Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592986
Ableitner 
II 
Abondio. Es sind uns Nachrichten von vier 
Künstlern dieses Namens erhalten, von denen 
 zwei den Vornamen Antonio , zwei den Ales- 
lsandro tragen. Von je einem Antonio und je 
 einem Alessandro, und zwar jedesrnal dem Jün- 
 geren, haben wir beglaubigte und archivalische 
lKunde, während wir von den beiden anderen 
nur aus literarischen Quellen wissen und bloss 
von einem derselben noch vorhandene Werke 
nachweisen können. In jene Nachrichten Ord- 
nung zu bringen, sowie den richtigen Zusammen- 
hang der vier Künstler aufzufinden, ist bis jetzt 
nur annähernd möglich; doch lohnt es sich um 
lso mehr, die Untersuchung so weit als möglich 
Wzu führen, als Antonio Abondio der Jüngere 
einer der meisterhaftesten Medailleure des 16. 
J ahrh. und von seiner Hand eine Anzahl schöner 
Arbeiten erhalten ist.  
A n t 0 n i o A b 0 n di o, der Aeltere, Bildhauer. 
Von ihm berichtet Torre in seinem Ritratto di 
Milano (2. Ediz. 1714, p. 68), indem er ihn unter 
dem Namen Ascona anführt. Denn so hiess auch 
der in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. angesehene 
Meister von seinem Geburtsort Ascona am Lago 
maggiore. Franz I. von Frankreich liess von 
ihm für seinen Palast eine Venus und einen 
,Amor, deren Anmuth sehr gerühmt wurde, in 
 Marmor ausführen. In Mailand scheint der Künst- 
ller längere Zeit thätig gewesen zu sein, da er 
als nStatuarion der Kathedrale bezeichnet wird. 
Auch arbeitete er für die Kirche S. Maria bei 
S. Celso zwei Karyatiden (Termini) als Träger 
der Orgel, und ferner für die Fagade des präch- 
tigen Hauses von Leone Leoni, dem damals sehr 
angesehenen Goldschmiede und Medailleur, 
acht Kolossalstatuen von Stein. Nach Vasari 
(in seiner Biographie dieses Künstlers) waren es 
nur sechs, und zwar Sklaven auf Pfeilern, welche 
das Volk Omenoni nannte, wovon denn auch 
noch heute die Strasse ihren Namen hat. 
Antonio Abondio, der Jüngere, Medail- 
AN: AB. A. A. leur, aber auch, wie 
er in den Ausgabenverzeiehnissen des österrei- 
chischen Hofes genannt wird, wContrafetter und 
Malern, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. 
vornehmlich am Hofe Kaiser Rudolfs des Zwei- 
ten zu Prag beschäftigt. Seine mit den Mono- 
grammen AA und AN: AB bezeichneten Me- 
daillen waren schon lange Zeit geschätzt, ehe 
man auch nur den Namen des Meisters wusste; 
erst neuerdings ist von ihm und seinen Lebens- 
umständen durch archivalische Forschungen (s. 
unten die Quellenangabe) Näheres bekannt ge- 
worden.  
Ant. Abondio in Mailand. 
Der Künstler ist wohl, wie sich aus seinem 
von Martin Rota in Kupfer radirten Bildniss er- 
gibt, das die Inschrift trägt 1 uAIItOIIiIIS Abundus. 
A. F. Anno suae aetatis XXXVI. MDLXXIIII 
Martinus Rota fecitw, 1538 geboren. Das A. F. 
lien- Christi-Altar in der Kajetankirche stand, 
ist jetztxweder in der Kirche, noch in den De- 
pöts derselben; nur die vier in Holz gearbeiteten, 
kolossalen Evangelisten neben dem Choraltar- 
tische, der nach deutscher Sitte frei steht, wie 
die die beiden Oratoricn tragenden Engel, sind 
noch vorhanden. Diese Figuren sind tüchtig 
charakterisirt, die anatomischen Verhältnisse 
richtig und die Gewandung gut behandelt; nur 
hat der Künstler die Gestalten zu bewegt und 
pathetisch gehalten, auch fehlt es an der feineren 
Durchbildung der Form. Im bairischen National- 
museum befindet sich von diesem Meister ein 
schön gearbeitetes 14" hohes und 11" breites 
Relief des Pfalzgrafen Heinrich von Neuburg 
und seiner Gemahlin in braunem Holz, die Figu- 
ren 9" hoch, welches eine lebensvolle Auffas- 
sung der Charaktere nnd grosses technisches 
Geschick bekundet. 
s. Lip o w sky , bayrisches Künstlerlexicon. 
J. A. Kuhn. 
Ueber die Bildhauerfamilie Ableitner fin- 
den sich noch im Naglenschen Nachlasse einige 
nähere Angaben, deren Quelle sich aber nicht 
auffinden lässt und die wir (laher nicht verbür- 
gen können. Wenigstens haben die Nachsuchun- 
gen in den verschiedenen Archiven bis jetzt 
kein Resultat ergeben. Jene Notizen lauten: 
Balthasar Ableitner, geb. zu Miesbach 
in Oberbaiern 1613,  zu München 1705; Schüler 
des Christoph Angerniayer, 1652 zum Hofbilrl- 
hauer ernannt. Arbeiten für die Residenz, das 
Schleissheimer Schloss, die Herzog-Maxburg in 
München u. s. f. Von ihm auch und von Andreas 
Faistenberger die grossen Apostel in der Peters- 
kirche (jetzt vergoldet). 
Johann B lasius und Franz Ableitner, 
die Söhne des Vorigen, unterstüzten den Vater 
bei seinen späteren Arbeiten. Der erstere wurde 
nach dem Tode desselben Hofbildhauer. Von 
Nagler wahrscheinlich verwechselt mit dem alten 
Johann Ableitner.  
Franz Ableitner erlangte 1678 das Bür- 
gerrecht. Sein Hauptwerk: die Madonna über 
dem Portal des Bürgersaals in München. -,L 1728. 
J. illeyer. 
Nach Balthasar Ableitner gestochen: 
Max Emanuel, Kurfürst von Bayern zu Pferde,  
gest. von G. von Amling. F01. 
D u W. Schmidt. 
Abom. Johan Fredrik Abom, schwedischer 
Architekt u. Leiter des Oberbauamts in Stock-w 
holm, geb. 1817, hat eine Reihe ansehnlicher Pri- 
vathäuser, sowie das Theater am Södermalin ge- 
baut, das 1862 fertig geworden. Auch hat Abom 
die Pläne geliefert zu der Umgestaltung des 
Hauses des schwedischen Reichstags (1866) und 
zum Elementarschulhause zu Fahlun (1866). 
s. Oivilmatrikel för Sverige1859. . 
C. Eichhorn.
        

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