Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598658
Carlo Amati 
Giovanni Antonio d'Amato. 
595 
Kirche in Casatenovo, die Kapelle delle Grazie 
im Hospital von Monza, ferner verschiedene 
Ausbauten von Kirchen in Städten und auf dem 
Lande. Sein Hauptwerk aber ist die Karls- 
kirche in Mailand, die zu sehr an die heid- 
nischen Monumente Roms und insbesondere an 
Agrippais Pantheon erinnert, zudem in einer 
Periode unseres Jahrh. ausgeführt  sie wurde 
im J. 1847 eingeweiht  die über die Erneue- 
rung der klassischen Bauweise schon wieder 
hinaus war. Bewundernswerth ist übrigens, 
wie er, unterstützt von seinem Bruder, dem 
Pfarrer der Kirche, diesen kolossalen Bau trotz 
aller widerstrebenden Ansichten zu Ende führte. 
Er starb 23. März 1852, gerade in dem Augen- 
blick , als er sich mit der Konstruktion des 
letzten Theiles seines Werkes , der Laterne 
über der Kuppel, beschäftigte. 
Zufolge seiner öffentlichen Stellung beklei- 
dete A. verschiedene Aemter, wie er auch Mit- 
glied vieler Akademien war. Er hat verschie- 
dene architektonische Schriften mit Zeichnungen 
ausgegeben, die wir unten aufzählen. 
Seine Schriften: 
1) Regole del Ghiaroscoro in Architettura. Mit 13 
Taf. Milano 1802. F01. 
Zweite verbesserte Ausgabe, Milano 1840. 
2) Gli Ordini di Architettura del Barozzi da Vignola, 
pubblicati da O. A. Milano 1805. Fol. Davon 
eine Schulausgabe, Padova 1808. 8. 
3) Iconograiia ed Ortograiia del Duomo di Milano. 
Milano 1809. Fol. 
4) Memorie sulle Antichita di Milano. Mit 25 Tal". 
Milano 1821. Fol. 
5] Antichita di Milano essistenti presse S. Lorenzo. 
Mit 4 Taf. Milano 1821. Fol. 
6) Suceincte Memorie intorno le sedici antiche 
colonne presse S. Lorenzo etc. Mit Taf. Milano 
1831. 4. 
7) Apologia di Vitrovio Pollione. Milano 1821. 8. 
S) Osservazioni sull' uso di collocare modiglioni o 
dentelli nei frontispizii. Milano 1825. 4. 
Dasselbe Thema behandelt in: Divertimento  
architettonico. Milano 1837. 4. 
9) I dieci Libri dell' Architettura di M. Vitruvio 
Pollione con Commenti e con Tavole incise. 
Milano 1829-30. 2 Bde. gr. Fol. 
10) Suecincta Descrizione della Corsia de" Servi in 
Milano, e del progettato Tempio di San Carlo 
Borromeo etc. Mit Taf. Milano 1834. 4. 
Enthält die Pläne zur Kirche S. Carlo. 
Schrift über Leichenbegängniss und Denk- 
mal des Meisters: Necrologia, Onori funebri e 
Monumente pel Cav. Carlo Amati etc. Milano 
1852. 8.  
ät G. Mongeri. 
Amato. Giovanni Antonio d'Amato,l 
der ältere, Maler in Neapel, geboren um 1475, 
zeigte früh Talent und wurde daher schon als 
Knabe dem Silvestro Bruno , gewöhnlich Buono 
genannt, zur Unterweisung in der Kunst anver- 
traut. Dieser starb aber schon 1485, und man! 
weiss nicht, wer nach diesem sein Lehrer ge- 
wesen ist. Hauptsächlich scheint er sich nun 
nach guten Gemälden selbständig ausgebildet 
zu haben. Vor Allem soll ihm das Altarblatt 
des Doms von Perugino als Vorbild gedient 
haben, und in der That trat er ganz in die 
Fußstapfen dieses Meisters, der seiner religiösen 
Geistesriehtung am 'besten zusagte. Nachdem 
er einige Heiligenbilder für Privatpersonen ge- 
malt hatte, erhielt er zuerst den Auftrag, für 
die Kirche S. Giacomo degl" Italiani (nach 
Grossi degli Spagnuoli) eine Geburt Christi und 
eine Maria mit dem Christkinde auf dem Arm, 
letztere für den Hanptaltar (beide zu Ende des 
vorigen Jahrh. daselbst noch erhalten) zu lie- 
fern. An dem Gesichte der Madonna zu letz- 
terem Bilde soll er nur knieend gearbeitet ha- 
ben. Von dieser Zeit an widmete er sich einem 
besondern Kultus der Madonna und malte eine 
grosse Anzahl ähnlicher Bilder, von denen in- 
dess die meisten im Laufe der Zeit beseitigt 
worden. Damals aber erfuhr seine fromme 
Richtung grosse Anerkennung, so dass nament- 
lich seine Schule sehr besucht war. Marienbil- 
der von seiner Hand, zum Theil in Verbindung 
mit andern Heiligen, werden in mehreren Kir- 
chen Neapels erwähnt, als in S. Domenico mag- 
giore, Sta. Catarina, S. Agostino maggiore, Sta. 
Margarita, S. Polito, S. Pietro ad aram, zwei 
Bilder in S. Lorenzo, ferner in zwei Kirchen des 
Borgo di Chiaja, Sta Maria del Carmine und 
WS. Lionardo, so wie im erzbischöflichen Palaste. 
Die schönste Madonna war aber die auf einem 
Bilde in S. Gennaro (Dom), in derGlorie über 
den Kirchenvätern erscheinend, die im Streit 
über das Sakrament begriffen sind. Erhalten 
waren davon noch am Ende des vorigen Jahrh. 
die Gemälde in S. Lorenzo, S. Domenico, S. 
Caterina und im Dom. Von den noch vorhan- 
denen Bildern ist das bedeutendste eine Glorie 
von Engeln in einer Kapelle von S. Severino 
e Sosia, das ganz in Peruginds Weise gehalten 
ist. Von den Fresken, die er in mehrerenKirchen 
malte , war schon am Ende des vorigen Jahrh. 
nichts mehr übrig. Die bedeutendsten waren die 
in'S. Nicola. Diese gingen durch einen Brand 
zu Grunde; das Feuer verschonte nur eine 
von Silvestre Bruno oder Buono gemalte, aber 
von Amato retuschirte Madonna del Soccorso, 
die jedoch auch so beschädigt war, dass sie 
von seinem Neffen, dem jüngeren Giov. Ant. 
d'Amato, übermalt werden musste. Im vori- 
gen Jahrh. kannte man noch Fresken von 
ihm in S. Agostino und S. Carlo. Nach 
Grossi war er der erste neapolitanische Meister, 
der seine Werke zu vollenden, d. h. von der be- 
fangenen Weise der älteren Kunst sich zu be- 
freien wusste. 
Weltliche Bilder zu malen vermied er, und 
als er 1535 aufgefordert wurde, den zu Ehren 
Karls V. zu errichtenden Triumphbogen mit sei- 
nenGemälden zu zieren, lehnte er dies unter einem 
Vorwande ab, weil er keine mythologischen und 
namentlich keine halbnackten Figuren malen 
wollte, und schlug an seiner Stelle Sabatini 
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