Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598579
Amadori  Pomponio Amalteo. 587 
stcns Amadioii.  Von anderen Bauten, die er Amaltco. Pomponio Amalteo, Maler, 
ausgeführt hätte, ist nicht-die Rede. geb. 1505 zu San Vito in Friaul, i daselbst 1584. 
s. Gaye, Garteggio etc. II. 119. 172_ 180.489, Der Sohn eines Leonardo della Motta aus Por- 
196. 204. 206. 207. 217. denone und Schüler von Giovanni Antonio Por- 
' denone, scheint er von dem grossen Meister die 
Ainadori. Francesco (di Guido) Amadori Gewandtheit geerbtzu haben auf grossenFlächcn 
oder dellklämidore (Amatori), der langjährige Fresken mit Bravour zu malen. Er arbeitete 
Diener Michelangelds, seines Zeichens ein Bild- rasch und noch mit Geschick im J. 1583. 
hauer oder Steinmetz, der nach Bottari auch als Pomponiü Welcher der Zeit des Verfalls der 
Maler geschickt gewesen sein soll, wovon indess Kunst angehlm wurde Die zu größeren Arbeb 
Vasari nichts berichtet l" 1555 Er war von ten ausserhalb Friauls gerufen, und blieb des- 
Caste! Dumme unwelt UYWO gePumg, Schelm halb stets bei der Nachahmung des Pordenone. 
aber in letzterer Stadt seine Heimat gehabt zu Dabei zeigt er W01 die Fähigkeit guter Natur 
haben' da" Ihn Mlchelangelo kurzwgg Urblno auffassung aber wenig Originalität in der 
nalintm und kam zu Michelangelo lm_ J' 153m Komposition und noch weniger Feinheit in der 
glewh nach der Belageumg von F 101mm als Wiedergabe von Form und Ausdruck Seine 
dessen Schüler Antonio Mini nach Frankreich Fresken sind lebendi k   
   g, eck auf die Wand ge- 
gegangen WaL Er War seinem Herrn bls zu worfen skizzenhaft auch in derFarbe nicht ohne 
Seinem TQde. als? 2G Jahre 131118 J ein so treuer Reiz; dabei mit allerlei Pferden und sonstigen 
und Heft-hoher Dleneri dass Ihn Mwhelangem Thieren reichlich ausstafiirt. Seine Staifelei- 
"fit Väsafl beineriitb gleich 6199m Gefährten bilder sind dagegen häufig matt und flau und be- 
hielt, fur Ihn W16 für 56m6 Famlhe aufs Beste sonders schwach in der Vertheilung der Licht- 
faräw uäd  sßhäeäshäh das äuärdgiwhe tändj und Schattenmassen. Die grosse Eigenschaft, 
Das Dekret womit Papst Paul HI den DFram Bewegungen,wennnichtmit allerFoi-mbestimmt- 
cesco Amatori d'Urbinos zu dieser Stelle cr- 119mdoqhmltschwunäzuSchlkiermhatpompo" 
    nio nur in dem Maße eines Schülers gehabt, der 
nannte, ist bei Bottari abgedruckt. Wie grosse das Gcvcbene Wieder ibt Ohne dass sein Schaf; 
Stücke Michelangelo auf Seinen Diener hielt fcn aufcselbständigenälaturstudieii beruhte So 
gehläfaus Qeälbrühfndß; ärigfe hävori) ddrlileir fallt dem Beschauer mehr die Oberflächlichkeit 
an asari u er en o esse en eric :      
ulch habe ihn sechs und zwanzig Jahre gehabt des Nachahmens als die Kraftder Originalitatauf. 
und als trefflich und treu erfunden, und nun, Laut einer Ueberlieferung hat Pomponio mit 
da ich ihn reich gemacht und auf ihn als Stab Pordenone im J. 1520 im Dom zu Treviso ge- 
und Trost meines Alters gehofft, ist er mir da- arbeitet. Es werden dort in der Kapelle Broc- 
hin geschieden und mir keine andere Hoffnung cardi zwei Figuren von Heiligen (rechts und 
geblieben, als die, ihn im Paradiese wiedcrzu- links von Tizian's Verkündigung) gezeigt, die 
sehen etc." Michelangelo nahm sich ferner noch er gemalt haben soll. Doch wäre es merkwürdig, 
insbesondere des Sohnes des Amadori an, dessen wenn ein Jüngling von 15 Jahren solche Arbeit 
Pathe er war: er schrieb deswegen 1557 an des- liefern konnte. War Pomponio 1520 in Trcviso, 
sen Mutter Cornelia. Von dieser wissen wir so hatte er wol nichts anderes zu thun als die 
noch, dass der Herzog Guidobaldo II. von Ur- Farben des Meisters zu mischen; und hat er 
bino Bilder von ihr kaufte, welche ihr Mann ihr überhaupt in der Kapelle gemalt, so fallt diese 
hinterlassen hatte (vielleicht Werke Michelan- Thätigkcit in eine spätere Zeit. Weiterhin soll 
gelds). Pomponio in Belluno, um 1529, die grosse 
S_ vasari, 6,1 1,6 Monniey, X11 245  Bot- Notaren-Halle mitGegenständen aus derRömer- 
tari, Raccolta di Lettere etc. I. 8. 13. VI. gescliichte ausgeschmückt haben; doch lässt 
36-39-- (iaye, Cßrieggiß- II. 93-  Gua- sich kaum angeben, wegen des schlechten Zu- 
landi, Nlwvß Rßßßolw di Letters am 1- 43 f- standes, in dem die Bilder sich befinden, welcher 
x Entwickelungsperiode des Malers sie angehören. 
Amali. Paolo Amali, Architekt zu Rom, Schon vor 50 Jahren konnte lllantoani in einer 
nach dessen Zeichnung 1643 die dem Palazzo Lobrede auf Amalteo diese Fresken als fast 
Vcnezia zugekehrte Seite des Palastes Doria nicht mehr vorhanden beschreiben; und nur 
Pamtili in stattlichem Barockstil erbaut wurde. mit Hülfe der Inschriften auf Toller's Radirun- 
Auch sind nach seiner Zeichnung die Stuck-Ver- gen konnte man errathen, dass die vier grossen 
zierungen auf der Haupttreppe des Palastes aus- Kompositionen die Wasserprobe der Vestalin, 
geführt. Von dem Meister, dessen Tüchtigkeit die Katilinarische Verschwörung, und die Ur- 
innerhalb der Kunst der Zeit jener Bau bezeugt, theile, welche Brutus und Titus Manlius Torqua- 
hat sich sonst keine Kunde erhalten. tus an ihren Söhnen vollstrecken liessen, dar- 
S_ Tim, Ammaestramento d, Pittum am  stellten. Erst aus der Reihenfolge von Bildern, 
Nibby, Itiyiäi-aire ae Roms 1g34_ 1_ 31 die Pomponio 1533 und 1534 in San Vito und 
t Ceneda vollendete, kann man ersehen, wie es 
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