contrafätene gefolgt sei Dies 
   hat zwar nicht viel Wahrscheinliches, indem A. 
b) Nach ihm gestochen und lithographirt; kaum viei jünger als Holbein War, aber Sein 
1) Rosengrüsse_ 912i) 1155121133331: Wxn künstlerischer Stil beweist deutlich, dass er der 
2] Das Briefgeheimniss, FOL   g  Augsburger Schule seine Ausbildung verdanke 
3] Trost in Tönen. Gest. in Schwarzk. von Witt- Doppelmayl glbt Ihm Hans Holbem Peu Aelteren 
höft. 1363. gr. Fol. Bei Lüderitz in Berlin. zum Ifehfmelstei: Doch Ambergefs Farbe "a" 
4) Die Abendgmke_ (Genrebild im Kostüm des mentlich in den fruheren Werken, sein Geschmack 
17_ JahyhJ In Schwank gest von Habe]- und sein Verhaltniss zur italienischen Renais- 
menn. Fol. Für den schlesischen Kunstverein. sance würden eher schliessen lassen, dass er bei 
5) Der Wittwe Trost. Schwerzk. 1869. qu. Fol. Hans Burgkmair gelernt. Später mag er nach 
(Üäliligflälll-nd Nymphen Lith von G Feckeft Gemälden des jiingerenHolbein studirt haben, 
rl- Fe-  
7] Der Liebling (Mädchen mit einem Hündchen]. stet' sind häuü H'lb  1b  e el- 
Aquarell. Oelfarbendruck von Storch 8: Kramer. ' g 0 am 3.6  er belgemessen 
gr. Fol. Im Album Berliner Künstler. Heft 5.  und 
Berlin 1857. m u n eu e essen 
8 u. 9) Naschkätzchen (Stubenmädchen mit Tafel- Namen. 
6386111" leert den Rest eines ChßIIIPÄEIISYSIaSeSJ- Den ersten grossen Erfolg hatte A.dadurch, dass 
3th. 1:01  Foäi _1;Mler Alälfariä er das B ildniss Kaiser Karl" s V. , als der- 
esineicggoäpfeife anstälenää  ging ü 5:1 selbe 32 Jahre zählte, malen durfte (1532). Sand- 
n app gn FOL Gegenstücka Gemalt 1863 rart nennt das Portrat nsehr lebhaft und wohlge- 
Die neueren Gemälde Ambergis sind Sämmt_ fällige und setzt hinzu, der Kaiser habe ihm das 
lieh in Originalphotographien vervielfältigt wor- Dreifacge des SQfQT-lerten äreißes VOR 12 Tha- 
den. lern ne st einer o enen ette reichen lassen, 
L. Pietsch. mit der Bemerkufg, Tizian, der sich 100 Thaler 
Amberger. Christoph Amberger, Maler für jedes Bildniss zahlen lasse, mache es nicht 
in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. Schon Sand- besser. Das Original ist das Gemälde, welches 
rart äussert mit Bedauern: vDer wegen seiner sich (als Giovanni Holbein) in der Galerie des 
herrlichen Arbeit wohlberühmte Christoph Am- Instituts der schönen Künste zu S iena befindet 
berger ist sonst so unbekannt, dass ich von Nie- (aus dem Vermächtniss Spannoechi). Der Kai- 
manden erfahren können, von Wannen er oder ser, fast Profil und gegen rechts blickend, ist 
seine Eltern, oder wer sein Lehrmeister gewe- geistig nicht gerade tief, wol aber treu und vor- 
sena. Doppelmayr gibt (sich auf Vincentius Stein- trefflich aufgefasst. Er trägt eine dunkle Schaube, 
mayfs Aufzeichnungen berufend) Nürnberg als ein karmoisinrothes, ausgeschnittenes Wamms 
seine Heimat an. In neuerer Zeit sind wider- darunter; die Rechte hält ihren Handschuh, wäh- 
sprechende Angaben aufgetaucht, für die aber rend die Linke bekleidet ist. Der dunkle Grund 
keine Beweise beigebracht wurden; von Nagler mag ursprünglich grün gewesen sein. Das Bild 
(I. Aufl. d.  wird Amberg in der Ober- ist tief und kräftig in der Farbe, im Fleisehton 
pfalz, von Albrecht Weyermann (Kimstblatt sehr bräunlich, an Klarheit Holbein ähnlich, da- 
1830. p. 268) Ulm als sein Geburtsort ge- bei aber noch wärmer als die Arbeiten des Letzte- 
nannt, und von beiden ein Steinmetz Lienhart ren. Gegen Holbeinls fein vollendete, scharf be- 
(oder Leonhard) Amberger als sein Vater ange- stimmte Behandlung ist die Vortragsweise brei- 
führt. Die ZeitseinerGeburtwirdv0iidenmeisten ter und moderner. Die Zeichnung bleibt oft an 
neueren kunstgeschichtlichen Büchern 'völlig Genauigkeit und Formverständniss hinter Hol- 
willkürlich um das J. 1490 angesetzt. Wahr- bein zurück, namentlich bei den Händen, Die 
scheinlichwirdman richtiger gehen, wenn man sie auffallend blasse, aber feine Wiederholung im 
um einJahrzehnt spätervermuthet. Sicher dage- Mnßellm Zn Berlin (bezeichnet P1118 Onlfrß, 
gen ist, dass die Stätte seiner Wirkeamkeii; darunter: aetatis XXXII) können wir nur für 
Augsburg wer, und zwar eeit Anfang der gleichzeitige Kopie von einer anderen nordi- 
1530" Jahre. Aus den Steuerregistern der Höhen Hand halten. 
Stadt ergibt sich, dass A. schon 1534 daselbst Mit dem Gemälde zu Siena stimmt eine andere 
im Predigergarten wohnte, 1545 aber ausser- Gruppe von Bildern, die nur ein Jahr später 
halb des St. Gallenthors, wo er noch 1560 vor- entstanden ist, auf das nächste überein, in Farbe
        

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