Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598662
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Giovanni Antonio d'Amato 
Franc. Amato. 
(Andrea da Salerno)  vor, der auch die Aus- 
führung übernahm. Doch war er duldsam gegen 
fremde Richtungen, so dass er seinen Schüler 
Giovanni Bernardo Lama, der sich durch die 
Werke des Polidoro da Caravaggio angezogen 
fühlte, ohne Groll eutliess und später, als sich 
derselbe zu einem tüchtigen Maler entwickelt 
hatte, ihm die weitere Ausbildung seines Neffen 
empfahl. Ein anderer Schüler des Amato war 
Vineenzo Corso, der durch seinen Tod genöthigt 
wurde, zu einer andern Schule iiberzugehen. 
Unter seinen Schülern nennt Grossi noch: Gio. 
Bern. Azzolini, Pietro Negroni, Simone Papa 
den jüngeren, Cesare Tureo, Gio. Batt. Loca. 
Amato starb um 1555, etwa 80 Jahr alt. 
aus der späteren Zeit des Künstlers, da. es die 
Merkmale der schon manierirten Kunst aus der 
zweiten Hälfte des 16. Jahrh. zeigt; doch ist die 
Ausführung sorgfältig, die Färbung hell und 
heiter. 
Mariagnola d'Amat 0. Amato der-jüngere 
War mit einer Mariagnola Criscuolo, einer Toch- 
ter eines der Brüder Criscuolo, wahrscheinlich 
des Giovanni Filippo, verheiratet. Diese, 1548 
in Neapel geb, war unter der Leitung ihres 
Vaters und Oheims ebenfalls zur Malerin erzo- 
gen, und soll zuweilen sogar den Amato über- 
troifen haben, obgleich sie in ihrer Jugend noch 
zwischen Musik und Malerei geschwenkt hatte. 
Auch von ihr hatte man Gemälde in mehreren 
Kirchen (in S. Giuseppe maggiore , di Gesü e 
Maria, Sta Maria la Nuova etc.). Daneben unter- 
richtete sie, und setzte diesen Unterricht auch 
noch fort, als ihre leidenden Augen sie im spä- 
teren Alter an eigenen Arbeiten hinderten. Be- 
sonders unterrichtete sie einen Enkel D 0 m e n i c 0 
d' Amato, der schon als Kind eine unüber- 
windliche Lust am Zeichnen hatte, später aber 
mit besonderem Geschmack Arabesken in Stuck 
arbeitete, die in mehreren Kirchen Neapels zur 
Dekoration benutzt wurden. 
s. Dominiei, Vite dei Pittori etc. Napoletani. 
Napoli 1840 --1846. II. 103-108.  Grossi, 
Biograiia degli Uomini Illustri etc. Napoli 1820 
(ohne Seitenzahlen). 
Fr. W. Ungar. 
Giovanni Antonio dlämatoderjüngere, 
Maler zu Neapel, geb. um 1535,  1598, war ein 
Bruderssohn des Vorigen, der ihn in seiner 
frommen Weise erzog und zum Maler ausbildete. 
In seiner Art zu malen schloss er sich an- 
fangs ganz seinem Oheim an, ja er erlangte den 
zweifelhaften Ruf, dass er denselben in der 
Zartheit der Farbe noch iibertretfe. Nach des 
Oheims Tode ging er nach dessen Rath in die 
Schule des Giov. Bernardo Lama über und ge- 
langte hier zu einem Kolorit, das bei aller Zart- 
heit doch kräftiger war und die Figuren runder 
und freier heraustreten liess. Seine frühesten 
Werke sind nicht mehr bekannt. Das älteste ist 
das Wunderbild in S. Maria Visitapoveri, 1571 
einer Gesellschaft von Kindern für den nach 
dortiger Sitte an der Strasse errichteten Madon- 
nenaltar geschenkt und später in jenem Waisen- 
hause aufgestellt, welches 1604 aus den Gaben 
und Almosen, die vor diesem Altare gespendet 
wurden, hervorging. Dieses Bild ist noch in 
der Weise des Oheims gehalten. Von den Wer- 
ken seiner späteren Periode scheint wenig er- 
halten zu sein. Sie zeigten, dass er nicht nur 
Lama, sondern auch Franc. Curia und Ippolito 
Borghese sich zum Muster genommen hatte. 
Doch wird seine Anordnung und Zeichnung nicht 
immer eben so gerühmt, wie sein Kolorit, das 
zuweilen sogar eine gewisse Verwandsehaft 
mit Tizian zeigt. Es werden Gemälde von ihm 
in S. Patrizio, S. Pietro ad aram, S. Giuseppe 
an der Chiaja, S. Domenico maggiore, Sta Mar- 
garita, S. Niccolö alla Dogana, in der Chiesa 
nuova, im Banco de'Poveri und in der Kirche 
des Monte de'Poveri vergognosi, wo besonders 
eine Krönung der Maria gerühmt wurde, erwähnt. 
Von dem Allem scheint wenig erhalten zu sein, 
so dass nun die Bilder des Meisters zu den Sel- 
tenheiten gehören. Das Museum zu Neapel 
besitzt von ihm ein einziges Bild, Thronende 
Madonna mit Engeln, das im Katalog als sein 
bestes Werk bezeichnet wird. Jedenfalls ist es 
s. Dominici, Vite dei Pittori etc. Napoletani. 
    
x F. W. Ungar. 
Amato. Francesco Amato, Radirer, viel- 
leicht bloss Dilettant, im 17. Jahrh. Er führte 
in Biscainds Manier die Nadel leicht, aber auch 
etwas wulstig und oberflächlich und war sehr 
 schwach in der Zeichnung. Es ist möglich, dass 
er ein Nachkomme der neapolitanischen Maler 
dieses Namens war. Ob, wie Bartsch glaubt, 
seine Blätter zum Theil nach Erfindungen 
Biseainds gefertigt sind, können wir nicht be- 
stimmen; dass dieser nie genannt ist, und auf 
einigen Amato sich als Erfinder nennt, spricht 
indessen für diese Meinung nicht. 
1) H1. Familie. Die Madonna zur Rechten sitzend, 
auf dem Schooß das Kind, welches das Kreuz 
des kleinen Täufers hält, während letzterer ihrn 
den Fuss küsst. Links hinter einer Mauer 
Joseph, lesend. Ohne Bezeichnung. H. 196 
millim. br. 150. B. 1. 
2) Die Ruhe der hl. Familie auf der Flucht. 
Maria sitzend hält auf dem Schooß das Kind, 
welches mit der Rechten von einer Palme Früchte 
pflückt. Joseph, links sitzend, stützt den Kopf 
in die Hand und scheint zu schlafen. Ohne 
Bezeichnung. H. 6"  br. 8"  Fehlt B. 
Zani, Encicl. II. V. 10. Auch in den Katalogen 
Otto und Robert Dumesnil erwähnt. 
3) H1. Joseph sitzend, nach links gewendet, hält 
das J esuskind auf dem Knie und scheint es le- 
sen zu lehren. Hinter ihm zur Rechten zwei 
Säulen, links Landschaft. Links unten: Franc. 
"Amatus In. H. 265 millim. br. 185. B. 2. 
4] Der verschwenderisehe Sohn, zur Linken sitzend, 
blickt nach dem Himmel, Zwei Schweine stehen
        

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