Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598130
Albrecht Altdorfer.  543 
angeeignet haben. Jedenfalls aber erfreute er wegfällt, etwas Anderes vorzustellen, als die 
sich keiner längern Unterweisung des grossen Natur sie erscheinen lässt. 
Stechers , denn er kam bereits im J. 1505 nach Es ist eine offene Frage, wie lange eigentlich 
Regensburg, und seine mit den frühesten Daten A. den Grabstichel geführt. Wie schon bemerkt, 
150611. 1507 bezeichneten Blätter sind nochwenig können wir den Anfang dieser Thätigkeit wol 
geschickt, so dass keinesfalls eine irgendwie be- kaum lange vor 1506 setzen. Jahreszahlen auf 
trächtliche Thätigkeit im Stechen früher fallt. Altdorfefs Blättern finden sich nicht viele, drei- 
Bartsch freilich hatte die auf dcmgrossen Fahnen- mal 1506, zweimal 1507, einmal 1508 (wenn näm- 
träger 110.61 stehende Jahreszahl1500 gelesen, lieh der gfoggß Fahnenträger diese Zahl trägt), 
dasistaberunmöglich.Leidersinddiebeidenletz- einmal 1510 (zweimal, wenn auf dem eben ge- 
tern Zidern nicht deutlieh , Vielleicht 1508 oder nannten Bl. dieses Jahr beabsichtigt war), zwei- 
auch 1510, in welch letzterm Falle das Blatt mit mal 1511, einmal 1519 u_ 1521, während A_ doch 
demTrommler No. 59 aus einem Jahre stammte. bis 1538 lebte. Ein Blatt allerdings kann nicht 
Die Jahreszahl auf No.23 istebenfalls nicht 1501 vor 1523 faden, nämiich das Bildniss Luthel-rs, 
sondern 1511. Die frühesten Versuche unseres No. 72, wenn es nämlich, wie nicht unmöglich, 
Künstlers scheinen ein paar sehr seltene Halb- eine Kopie nach der kräftigen Radirung von 
{iguren N0. 64, 65, 66 u. wol auch 69, das ich Daniel Hopfer ist, welche die Jahreszahl 1523 
bloss in einer Durchzeichnung gesehen habe. trägt oder vielmehr (wie uns Drugulin mittheilt), 
Diese B11. verrathen noch ein grosses Ungeschick gleich diesem Blatt, eine gegenseitige Kopie nach 
und sind wol nicht lange vor 1506 entstanden. einem 1521 datirten Stiche von L. Cranach, der 
A. kann also kaum einer längern Unterweisung später-hin auch noch von Andern kopirt worden 
Diirers im Kupferstiche sich erfreut haben. ist. Heller freilich hatte behauptet, Altdorfefs 
Altdorfer hat sich als Kupferstecher in den Bl. sei der erste mit Luthers Bildniss erschie- 
mannigfachsten Gebieten, Weiche damais behan- ncne Kupferstich, da doch Cranach schon vorher 
den zu werden piiegten, vei-suchi; Seine 131i aus ausscr jenem noch zwei andere Stiche nach Lu- 
dem alten Testamente und der Profangeschichte ther 8611619111 Das Porträt des Reformatürs 86' 
sind indessen nicht zahlreich. Das Verhältniss  zu (13111 Schwächsten, W315 A- 1161?- 
der hl. Jungfrau zu dem kleinen Jesus hat er Vßrgebmßht- Es 151 1111113 und 1911105 1110119111115, 
neunmal dargestellt, worunter ein Hauptblatt Was 51011 ganz 111811011 111113115 91115111, dass 61' ein 
N0. 11; besonders schön ist" auch Nd 7_ Die fremdes Blatt kopirte; mit um so feineren Sti- 
Passionsgeschichte hat ihn zu dreiB11. angeregt, C1161 2111611111185 1st (1111 UmY-hhmuhg ausgeführt, 
von denen das kleine (N0. 17) und das grosse (116 111 1191" 13311111111111115 11111 (10111 01111111161111111. 
