Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598423
57 2 Don Manual Alvarez  Don J osö Alvarez.  
Kloster der Inkarnation sechs bronzene En- 
gel, in der Pfarrkirche S. Sebastian von Sand 
Martin eine Flucht nach Aegypten in lebens- 
grossen Bildsäulen, so wie die Skulpturen der 
Kapelle der Mutter Gottes von Belen ausge- 
führt. Das Haus des Herzogs von Liria hatte von 
ihm eine Sphinx am Eingange. In Toledo ist 
von ihm ein Marmor-Medaillen mit der Mutter 
Gottes, welche dem hl. Ildefons das Messgewand 
anlegt, an dem Altar der Kapelle der Cononici 
in der Kathedrale, und eine Coneeption im Ora-i 
torium des erzbischöflichen Palastes. Für diel 
Kathedrale del Pilar in S a r a g o s s a verfertigte  
er drei Marmor-Medaillons mit Szenen aus dem 
Leben der Maria so wie die Statuen des hl. Hie- 
ronymus und eines heil. Bischofs in Stuck in der 
Marienkapelle; endlich zwei Jünglinge und zwei 
Kinder an dem Fenster. Für das Benediktiner- 
kloster S. Millom de la Cogulla verfertigte er 
eine Statue der Madonna del Rosario; für eine 
Kapelle des erzbischöflichen Palastes von Burgos 
in Villaluenga eine Statue des hl. Antonius; für 
Valle de Mena in Biscaya die hl. Maria Agyptiaea, 
die einem Hirten erscheint; für die Pfarrkirehe 
zu Chinchon eine Madonna del Rosario , für die 
Kirche zu Colmenar de Orejia einen hl. Anto- 
nius von Padua und für das ehemalige J esuiten- 
Collegium zu Cuenca einen hl. Ignaz von Loyola. 
s. Cean Bermudez, Dicc. 
Fr. W. Ungar. 
Alvarez. Don Luis Alvarez de Nava, 
spanischer Malerdilettant, Ritter des St. Jakobl 
ordens und Hauptmann der königl. Leibwache. 
Seine Begabung für die Malerei nicht minder als 
seine glänzende Stellung verschadten ihm am 
23. Dez. 1753 die Ernennung zum Mitgliede der 
Akademie von San Fernando. 
s. (Jean Bermudez, Dicc. 
P. Lefort. 
Alvarez. Don Jose Alvarez, der bedeu- 
tendste spanische Bildhauer der neueren Zeit, 
geb. zu Priego (Provinz Cordova) 1768, f zu Ma- 
drid gegen Ende 1827. Als der Sohn eines Stein- 
hauers war er zu demselben Gewerbe bestimmt; 
doch bekundete er früh grosses Geschick zum 
Zeichnen und verwandte darauf alle freie Zeit, 
die ihm seine harte Arbeit liess. In seinem 
zwanzigsten Jahre kam er an die Akademie zu 
Granada und zeichnete sich daselbst bald durch 
seine Tüchtigkeit im Modelliren aus. Sein erstes 
Werk von einigem Werth war die Darstellung 
eines Löwen, der eine Schlange zerreisst, für den 
ößentlichen Brunnen seines Geburtsortes; es 
verschaifte ihm die Gunst des Bischofs von Cor- 
dova, Don Antonio de Gongora, der ihn in sein 
Haus aufnahm und zum Mitglied der von ihm in 
Cordova gegründeten Akademie ernennen liess. 
Dort blieb A. bis zum J. 1794; er trat dann in die 
Akademie von S. Fernando zu Madrid, wo er bald 
unter allen seinen Genossen sich hervorthat. 
Nachdem er mit einem Basrelief (Ferdinand I. 
und seine Söhne tragen den Leichnam des hl. 
Isidor auf den Schultern in die Kirche S. Juan 
de Leon) den ersten Preis erhalten hatte, bewil- 
ligte ihm Karl IV. im J. 1799 eine Pension von 
12,000 Realen, zu seiner weitem Ausbildung in 
Paris und Rom. 
In Paris widmete er sich, ausser der Anatomie, 
insbesondere dem Studium der klassischen Vor- 
bilder; kurz zuvor hatte Choiseul Goufiier die 
Basreliefs des Parthenon von Konstantinopel 
nach Frankreich gebracht, und A. versuchte 
unter den Ersten nach diesen griechischen 
Mustern der modernen Plastik einen neuen Auf- 
schwung zu geben. Seine Statue des Ganymed, 
unter solchen Einflüssen 1804 für den Marques 
de Almenara vollendet (jetzt in der Akademie 
von S. Fernando zu Madrid), verschaffte ihm 
rasch unter den lebenden Bildhauern eine der 
ersten Stellen; der Maler David, dessen Urtheil 
damals Alles galt, soll sie für ein der Antike 
ebenbürtiges Werk erklärt haben. Dabei ist 
freilich nicht zu vergessen, dass Davids Auf- 
fassung der Antike eine sehr befangene und 
akademische war und jedenfalls der Kunst unter 
dem römischen Kaiserthum weit näher stand, 
als der griechischen. Auch Napoleon unter- 
stützte den zu Ansehen gekommenen spanischen 
Meister. Bezeichnend ist, dass bald darauf A. 
eine kolossale Statue des Achilles, der das tödt- 
liche Geschoss empfängt, in so grossem Maß- 
stabe modellirte, dass er kaum fertig sofort wie- 
der zusammenüel; man sah das Grosse doch 
auch in der Wucht der äusseren Verhältnisse. 
Da er zu seiner Pension einen Zuschuss eri 
halten, brach er nun nach Rom auf. Hier fiel 
ihm gleich eine bedeutende Bestellung zu; er 
hatte vier Basreliefs aus der griechischen und 
römischen Geschichte für den Palast des Quiri- 
nals auszuführen. Die Entwürfe fanden grossen 
Beifall, doch verhinderten die politischen Er- 
eignisse die Ausführung in Marmor. Manche 
andere Arbeiten entstanden dann in Rom, in 
denen der Künstler der Vollendung näher zu 
kommen sich unermüdlich zeigte. Das Beste 
darunter ist die Gruppe des Antilochus und 
M emnon (Antilochus vertheidigt seinen Vater 
Nester vor dem Angriff des Letzteren) 1818 mo- 
dellirt und später in Marmor für Ferdinand VII. 
in Spanien ausgeführt (jetzt im Museum zu Ma- 
drid). In demselben J. 1818 ernannte ihn der 
König zum Hofbildhauer; 1825 erhielt er neue 
Auszeichnungen, die Stellung des ersten Bild- 
hauers des Königs und, als er endlich 1826 nach 
Madrid zurückkehrte, den ehrenvollen Auftrag, 
aus allen Königlichen Sammlungen die schönsten 
Statuen auszuwählen, um sie in dem Museum 
des Prado vereinigt aufzustellen. Doch war die 
Zeit, die er aufs Neue im Vaterlande zubrachte, 
nur kurz, er starb schon im folgenden Jahre (die 
Erzählung von seiner Armut, welche man bis- 
(weilen antriift, ist ein Märchen). Von den drei 
 Söhnen, welche er hinterliess, zeigte derAelteste 
'als Bildhauer ebenfalls Talent, starb aber schon
        

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