Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598286
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Altissimo 
wgptqniAltmann. 
(späteren Grossherzog) zu fertigen hatte. Vasari mälde und leitete Gemäldeversteigerungen in 
berichtet zwar, dass er in seiner Jugend viele Wien. 
Oelgemälde und gjnige Bildnigsg gemaght habß; s. AIIÖYOSGII III Naumanms Archiv. 1868 P. 80. 
doch hat sich davon, von ein paar unbedeutenden  3' 
Porträts abgesehen, nichts erhalten  ein Ver- Altmßllll- Karl Altmann, Gellfemalel" in 
lust, der schwerlich zu beklagen ist. Im Auftrage München geb. zu Feuchtwangen 1800, gest. zu 
des Herzogs begab sich Altissimo im Juli 1552 München 1861, stndirte von 1819-22 an der 
nach Como, um daselbst aus der sehr geschätzten Dresdener Akademie und wandte sich dann nach 
Porträtsammlung berühmter Männer, welche dem München, wo er fortan lebte. Als einer der frü- 
Gelehrten Paolo Giovio, damals Bischofe von hesten Realisten der Cornelianischen Periode 
Nocera, angehörte, eine Anzahl zu kopiren. Aus stand er dort in gutem Rufe, da er oberbayri- 
dem Briefwechsel des Malers mit dem Grossher- sches Volksleben nicht ohne Humor und poeti- 
zoge und seinem Sekretär Orist. Pagni erhellt, sehe Empfindung, wenn auch mit weit weniger 
dass er den 8. Aug. 1553 24 dieser Kopien nach malerisehem Talente als Biirkel schildert, dem 
Florenz sandte und am 7. Juli 1554 weitere 26 er sich durchaus nähert, ohne ihn je zu erreichen. 
vollendet hatte, nachdem ihn der Grossherzog Er bleibt dabei immer kühl, mager und bunt in 
ermuntert hatte fortzufahren und fernerhin die der Wirkung, zeichnet unbehülflieh, komponirt 
berühmtesten Männer auszusuchen. Solche Be- aberkcineswegs ohneTalent.Auchihmschwebte, 
stellungen gab man natürlich nur einem niit- wie Bürkel, Philipp Wouverinan alsVorbild vor, 
telmässigen Maler; und im Uebrigen scheint dessen grösste künstlerische Eigenschaften aber 
Altissimo ohne Arbeit und ohne Verdienst ge- keiner ganz verstand, so wenig als die Zeit 
Wesen zu sein, da er an den Herzog zum Oefteren überhaupt. Schmuggler, Wildschützen, ländliche 
wahre Bettelbriefe schreibt. Seine ganze Familie Feste u. dgl. waren die Stoffe, die ihm am Besten 
sei in Noth, er selber im äussersten Elend und gelangen. Im Gedäehtniss der Zeitgenossen ist 
vom Fieber verzehrt: so jammert er bald dem ein Bild von Schatzgräbern am meisten haften 
Herzog, bald seinem Sekretär vor. An jener geblieben, weil es sehr hübsch erfunden war. 
Sammlung von Kopien scheint er noch lange ge- Leider hat sich keine einzige der bedcutenderen 
arbeitet zu haben; als Ippolita Gonzaga 1564 den Arbeiten des durch seine naive Originalität und 
Maler Bernardino Campi ebenfalls nach Como Gutmüthigkeit allgemein beliebten Künstlers in 
sandte, um eine Anzahl jener Bildnisse zu kopi- München erhalten. 
ren, fand dieser den Altissimo mit seiner Arbeit FT- Pächt- 
noch immer beschäftigt. Vasari spricht von über Von ihm radirt: 
280 Porträts; doch können darunter solche von Wilddiebe im Keller beim Wirthe. C. Altmann 
anderer Hand gewesen sein, da die Sammlung 1831. kl. qu. 4. 
fortwährend vermehrt wurde. In diesen Bild-  
nissen, welche noch heute in den Gängen der NaFh Ihm gestocheni 
Ufiizien zu Florenz aufgestellt sind, erscheint waldkaPene mlt Stafffge- Nach elmäßelskizze 
Altissimo als ein roher handwerksmässiger und W- Altmann 1850 im Album des Fonlgs Lud" 
   ' wig I. In Stahl radirt von F. Wurthle. 4. 
frostiger Maler; freilich war es auch Duzendar- 6_ Jahrg 1860_ 
beit. Doch scheint er in eigenen Werken ebenso Ob diese beiden BIL von Karl Altmaun hep 
gering gewesen zu Sein? 315 SOWQI V03 ihm Wie rühren, können wir nicht mit Bestimmtheit 
von Bernardino Gampi Ippolita Gonzaga ihr sagen, doch ist es wahrscheinlich (wenn nicht 
Bildniss malen liess, musste A. mit dem seinigen das letztere Mßh Anton Altmanll  
zurückstehen. W. Schmidt. 
s. Vasari, ed. Le Monnier X111. 173.- Bal- Altmann. Anton Altinann, Maler, geb. zu 
dinucci, Opere. Milano 1808. VII. 569.  Wien den 4.Juni1808. Sein Grossvater Joseph 
Gaye, Cßfiegäio etß- H- 389 f- 401 f- 412 f-  malte heilige u. histor. Darstellungen für Kir- 
Gual andi, Lettere Pittoriche I. 371. chen und Klöster; seinvater Antobn, geh 1777 
zu Datschitz in Mähren, war Landschaftsmaler 
Nach ihm 89309119111 zumeist inLeimfarben für die Salons derReichen, 
l] Clarice Ridolii-Altoviti. Gez. von M. Orsi, gcst. 1:111 Wien (I. Z6. Febr. 1818. Der Sohn bildete 
von V. Benuc ci. 4. In L. Bardi, Galleria Pitti. sich an der Wiener Akademie als Landschafts- 
2) Ignota di Casa Ruine. Gez. von Frassiiletti, maler aus, ging 1829 als Zeichnungslehrer zum 
8651- von L- Ü am P an ti 00. 4- Ebenda Grafen Apponyi nach Ungarn, verliess aber schon 
i? ein Jahr später den Posten und stellte ein grösse- 
Altmaun. J es e p h A l tm a nn, Landschafts- res Oelbild in Wien aus. Seit dieser Zeit widmete 
maler, geb. zu Wien 1795, 1- daselbst den 8. Juni er sich ununterbrochen der Landschaft, wozu er 
1867. Er bildete sich an der Wiener Akademie die Motive in dem östreiehischen Hoch- und 
unter Mössmer und Janseha und malte Land- Flachlande aufsuchte. Seine Bilder sind grossen- 
schaften in Oel und Aquarell, die Beifall ge- theilssehr sorgfältigausgeführtundzeichnensich 
funden haben sollen, beschäftigte sich aber durch Wahrheit und Empündung aus. Vorzüg- 
später vorzüglich mit dem Restauriren alter Ge- lieh sind sein Baumschlag, seine Pdanzen und
        

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