(No. 18) Kruzifix zu den schönsten Erzeugnissen NO- 74 ghosifre Venvahdtshhäft hüt- Wäfß frei- 
seines Stichels gehören; auf dem letztern B1. 11011 11131" 11191110 Fßhhehhhgßr, N0- 50, (S- das 
bringen die Lichtwirkung des Himmels und der Nähere 1m VßFZ-l" (1118 B11ÖQ1SS des J. W. Kross 
Baumgruppe des Hintergrundes eine ganz eigen- V0111 J- 1535, S0 1111111911 W11 C1119 1198111111118159 T1111- 
thümliehe Stimmung bei-VW Heilige hat Cl- sie- tigkeit Altdorfefs im eigentlichen Stiche noch 
benmal dargestellt; besonders hervorzuheben alle spätester Lebenszeit; aber diese Angabe ist 
darunter die beiden B11. mit dem hLHieronymus ohne Zweifel gänzlich aus der Luft gegriffen. 
N0. 21 u. 22, das erstere durch den schönen Aus- Uebrigens mag ein oder das andere Blatt aus des 
blick in die Landschaft und den Himmel, das 11116181818 letzter Zeit herrühren, aber wir glauben 
letztere durch die eigenthümliche Auffassung des 1110111? fßh1 Zu gehen, Wehh W11 die Hauptrnasse 
schreitenden Heiligen bemcrkenswerth. Verhält- 6116361 11111 (19111 31101161 ausgeführten 1311- in Alt- 
nissmässig zahlreich sind seine Darstellungen 601'161"? frühere Zeit versetzen. 
aus dem antiken Götterkreise; jedoch muss man Anders aber möchte es mit den Radirungen 
sich gestehen, dass gerade auf diesem Felde, wo stehen; sie scheinen in die spätere Zeit des Künst- 
wir an die durchgebildcten nackten Gestalten lers zu fallen. Dass vielleicht Ueberhäufung 
der Antike gewöhnt sind, seine Kunst am wcnig- mit andern Geschäften ihn dem Stiche entzogen 
sten zu befriedigen weiss. Blätter wie N0. 20 und ihn zum leichtem Aetzen greifen liessen, 
(ganz besonders hässlich), 30, 31, 34 etc. sind im könnte man vermuthen, Jedoch hegt nichts Be- 
höchsten Grade widerstrebend; N0. 35, das Ur- stimmtes darüber vor. Nach Ottley (Notices) hat 
theil des Paris, erfreut wenigstens noch durch er einen stehenden Krieger geätzt (No. 57). 
die märchenhafte Stimmung, ganz ähnlich der- Ausserdem die beiden Ansichten der Synagoge 
jenigen, welche Cranach's mythologische Bilder (No. 70 u. 71) 111111 11111111 V01" Ahßm 61116 Reihe 
hervorzurufen pflegen; wer freilich eine Verkör- von Gefässcn und Landschaften. Die Synago- 
perung des griechischen Schönheitsideales darin genblätter sind vom J. 1519, als diese abgerissen 
suchen wollte, würde sich arg getäuscht finden. wurde; sie bekunden noch eine gewisse Härte 
Zu Altdorfefs ansprechendsten Erzeugnissen und Ungewandtheit. Die Gefässe (No. 79-101) 
gehören unstreitig seine Genrestüeke, wie die sind zum Theil in recht geschinackvollenRenais- 
Krieger, der Geigenspieler, No. 62, der auf dem sanceformen, worunter sich aber auch viel Will- 
Silßin sitzende 111211111, 110-53, da bei diesen rein kiirliches, Spätgothisches drängt; sie sind ge- 
aus dem Leben gegriffenen Figuren derAnspruch wandt radirt. Die moderne Wiedergabe des
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.