Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1598028
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Jakob Alt.  
 Alt. Jakob Alt, Landschaftsmaler, Aqua- 
rellist und Lithograph; das Haupt einer Maler- 
familie, deren Glieder auch in Talent und Rich- 
tung die nahe Verwandtschaft bekunden. In 
Frankfurt alM. 27. Sept. 1789 geb. empfing er 
den ersten Kunstunterricht in seiner Vaterstadt 
und setzte seit 1811 seine Studien in Wien fort, 
wo er die sogen. historische Schule an der Aka- 
demie der Künste besuchte, sich jedoch privatim 
zum Landschafter ausbildetc. Die österreichi- 
schen Alpen- und Donaugegenden gaben ihm 
zunächst den Stotf zu seinen Darstellungen, Rei- 
sen nach Oberitalien (1828 und 1833), später nach 
Rom, erweiterten seinen Gesichtskreis und lie- 
ferten ihm Motive in reichem lliaße. Die Zahl 
seiner Gemälde ist nicht gering; zu den vorzüg- 
lichsten werden gerechnet Aussicht aus den giar- 
dini pubblici zu Venedig auf die Insel S. Giorgio 
maggiore (in der Belvedere-Gatlerie), der Kirch- 
hof zu Hallstadt im Salzkammergut, Gargnano 
am Gardasee. Seine eigentliche Bedeutung liegt 
jedoch auf einem anderen Felde. Als Alt nach 
Wien kam , befand sich die Lithographie da- 
selbst noch im Zustande der Kindheit; er brachte  
sie in Aufschwung durch die Ansichten, welche  
er selbst auf Stein zeichnete. Schon in den Jah- 
ren 1818  1822 begann er seine vMalerische 
Donaureisea, Welcher Ansichten aus anderen 
Gegenden der österreichischen Monarchie in 
grosser Zahl folgten,  Arbeiten, welche sich 
durch Naturtreue und charakteristische Behand- 
lungweit über das damals Gewöhnliche erhe- 
ben. In spätern Jahren wandte er sich auch dem 
Aquarell zu und malte namentlich römische An- 
sichten im Auftrage des Kaisers Ferdinand. Ein 
weiteres Verdienst erwarb er sich, indem er sei- 
nen Sohn Rudolph für die Kunst crzog. J. Alt 
lebt noch, ein Achtziger, in Wien. 
a) Von ihm gezeichnet und lithographirt: 
1] Donau-Ansichten nach dem Laufe des Donau- 
strems von seinem Ursprung bis zu seinem Aus- 
fluss inls Schwarze Meer. 264 B11. nebst Karte 
und Text. Wien 1820-26. qu. F01. 
2] Malerische Donaureise vom Ursprungs bis Belgrad  
In 4Abth. 71B11. mit Text. Wien 1833. gr. qn. 4. 
3] Vorzüglichste Ansichten des Salzkammerguts u. 
dessen Umgebungen. 32 B11. Wien 1825. qn. F01. 
4] Bilder aus den Alpen der österr. Monarchie, be- 
sonders jener von Steyermark, Oesterreich, Salz- 
burg, Kärnthen, Tyrol und der Lombardei. 
66 B11. Wien 1833. gr. qu. 4. 
5] Die St. Stephans-Domkirche (mit den unaus- 
gebauten Giebeln]. Wien 1852. gr. hoch F01. 
6] Wien. Ansicht der Stadt gegen das Burgthor. 
Wien, anfangs der vierziger Jahre. 
7] Wien von der Spinnerin am Kreuze aufgenom- 
men. Wien. gr. qu. F01. 
8] Ansichten der Residenzstadt Wien, der Vorstiidtc 
und der umliegenden merkwürdigen Gegenden. 
Gez. u. gcst. v. Schütz u. Jansch a, J. Alt 
und Andern. 78 B11. qu. F01. 
9 Gleichcnber in Steiermark wie", Pnfangs der 
10g Orth näehstgGmunden E mglfzlger {ahreh 
 qu. 1'01. 
