Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598111
Albrecht Altdorfer. 541 
auf. Besser wäre es allerdings gewesen, hätte handelt ist. Vom J. 1510 soll auch nach der 
er sich zu freierer Bewegung seiner Figuren auf- Meinung des Eigenthiimers Hn. Fr. Lippmann 
schwingen können; diese pflegen eckig zu sein, in Wien die Ruhe der hl. Familie an einem 
und es gelingt ihm keine schwungvolle, mit Renaissancebrunnen herrühren; früher aller- 
grossem Stile durchgeführte Komposition. Es dings hatte man die Jahreszahl immer 1540 ge- 
ist demnach begreiflich, dass ihm grössere Ge- lesen. Wir haben leider dieses Gemälde, das 
mälde weniger gelingen, als kleine Kabinetsbil- ein Hauptwerk des Meisters zu sein scheint, 
der; was bei jenen auffällt, verwandelt sich bei nicht gesehen, und wagen auch keine Entschei- 
diesen manchmal in ergötzlichen, wenn auch dung darüber, ob Monogr. und Jahreszahl nicht 
nicht beabsichtigten, Humor, und die zierliche einte Später darauf gesetzt. wurden; gibt es ja 
Durchführung" des Beiwerkes, der Architektur auf ganz ächten Bildern unächte Bezeichnungen, 
und der Landschaft lassen schnell den Künstler Oft Sehen eile gnnz früher Zeit- Der Werk ist 
von der liebenswiirdigsten Seite erscheinen. Veni Meier deriiilnnlelelrönigin geweiht, die eueh 
Die Anzahl der Bilder, welehe wir von ihm A. sonst verherrlicht hat; wir erinnern z.B. nur 
nachweisen können, ist leider sehr gering. Dass an die betreffenden Kupfcrstiche u. Holzschnitte, 
er viel gemalt habe, ist überhaupt nicht anzu- ferner nn die Geburt liiurinie in der Augiibur" 
nehmen, weil er seine Bilder mit solchem Fleisse ß" er Gnieri e, ein Werk, den, QhWOl des Üftlleil 
vollendete und noch ausserdem eine nicht unbe- Wegen der hehen Steile erSehWert ist, Sehr Ver- 
deutende Anzahl von Kupferstichen und Holz- fvnhrieet nufiein Seheint- Die Arehitektur Spielt 
schnitten geliefert hat; zudem war er ja auch, in_.leneni Bude eine Hiiuptrelle- Maria mit dem 
wie wir wissen, als Architekt thätig. Das mit Kind unter einer Priiehtigen Heile bewahrt die 
der frühesten Jahreszahl 1506 bezeichnete Bild, Pierririrehe zu Auiiiuu e en bei Reg enebiirg- 
ein Christus am Kreuz auf der Burg zu Niirn- Marie in der Enäeiegierie init dein Killde auf 
berg , ist von schöner Komposition und ergrei- Weihen Sitzend inider M iine h en er Pin ekO- 
fendem Ausdruck. Ein Henkerskneeht ist an thek ist inehr Wegen der Sehiiiien Lundeehä-ft 
einer Leiter am Kreuze hinaufgestiegen und darunter anziehend; auf der Rückseite findet 
steht im Begriffe, dem Christus die Beine zu Sieh den Motiv dei' glühenden Beieuehtung der 
zerschlag-QIL 1m Vordergrund die Gruppe der tlefstehenden Sonne, welches auch dem Bilde, 
klagenden Frauen mit Johannes, im Mittelgrund der hl. Quirlnus von zwei Frauen und einem 
der Streit um Christi Kleider, im Hintergrund Manne aus dein Wunder gezogen, iu der Merli- 
Landschaft, am Himmel Gewitter. Die Bäume iinPeiie in Nürnberg, eine ganz Phnntuntieehe 
und Gräser im Vordergrund sind mit besonderer Wirkung Verieiht. Aueh euf der heriihulten 
Liebe ausgeführt. Dann folgt das kleine Dop- Alexßnßieiseiliaßilt, Wovon Später, findet sich 
pelbdd im B erliner Museum von 1597 7 die dasselbe. Eln Hauptwerk unsers Malers aber ist 
hh. Franziskus und Dominikus darstellend, das der grnese Alter in Augsburg, Christus ein Kreuz 
übrigens von keiner Bedeutung ist Der frühem in der Mitte, auf den Flügeln die beiden Schächer, 
Zeit Altdorfel-"s gehören vielleicht auch die Be- auf den Riiekseiten die Verkündigung iiinriä- ES 
weinung Christi in der Münchner Pin ako- Wurde iln J- 1517 iiiir die Reiiiingerieehe Familie 
thek an , die früher als unbekannt in Schleiss- zu Augsburg Seiiiuit; Die Komposition iSß Steif, 
heim war und von mir in der Zeitschr. für bil- und die Figuren, Wie es bei A- überhaupt der 
dende Kunst (n. 245) zuerst unserem Maler zu- Fniiu Ohne eehWungVeiie Bewegung, aber die 
geschrieben wurde, ferner dieVerklärungChristi kräftige, Wenneueh bunte Farbe, die iieinnige 
auf dem Berge Tabor im Besitz des Hrn. De- Ausiiuhrung  die tiefe Einliiindilng der hl- Per- 
v eley in München (in der Ausstellung älterer sonen und die trefflichen Bildnissköpfe weisen 
Gemälde zu München, 1869 No. 76), die indessen dem Altar unter den altdeutschen Bildern einen 
durch die ungeschickte Komposition nicht zu iinhen Rang un- 0b, Wie nien Verniiithet hat 
den glücklichsten Bildern des llieisters gehört. (vsl- lllarssralr, Katalog der k- Gemäldegalerie 
Eines der eigenthiimlichsten jedoch ist das kleine zu Augsburg 1359 P- 23), A- eeihet in dein Manne 
erst kürzlich in die Pinakothek versetzte Bild niit dein Schwarzen Munieiiuuk und der Haube 
mit dem Buchenwald und dem Ausblick rechts links ein Runde zu erifeuuen "fit muus dahin ge" 
auf Waldiges Bergland; im Vordergrund der h1_ stellt bleiben. Das nachstdatlrte mlr bekannte 
Georg den Drachen tödtend; es ist mit dem Bild ist die Geschichte der hl.__Susanna vom J. 
Monogr. u. 1510 bezeichnet. Der gelbe Ton des- 1526 i" der iiinakiiiihek zu Blümchen wegen 
selben ist einem dicken Firniss zuzuschreiben. der Bunthfiit und Harte um? der Heissigen Aus" 
Die gleichzeitig in die Pinakothek gebrachte fiihwng nicht besonders anziehend" 
Landschaft mit der Fichte und der Birke ist Vom J. 1529 stammt das berühmte Hauptwerk 
nicht von A. ; dieser pflegt in derartigen kleinen des Meisters, die Schlacht zwischen Alexander 
Bildern schärfer zu zeichnen und zu malen. Das und Darius , auf Bestellung des Herzog's Wil- 
Bild gehört einem jiingern Maler an, vielleicht helm IV. von Bayern gemalt. A. nahm hier alle 
dem M. Ostendorfer, dessen Landschaft auf dem seine Kunst zusammen, um den hohen Besteller 
Bildnisse eines Prälaten in der Sammlung des zu befriedigen und hat auch die andern Maler, 
histor. Vereines zu Regensburg ganz ähnlich be- welche für den Herzog kriegerische Szenen zu
        

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