Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598059
Rudolph Alt  Altamura. 535 
9) Generalansicht von Wien mit 12 Randansichten 
der Umgebungen. Fol. 
10) Die innere Stadt Wien mit 10 Randansichten. Fol. 
11) Wien. Album der schönsten Ansichten, lithogr. 
von Sandmann. 34 Bll. Wien 1842-47. 12. 
12] Reise von Gloggnitz nach Graz. Wien 1840. 12. 
13) Wiens Plätze und Umgebungen. S. Jakob Alt 
a) N0. 9. 
Ausserdem sind zum grossen Theil nach seinen 
Zeichnungen : 
14) Panorama der österreichischen Monarchie. Stahl- 
stiche. Pest 1833-1842. 
15] Wien und seine nächsten Umgebungen, Stahl- 
stiehe mit histoim-topograph. Text. NVien 1846. 
Lex. 8. 
16] Malerische Ansichten aus Oesterreich, lithogr. 
von Sandmann und Gerstnieicr. Wien 1842 
-1SÖO. 
1T) Die Donau von ihrem Ursprungs bis Pesth. Von 
J. G. Kohl. Mit 24 Stahlst. nach R. Alt. Nebst 
Text. Triest, Oesterreich. Lloyd 1853. Roy. 4. 
18] Chromolith. B11 in: Egypte. Scenes de voyage 
en Orient. Dessinees per L o uis L iba y. Wien 
1859. gr. F01. 
B. Bucher und Otto lilündler. 
Franz Alt, Landschafter und Aquarellist. 
Als jüngerer Sohn von Jakob Alt 1821 in Wien 
geb. machte er den gleichen Bildungsgang durch 
wie sein Bruder Rudolf und wählte verwandte 
Steife ohne Jenen zu erreichen. Die Belvedere- 
Galerie besitzt ein Oelgemalde von ihm: Partie 
am Canal grande. Lebt in Wien und auf Reisen 
(in Russland u. s.  
B. Bucher. 
Alt. Theodor Alt, Genremaler, geb. den 
23. Juni 1846 zu Döhlau bei Hof. Er machte 
seine ersten Studien in Nürnberg unter Krelingds 
Leitung, besuchte dann die Münchner Akade- 
mie, wo er sich der Rambergschen Schule an- 
schloss, welcher er noch angehört. Seinem ersten 
nMutterglüeka betitelten Bilde, welches auf der 
Münchner Ausstellung von 1869 durch glück- 
liche Komposition, feine Naturempiindung und 
kühle harmonische Färbung viel versprach, hat 
er seitdem mehrere ähnliche, modernes Leben 
genreartig behandelnde Werke folgen lassen, die 
bei geistreicher Freiheit des Pinsels auch viel 
Kompositionstalent zeigten. 
Fr. Pacht. 
Altamonti, fälschlich für Martin A1 t o m o n t e, 
s. diesen. 
Altamnra. Saverio Altamura, einer der 
angesehensten italienischen Maler der Neuzeit, 
geb. 1824 zu Foggia in der Capitanata. In sei- 
nem 18. Jahre kam er nach Neapel, um daselbst 
die Arzneikunst zu studiren. Eines Tages aber,  
wie er selbst erzählt, nachdem er schon lange 
den Gedanken mit sich umgetragen Maler zu 
werden, ging er geradezu in die Akademie der 
bildenden Künste statt auf die Universität und 
begann dort sein Studium. Er lernte damals 
Domenico Morelli kennen, der, schon weiter 
vorgerückt, ihn anleitete, und erfuhr zugleich 
die Einflüsse der in Neapel thätigen Künst- 
ler Guerra, Postiglione und Miehele. Im J. 1848 
erhielt er mit Morelli den Preis, der ihm die 
Mittel zu seiner weiteren Ausbildung in Rom 
sicherte; doch konnte er keinen Gebrauch da- 
von machen, da ihn die politischen Verhältnisse 
im J. 1850 nach Florenz trieben , wo er seitdem 
zumeist seine Kunst übte. Seine ersten dort 
ausgestellten Gemälde zeigten eine übertriebene 
Anwendung warmer Töne, die damals überhaupt 
bei den italienischen Malern beliebt War. Doch 
Einderte er bald ganz und gar seine Färbung, 
indem er jene Malerei in einem feinen gebroche- 
nen Grau annahm, die in den fünfziger Jahren 
nach französischem Vorgange unter den begab- 
teren Malern Italiens sich verbreitete. Sein 
erstes Werk dieser Art stellte in drei Abthei- 
lungen die Hochzeit und das Leichenbegängniss 
des Messer Buondelmonte vor (oder den Ursprung 
der Guelfen und Ghibellinen in Florenz; im Be- 
sitz des Fürsten Stagliano Oolonna zu Neapel). 
lUeberhaupt ist das geschichtliche Sittenbild in 
nnalerischem Kostüm die Gattung, die ihn am 
 meisten beschäftigte. Doch versäumte er es nicht 
gründliche Naturstudicn zu machen, wie er denn 
iz. B. einen Steinmetzen in den Steinbrüchen 
von Fiesole in vollem Sonnenschein malte.  
Bei einem nationalen Preisausschreiben im J. 1861 
erhielt er mit einem Karton, Marius als Sieger 
über die Cimbern, den Preis und führte dann die 
Darstellung, jedoch mit wesentlichen Aende- 
rungen, als Gemälde im Saale des Senats zu Flo- 
renz aus. Studienreisen nach England und Frank- 
reich im J. 1862 blieben auf seine Kunst nicht 
ohne Einfluss; er folgte eine Zeitlang der sogen. 
praerafaelitischen und alterthümlichen Manier, 
mit der damals namentlich Tissot in Paris ein 
gewisses Aufsehen erregte. Ein grosses Bild 
von ihm in dieser Art: Alter Hass und Neue 
Liebe befindet sich im Palast Stagliano Colonna 
zu Neapel. Für die Kapelle des königlichen Pa- 
lastes daselhst führte er auch religiöse Gemälde 
aus: Thronende Jungfrau mit Engeln und Tod 
der Jungfrau. S0 zeigt der Künstler bei vie- 
lem Geschick, die verschiedenen Einwirkun- 
gen, unter denen die italienische Malerei steht, 
ohne dass es ihr bis jetzt gelungen wäre einen 
eigenen Charakter auszuprägen. Von Seinen 
Bildern sind noch erwähnenswerth Tasso in 
Sorrent und Salvator Rosa unter den Räubern 
(in England) , sowie  bezeichnend für die mo- 
derne Wahl des Gegenstandes  Bart. Pancia- 
tichi und seine Gattin mit religiösen Fragen 
beschäftigt (unter dem Namen: tzweifel und, 
Glauben; im Hause Wouviller zuNeapel). Neuer- 
dings lebt A. wieder in Neapel. 
Diego Martelli. 
Nach ihm photographirt: 
Der Brautzug des Buondelmonte. In: Ricordi foto- 
graiici degli artisti contemporanei in Toscana. 
Firenze. kl. F01.
        

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