 11) WienEPlätze und Umgebungen. Nach der Natur 
 gezeichnet von Rud. Alt, lithogr. und den im 
 J. 1832 in Wien versammelten Naturforschern 
 gewidmet. 12 B11. Wien 1832. gr. F01. und 4. 
b) Nach ihm lithographirt: 
1) hlalerische Donaureise von Engelhardtszell bis 
Wien. Nach den im Besitze des K. Ferdinand be- 
Iindlichen Zeichnungen lithogr. von F. X. S an d  
mann. 50 B11. Wien 1849-50. kl. qu. F01. 
2) Malerische Donaureise von Wien bis Pest-Ofen. 
Nach den im Besitze des Kunsthändlers J. Ber- 
mann beflndl. Zeichnungen lithogr. von F. X. 
Sandman n. 1-1 Bll. Wien 1851. kl. qn. Fol. 
3) Ansichten aus dem Rakonitzer, 'l'roppauer, 
Teschener, Salzburger, den vier Dalmatiner 
Kreisen, aus dem Zipser, Scharoscher, Aba- 
Ujvaren Koniitate. Chromolithographien in vDas 
pittoreske Oesterreiclm. Wien 18-10-42. qu. F01. 
4) Luftballon-Ansichten von Wien, lithogr. von 
F. X. Sandmann. 3 Bll. Mit Erklärungsblatt. 
Wien 1847. qu. F01. 
B. Bucher. 
Rudolph Alt, Landschafts- und Architek- 
turmaler, Aquarellist und Lithograph, ältester 
Sohn des Vorigen, geb. zu Wien den 28. Aug. 
1812, empfing vom 14. Jahre an den Unterricht 
der dortigen Akademie der bildenden Künste. 
In der landschaftlichen Abtheilung derselben 
errang er einen ersten Preis, der ihm 8 Silber- 
thaler und die Befreiung von der Militärpliicht 
eintrug. Früh schon half er dem Vater im Ko- 
loriren theils geäzter, theils auf Stein gezeich- 
netcr Ansichten, während er in den freien Stunden 
kleine Landschaften in Wasserfarben selbständig 
zu malen suchte. Zum ersten lilale erschloss sich 
ihm die fremde Welt in seinem 16. Jahre, als 
ihn der Vater mit auf eine Reise nahm, wobei 
Tirol und das Veltlin, grösstentheils zu Fuss, 
durchwantlert, Como und Mailand besucht, und 
durch Kärnthen und Steiermark nach Wien zu- 
rückgekehrt wurde. Diese Reise machte den 
lebhaftesten Eindruck auf den jungen Rudolf 
und liess ihm bald in der Heimat keine Ruhe 
mehr. Zunächst unternahm er Ausflüge nach 
Oberösterreich, Salzburg und Gestein. Seine 
Studien waren damals noch etwas mager und 
ängstlich, allein sie zeigten dabei schon grossc 
Treue und eine dem jungen Künstler eigene An- 
schauung der Natur. Im J. 18153 sah er zum 
ersten Male Verona, Vicenza, Padna und Vene- 
dig. Die schöne Eigenthümlichkeit dieserStiidte, 
besonders die Romantik Venedigs, zogen ihn 
mächtig an, und seitdem gab er sich mitLeiden- 
sehaft auch der Architekturmalcrei hin. Mehrere 
lKilnstfreunde, worunter namentlich Hofrath Ha- 
bcrmann , der überhaupt grosscn Einiiuss auf A. 
ausübte, wurden nun aufmerksam auf ihn, und 
bald auch der hohe Adel Wiens, insbesondere 
durch zwei Franzosen, den Herrn De la Cour 
Wund den jungen Herzog v. Blacas. Bestellungen 
lauf kleine Aquarelle von Venedig und mehrere 
Ansichten von Zimmern waren die Folge. Zwei 
Jahre später hatte A. seinen höchsten Wunsch
        

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