Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598060
Yä 
 Altarwa.  Albrecht Altdorfer.  
Altarwa. Altarwa, spanischer Maler im" 
Beginne des 19. Jahrh. Auf folgendem Stiche 
steht dieser Name, der jedoch wol nicht ganz 
richtig gegeben ist. 
Ferdinand VII., König von Spanien. Peint par 
Altarwa. Grave par Chaponier. 4. 
W. Schmidt. 
Altdorfer. Albrecht Altdorfer (Altorf- 
 fer), Maler, Knpfersteeher, 
m E ü Zeichner für den Formschnitt 
und Baumeister zu Regens- 
burg, geb. um 1480,  1538. 
I. Sein Leben. 
Ueber sein Leben sind bisher nur äusserst 
dürftige und zudem meist unverlässige Nach- 
richten überliefert. Nicht einmal sein Geburts- 
jahr lässt sich mit Bestimmtheit bezeichnen. 
Doch muss dieses jedenfalls vor 1480 fallen, 
da A. im J. 1505 das Bürgerrecht in der freien 
Reichsstadt Regensburg erwarb, also damals 
schon das hiezu unbedingt erforderliche vmann- 
bare Altern von 25 Jahren erreicht hatte. Nach 
dem Wappen zu schliesscn, Welches sich (laut 
Aussage der Geschichtsforscher Gandershofer 
und Schuegraf) auf seinem Grabstein befunden 
haben soll, gehörte er der zu Landshut (auch zu 
Regensburg und Abensberg etc.) ansässigen 
Rathsfamilie der Altdorfer an , die den dreifar- 
bigeu vSchneckexischnittK im Schilde und im 
Fluge auf dem Helme fiihrte. Was für eine Be- 
wandtniss es übrigens mit dem zweiten Wappen 
hat, das ihm sonst auch noch beigelegt wird, 
lässt sich zur Zeit nicht bestimmt erkennen. Die- 
ses zweite vAltdorfefsche Wappens zeigt einen 
vvon Silber und Roth schräggeviertcten Schild, 
mit einem grossen Ring und in der Mitte eine 
Blume (mit vier herzförmigen Blättern, ohne 
Saamen) , Alles in versetzten Tinkturen". (s. Sieb- 
machefs Wappenbuch. v. N0. 226). 
Unermittelt sind bis jetzt auch seine Eltern. 
Gewöhnlich gilt vVlrich Altorlfer der maleru, 
welcher 1478 zu Regensburg sBurgerreeht ge- 
sworen hatc, als sein Vater. Doch ist dies nur 
eine willkürliche Annahme. Bekanntlich war 
dieser Ulrich Altoriifer so arm, dass er im J. 1499, 
als er Erlaubniss erhielt von Regensburg abzu- 
ziehen und auf sein Biirgcrrecht zu verzichten, 
nicht die Gebühr von 10 Pfennigen zu zahlen 
vermochte, was er eidlich bekräftigen musste. 
Albrecht Altdorfer dagegen kam 1505 von 
Amberg (wie der Chronist Gumpelzhaimer be- 
richtet) nach Regensburg, woselbst er Bürger 
wurde und Pflicht that am vPliutztag (Donners- 
wg) nach Judica mit 2 {in Obgleich ursprüng- 
lich in Folge knapper Vermögensverhältnisse 
wol auf förmlichen Broderwerb angewiesen und 
zu mancher Arbeit gezwungen, die heutzutage 
nur dem Handwerker zusteht, wusste A. sich in 
verhältnissmässig kurzer Zeit, namentlich seit- 
dem er den für ihn besonders günstigen Boden 
der alten Reichsstadt Regensburg betreten, in 
behagliche und ehrenvolle Verhältnisse empor- 
zubringcn. Schon drei Jahre nach seiner Ueber- 
siedelung, 1508, tritt er als siegelmässiger Bür- 
ger auf. Im J. 1509 steuerte der Rath von Re- 
gensburg zu einem im Chore der "Kirche St. Pe- 
tem aufgestellten Gemälde von seiner Hand den 
Betrag von 10 Gulden (eine für die Zeit nicht 
unbedeutende Summe) bei,  ein Beweis, dass 
er sich schon damals Geltung in seiner neuen 
Heimat verschafft hatte. Aber auch an Geld- 
mitteln kann er bald keinen Mangel mehr ge- 
habt haben, da er im J. 1513 eine veigene Be- 
hausung sammt Thurm und Hofstatt am St. Veits- 
baoh bei den Augustiuern in Regensburgn von 
einem Bürger Namens Georg Regenfuss zu kau- 
fen vermochte, die noch heutzutage fast im nam- 
lichen Zustande (mit Ausnahme der modernisir- 
ten Fassade) erhalten ist und daselbst zu den 
stattlichsten Wohnhäusern zählt. Sie führt zur 
Zeit die Bezeichnung E. 157 (in der oberen Bach- 
gasse). In mehreren älteren Monographien von 
Regensburg wird das Haus C. 106 als das vAlt- 
dorfer Haus", aber vollkommen grundlos, ange- 
geben. Das wirkliche Wohnhaus des Meisters 
war sicher kein anderes als E. 157. Als Nach- 
bar Altdorfens wird n Eimlich nHerr Urban Trunkln 
angeführt, dessen Haus (E. 158) später durch 
Erbschaft an die Adelsfamilie von Präekendorif 
fiel, deren Wappen noch in der Flur des erwähn- 
lten Hauses an einer Säule zu sehen ist. Auch 
list der Grundzins, den das Hans E. 157 nach 
St. Peter in den Dom zu leisten hatte, ein un- 
lfehlbarer Anhaltspunkt. A. war bei dem An- 
kaufe bereits verheiratet und hatte vermuthlich 
durch seine Frau, die in dem Kaufbriefe gleich- 
falls erwlihnt wird, die nöthigen Mittel dazu er- 
halten. Es muss ihm dieses Eigenthum beson- 
ders lieb gewesen sein, da er es bis zu seinem 
Tode im Besitz behielt, während er ein später 
erworbenes Haus nach mehreren Jahren wieder 
veräusscrte.  Weitere Nachricht von dem Mei- 
ster findet sich erst wieder im J. 1517. In die- 
sem Jahre malte "Meister Albrechts einen Vor- 
hang zum nHeiligthuni-Stuhlu, der bei der feier- 
lichen vHeilthumsweisnngw (irämlich bei der Aus- 
stellung von Reliquien) gebraucht werden sollte. 
Im folgenden Jahre (1518) erwarb er vom sHerrn 
{Heinrich Ebran zu Wildenburg und Magdalena 
idcssen Hausfrau", eine zweite Behausung nebst 
Hofstatt und Giirtlein, welche am Eck vim Spie- 
geln zu Regensburg, gegenüber dem Hause der 
Ursula Venedigerin gelegen war, nämlich das 
Haus G. 101 in der Spiegelgasse. Aus dem Kauf- 
 vertrage erhellt, dass seine Hausfrau Anna hiess, 
doch ist der Familienname nicht angegeben und 
überhaupt unbekannt geblieben. A. behielt dieses 
Haus nur bis 1522, in welchem Jahre er es wieder 
an Sigmund Steflinger um 48 Gulden und um ein 
halb Pfund Regensburger Pfennige verkaufte. 
Besonders denkwiirdig war für Altdorfer das 
Jahr 1519, in welchem er, als Mitglied des aus- 
seren Rathes zu Regensburg, der dortigen J u-
        

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