Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1597849
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Allston. 
alten Welt ihre Ausbildung und ihr Glück such- ston. Grosse Stücke erwartete man dann von 
ten. In London 1801 angekommen, begann A. einem umfangreichen Bilde: Das Fest Belsa- 
scine regelmässigen Studien auf der königLAka- zar' s, das A. schon in England begonnen und 
demie. Benjamin West, damals deren Vorstand, nun in der Stille mit dem Aufwand aller Mittel 
trat bald zu dem jungen und talentvollen vollenden wollte. Allein die Arbeit rückte nicht 
Landsmanne in ein näheres Verhältniss. Schon weiter; die Aufgabe war von vornherein zu gross 
1802 brachte A. 3 Bilder auf die akademische gefasst, und der Ausführung stellten sich ol1nc- 
Ausstellung. Im J. 1804 besuchte er dann in dem äussere und inncreI-Iindernisse, worunter 
Gesellschaft des Malers John Vandcrlyn Paris auch pokuniäre Vcrlegenheiten, entgegen (das 
und studirte eifrig die damals dort angehäuften unfertige Bild im Athenäum zu Boston). 
Meisterwerke, insbeeendere die Venezianer: de" Im J. 1830 vermälte sich A. zum zweiten Male 
nen sich sein Talent von Natur aus zuneigte. zog nach Cambridge (hiassi und führte dort bis 
Durnut nieeiite er Seine itiiiieninoiie Reine mit zu seinem Tode ein stilles und eingezogenes Le- 
einem fest Vieilltinrigen Aiitnntnnit in Roin: Wo ben. So weit es seine Gesundheit zuliess, be- 
er mit Thorwaldsen, dem Poeten Ooleridge und sohäftigho oi. sich hooh mit hhiioioi, sowie mit 
Washington irVing befreundet Wurde und iieson" Literatur und Poesie, für die er schon früh ein 
ders mit letzterem, der in ihm ebenso den Ma- hiibsohos Taioiit g-ozoigt haito soiioh 1313 hatho 
ler, wie den Menschen hochschätzte, in vertrau- oi. oihon Band Godiohio iioi-aiisgogoboh, sowio 
iieiien Umgang trut- iiion nneii Amerika zu' 1814, da er mitunter auch über seine Kunst 
riickgekehrt, vermiilte er sich zu Boston mit der sohiioh, Bemerkungen über das Studium doi. 
SenWeetei' des Dr- Ohanning) iirdeu aber niiid Landschaft. Sein grosses Bild versuchte er auch 
Wieder auf, nrn euiie Neue Seinen Wohnsitz in dann noch weitcrzubringen, bis ihn von dieser 
Lenden zu neilmen- fruehtlosen Arbeit in seinem 6-1. Jahre der Tod 
Hier machte er seine ersten grösseren Ver- abyief, 
suche in der historischen Malerei. Das 1811 in Ahstoh ist iango überschätzt Wordon, wenn 
der Britinii Institution niiegentoiite Biitii Auf" ihm auch in der jungen amerikanischen Kunst 
erweekung einen Todten tinion die Gebeine eine bedeutende Stelle zukommt. Seinen Ruhm 
Eiienein: nind Beiinii) ernieit einen Preis und bei Lebzeiten zu verbreiten, hat die schrankcn- 
Werd denn Von der Pennsyivnnincnon Kunst" lose Anerkennung seiner Freunde Leslie und 
akademie angekauft. Im J. 1817 als Associat Washington Iiving vioi bsigoiragoih Eine 
der Londoner Akademie aufgenommen, Stoiitn Ausstellung seiner in Amerika vorhandenen 
er bnid darauf ein Geniiiide des E ngeie Uriei Werke, zu Boston im J. 1839, welche 42 Bilder 
in der senile uns, des in den Besitz der Herzogin aus allen Gattungen umfasste, machte in der Ge- 
Suiiieridnd zu Stanford Henne überging? und schichte der amerikanischen Kunst eine Art von 
lla-Cildeln einen Traum Jakobs ) der eieii jetzt Epoche; allein für den unbefangenen Blick wa- 
in der Snrnniiung deeLortiEgroniont zuPetiVortn ren hier zugleich alle Schwächen aufgedeckt, 
befindet. DÜP MÄlBY LGSllG fand in G011). BTSÜGTCD Welchg dgr 15111131; des BIQigfgi-g anhängeih Er 
Bilde eine greeee Zeichnung J Verbunden mit hatte immer die höchsten Ziele im Auge und 
einem den Venezienern gieieiien Keioriti ein seine Bestrebungen gingen in's Grosse; allein es 
Urtueii, das man heutzutage eoiiweriieii nestiiti" war ein unklarer Zug in seiner Kunst, wie er sel- 
gen Wiirde- her für das Phantastische, Geheimnissvolle und 
inzwieeuen geiiei eieii der Künstler, der 1813 Schauerliche von Jugend auf  wo er Räuber- 
SGiIIG Gattin verloren, in England nicht mehr szgngn malte  einen ausgesprochenen Hang 
und kehrte 1818 nach Boston zurück. Wie sehr hatte. Und vornehmlich: wenn er sich auch in 
01' in Lenden Eeeeiiiitzt werden, bezeugte Seine Rom die alten Meister gründlich angesehen, so 
Ernennung zum wirklichen Mitgliede der Royal reichten doch seine Studien, seine Kenntnisse 
Academy, die gleich nach seiner Abreise erfolgte. bei Weitem nicht aus, die grosscn Dinge die ihm 
Allein seine beste Zeit war damals schon hinter vorsehwebten zur Gestaltung zu bringen. Man 
ihm; in Amerika fehlte ihm die Anregung hat ihn wol den amerikanischen Tizian genannt, 
eines entwickelten Kunstlebcns, und zudem war und in der That suchte er nach koloristischcn 
seine Gesundheit schwankend, seine Stimmung Wirkungen und Stimmungen, wie sie zu seinen 
diistergeworden.DasBildElias in derWüste, Vorstellungen passten. Allein er erreichte nicht 
das er nach Amerika mitbrachte und dort voll- was er anstrebte, und von ihm zu den Venezia- 
cndete, kam in den Besitz des Herrn Labouehere nern ist ein weiter Abstand. Wo er in beschei- 
nach England. Er arbeitete seitdem nur mit deneren Grenzen blieb, wie in einzelnen Frauen- 
Unterbrechungen und brachte nicht viel mehr zu gestalten (Beatrice, Rosalie) und Bildnissen, da 
Stande. Eine seiner besten Leistungen aus die- vermochte er auch Besseres zu leisten. Unter sei- 
ser späteren Zeit ist Der Prophet J ercmias nen Porträts sind namentlich diejenigen von Ben- 
(im Yale Collegc zu Ncwport). Bcmerkcnswerth jamin West im Boston Athenaculn und von Gole- 
sind noch die nachfolgenden Gemälde: Saul, ridge, gegenwärtig in der National Portrait Gal- 
Die Hexe von Endor (Stiche N0. 1) und Mi- lcry zu London, letzteres gemalt 1814 , bemer- 
rianfs Gesang, beide in Privatbesitz zu Bo- kcnswerth (s. Stiche N0. 5). Im Ucbrigen, so
        

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