Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598699
Miguel de Amberes  Amberg. 599 
s. P o n z , Viage de Espaüa. X. 249.  G e a n blätterten Wald und die Haide belebt  sie wer- 
Bermlldel, Dicc. den weder süsslich noch weichlich, bei aller 
P- LCfOTl- Zartheit der Empfindung und der Formen. Er 
Ambgrgg, Migu e] de Amb eres, 5_ Miene], ist ein Meister des novellistischen Genres. Aber 
seine Novellen, die er malerisch wol zu erzählen 
Ambßrßg, F i- n, n c i s ß 0 d e A m b e r e 5 , 5_ weiss, spielen fast immer in der vgutens und mei- 
Francois. stentheils in der modernen oder der Rokoko-Ge- 
sellschaft; die heut vielbeliebte Dorfgeschichte 
Amberg. Wilhelm Amberg, geb. zu Ber- liegt ausserhalb seines Kreises. Dabei versteht 
lin 25. Febr. 1822, einer der beliebtesten unter er es, seine Gestalten in harmonischen Einklang 
den modernen Berliner Genrcmalern. Seine erste mit dem umgebenden Lokal zu setzen. Wenn A. 
künstlerische Bildung erhielt er im Atelier des auch nicht als Landschafter im engern Sinne gel- 
Prof. Herbig und auf der Berliner Akademie, ten will, so weiss er doch alles Landschaftliche 
die weitere in der Werkstatt Karl Begas' wäh- in der für seine Figuren passendsten Weise treff- 
rend der Jahre 1839 -42. Von entschiedenem lich zu behandeln. Gewisse landschaftliche 
Talent tiirKolorit, malerische Technikund einem Stimmungen mit ihrem eigenthümlichen Spiel 
glücklichen Sinn für die Anmuth und den Lieb- V0n Lieht und Luft weiss er in den Hintergrün- 
reiz der jugendlichen Weiblichkeit, fand er in den und Umgebungen der von ihm dargestellten 
dem Meister, der in dieser Hinsicht unter den novellistischen Szenen in Bezug auf den charak- 
Malern der älteren Berliner Schule sich auszeich- terißtißßhen Gesnmmteindruck besser und wirk- 
nete, den passenden Lehrer. 1842 stellte er zum Sanlenwieiißinngeben, als manche hhhhgeßßhätzliß 
ersten Mal in Berlin aus: das Porträt eines Mäd- Spezialisten del" Lßndsßhnfi- Ein leichter An- 
chens (Kniestück) und ein Genrebild. Zwei Jahre fiug von frivoler Grazie und Koketterie ist sei- 
darauf ging gr nach Paris und in Läon Cognigfs 116D weiblichen Gßßliäilliell nicht immer fremd; 
Atelier, wo gi- bis Ende 1845 seine malerischen seine ganze Empiindungsweise ist eine durchaus 
Studien betrieb. Es folgte ein längerer Aufent- 1110561118,  auch im Weniger günstigen Sinne 
halt in Italien, meist in Rom, kürzere Zeit in des Würteß. Was ihn aber nicht hindert, gele- 
Neapel und in Perugia. Er malte viel nach der gentlich wieder einen tieferen Gemüthston zu 
Natur, Studienköpfe und Figuren, auch zwei trßlfen und den Beschauer zu rühren. 
Bilder sendete er von dort aus zur Heimat: Gret- A118 dem Allein erhellt, lin-Sh A- zur heilen kü- 
chen in der Kirche und Einen Christus am Oel- lßrisiisßhßn Richtung gehöifli; aber Weßnnlilißh 
berge, den er der 3h Gertraudtenkirche zu 3er- unterscheidet ihn von deren Hauptvertretern die 
lin, in der er getauft worden, zum Geschenk Fähigkeit der dichterischen Erfindung, und das 
"wahrer Nachdem A_ noch einige Monate in V6- Gegentheil der von ihnen als wesentliches Kenn- 
nedig nach den grossen Meistern des Kolorits Zeichen des echten Koloristen proklamirten 
kopirt hatte, kehrte er über München nach Ber- Gleichgültigkeit gegen den Gegenstand (168 
lin zurück, um daselbst seitdem seinen dauern- Kllnshwßrks- Seit 1859 ist A- Miiigiieli den Ber- 
den Aufenthalt zu nehmen. linel" Akßllemiß-  
Auf jeder der grossen je zwei Jahre wieder- Von der ausserordentlich grossen Zahl seiner 
kehrenden akademischen, wie auf den verschie- Bilder kann nur ein kleiner Theil hier angeführt 
denen permanenten Ausstellungen Berlins pflegt werden; Die Kartendamen, Die Liebespost, Trost 
Amberg durch einige Werke vertreten zu sein. in Tönen, Amor und die Nymphen (mit anderen 
Er produzirt leicht, und seiner frischen Eriin- Bildern mythologischen Inhalts seiner früheren 
dungskraft entspricht eine nie versagende Fähig- Zeit angehörig) , Die Abendglocken, Die singend 
keit der malerischen Darstellung. Die mit Vor- durch den Wald ziehenden Freundinnen, Der 
liebe von ihm gewählten Stoffe sind von jener Abschied, Der Wittwe Trost, Die Dame, welche 
Art, die schon an sich für den Beschauer an- die Reliquien ihrer verlorenen Liebe im Kamin 
ziehend ist; und der Reiz eines in den mannig- verbrennt, Die rauchende und die trinkende 
faltigsten Stimmungen immer wirkungsvollen Zofe, Das Paar der beiden Alten in der herbst- 
Kolorits und einer eigenthiimlich virtuosen, kahlen Parkallee , eine Menge von anmuthigen 
geistreichen Malerweisc tritt hinzu, um jenes Liebespaaren im Laubschatten oder im zierlich 
stofiliche Interesse zu einem künstlerischen zu geschmückten Gemach, von jungen reizvollen 
steigern. Die Freuden und Leiden junger Mäd- Frauengestalten in verschiedenen Momenten der 
chen- und Frauenherzen bilden für seine Kunst Leidenschaft, immer aber, sei es im Rokoko- 
das unerschöpfliche Lieblingsthema. Doch wird sei es im modernen Kostüm, mit tadelloser, bis- 
ei- nicht ßmpfindsam im Sinn der alten Diigßel- weilen allerdings etwas phantastischer Eleganz 
dorfer Schule. Auch da, wo sich ein Hauch träu- gekieidei- Einige dekorative Wandmalereien 
merischer Sghwermuth über die lieblichen Ge- sind von ihm 1867 in der Villa Ravene in Moabit 
stalten legt, mit denen er bald hohe abenddunkle, ausgeführt.  
alterthiimliche Gemächer, bald das Dickicht der Amberg hat manche seiner Darstellungen 
Buchenhaine , bald die Laubgänge eleganter direkt auf den Stein gezeichnet, andere nach 
Parks des letzten Jahrhunderts, oder den ent- seinen fertigen Bildern lithographirt. Diese ün-
        

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