Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598327
 562 Placidus Altmutter  Martin Altomonte. 
 
fort, kehrte aber von Heimweh getrieben schon im Chor der Stiftskirche auch sein Grabdenkmal 
nach zwei Jahren in seine Heimat zurück. Ein steht. A. war einer der gewandtesten Kirchen- 
spiiterer Aufenthalt in Wien bei dem Freiherrn maler seiner Zeit; seine Bilder haben eine ge- 
von Gasteller war noch kürzer. Er arbeitete wisse äusserliche Wirkung; doch sind seine 
meist in Tusch und Sepia, seltener in Oel, und Figuren ohne Leben. 
besass ein besonderes Geschick für die Darstel- Zu seinen Werken werden gerechnet: in 
lung volksthümlicher Szenen seines Heimatlan- Wilna die ihm zugeschriebenen Malereien in 
des. Eine ungeregelte Lebensweise war seiner der kath. St. Peterskirche der Vorstadt Antokol. 
Kunst nicht förderlich; er starb an den Folgen  In Warschau mehrere, nicht näher bezeich_ 
eines unglücklichen Sturzes über die Innbrücke nete Altarblätter der Hauptkirche; andere reli- 
bei SehWaZ in der Nacht giöse Bilder in der Galerie Chodkjewicz in L em- 
s. G. v. Wurzbach, Biograph. Lexikon XI. 353 berg, imSchlosse zu Podgorze- InWien: 
354.  Tiroler Künstlerlexikon. in der Belvedere Gallerie Susanna im Bade, 
K- WCiS-r- bezeichnet Mär. Altomonte fecit. Im Dome zu 
' Altomonte. MartinAltomonte, eigentlich Skt- Stephan Deckengemälde der äußeren S3;- 
Hohenberg, Maler; geb. 8. Mai 1657 zu Nea- kristei und dasAltarblatt am Skt. Johanns-Altar 
pel; i 14. Sept. 174a im Stifte Heiligcnkreuz in im Halintehor; in der Peterskirehe die Altar- 
Niederösterreich. Sein Vater Michael Hohenberg blätter: die hl. Familie und der hl. Michael; in 
war Bäcker in Tirol, seine Mutter Maria Anna der Karlskirche das Altarblattr Auferweckung 
stammte aus Bayern. Altomonte empüng den des Jünglinge von Nain; und in der Pfarrkirche 
ersten Kunstunterricht bei Giovanni B. Gaulli zu Skt. Leopold in der Leopoldstadt das Haupt- 
genanntBaciecio in Rom, wohin er in einem Alter altarblatt: der h. Leopold und drei Gemälde der 
vonlöJahrenkam. Nachdem erbeiGaulliöJahre Seitenaltäre.  In Skt. Pölten in der Dom- 
verblieben, besuchte A. die Schule des Carlo kirche ein Theil der Deckengemälde und die Al- 
Maratta und gleichzeitig auch die römische Ma- tarblätter: die h. Magdalena und das Geheim- 
lerakademie. Als im J. 1684 M. Avianus, Beicht- niss der Menschenerlösung.  In Linz in der 
vater des Königs Johann Sobieski von Polen, Alumnatskirche, Altarblatt: Christus am Kreuz; 
nach Rom kam und dort einen geschickten liIaler in der Kirche der Ursnlinerinnen das Hochaltar- 
für den Hof seines Fürsten suchte, wurde ihm blatt: die siebenEngelfürsten; in der Stadtpfarr- 
Altomonte von der Akademie empfohlen. Auf kirche die Fresken des Chores und in der Mino- 
der Rückreise nach Polen beredete Aviamls den riißilkirohe das Altarblatt: Marine Verkündi- 
Künstler seinen deutschen Namen Hohenberg gllng-  In Zwettl, Stiftskirche: das Haupt- 
in einen italienischen umzuwandeln, damit er älfßfbißiliä-  In Kfßmßmürlßter im Stifte die 
mehr Glück mit seinen Arbeiten mache, und so Reihenfolge der Habßburgor von Rudolf bis 
nahm er die italienische Uebersetzung seines Karl VI-  III S alzbllrg in der Spiißlkirßhe 
Namens an. In Warschau angekommen ernannte die Gemälde der Seitenaltäre.  In Prag in der 
König Johann III. Sobieski den Künstler zu sei- ehemaligen Theatinerkirche der Kleinseite ein 
nem Hofmaler und gab ihm den Auftrag, den hl. Andreas Avellinus und ein hl.Philippus Neri. 
Entsatz Wien'svon den Türken, wobei derKönig  In Oßdßnbdrg in der Michadißkirßhe ein 
eine so hervorragende Rolle gespielt hatte, zu Altarbldtii- In He llig 911 kr ellz in der Stifts- 
ms1en_ Als Gegenstügk führte er sodann das kirche die Gemälde der zehn Seitenaltäre.  
Bild: Hauptsturm aei- Türken auf die Löwel- In R ohrbach (Oberösterreich) Gemälde des 
bastei aus. Ein drittes Bild, Der polnische Land- Frduenauars-  InWilh ering (Oberdsierreißh) 
sag, begründete seinen Ruf in wsitsrsn Kreises sämmtliche Altäre der Kirche. Mit Letzteren 
Auch malte er für die Kirche der Karmeliter bei schloss er seine Künstlerthätigkeit als Kirchen- 
Lemb arg ein Altsrblstt des h1_ Martin, das maler ab.  In P e s t, Esterhazy-Gallerie: 
später in die Galerie Chodkjewicz daselbst kam. J 65118 erweckt einen Todten. 
Von dem polnischen Grossfeldherrn nach Li- s. Neue Realzeitung. Wien 1777 p. 413.  Seb_ 
thauen berufen, vermälte er sich dort mit Bar- Ciampi, Notizie di Medici, Maestri di Musica 
bara, der Tochter eines KOntl-Onors von Königs- etc. in Polonia e Polacchi in Italia. Lucca 1830. 
berg in Prcussen, kehrte aber bald wieder nach ä? ÜTG  z Hi? eilfßrz": Betrachtungen Über 
Warschau zurück." _Wiewol Axauch von dem lelvogzirzon ärzlli 115;": 
Nachfolger des Konigs Sobieski als Hofmaler K W  
bestätigt worden, ging er doch bald darauf nach  "83" 
Deutschland und kam 1703 nach Wien. Im J. a) Von ihm radirt: 
1707 wurde A. Mitglied der Zwei Jahre vorher Tobias den Fisch aus dem Wasser holend; rechts 
neu gegründeten Maler- und Bildhauerakademie der Engel, bei dem ein Ilündlein. Landschaft. 
und wirkte dort an der Seite des Direktors Peter Rechts auf ein. Stein die Bezeichnung. gr. qn. 4. 
Freih. von Strudel. Im J. 1720, wenige Jahre 
nach Auflösung der Akademie übersiedelte er b) Nach ihm gestochen; 
nach Linz. Seine letzten Lebensjahre verbrachte 1) HLJoseph, Halbflg, mit dem Jesuskinde. Gest. 
er als Laienbruder im Stifte Heiligenkreuz , wo von H- S P erlins- F01-
        

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