Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592904
E. A., ELI-L, (älgn, Josef Abel. 
18. Jahrh. 
s. Malvasia. Felsina pittrice, VII. 320.. 
J. Meyer. 
Abel. Ernst August Abel, auch E. A. 
d'Abelle, Miniaturmaler, geb. zu Zerbst, arbei- 
tete in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. an ver- 
schiedenen Orten, namentlich in London, Paris 
und Hamburg; 1778 in Köln, Frankfurt und am 
Hofe des Landgrafen von Hessen-Homburg. 
Beinahe 60 Jahre alt heirathete er in Darmstadt, 
ein junges Mädchen und liess sich 1782 in Ham- 
burg nieder, wo er starb. Er malte Porträts inl 
Miniatur , in Oel, Pastell und Aquarell in feiner! 
und ansprechender Ailsfiihrung, die ihrer Zeit 
vielen Erfolg hatten.  
a) Von ihm radirt : 
Ein satyrisches Blatt, Aufzug einer Hamburgi- 
sehen Bürgerwehr. 
b) Nach ihm radirt: 
1) Bildn. des Göttinger Theologen Gottfr. Less, 
von C. G. Geyser. 
2) Bildn. des Arztes Reinhard, von Wi ok er. 
Seine Brüder E. H. d'Abel und Leopold 
August Abel waren ebenfalls Maler und in 
derselben Gattung. 
Von dem ersteren, der um 1783 in Bremen 
lebte und seiner Zeit im Porträt ein gewisses 
Ansehen hatte, finden sich iieissig in Tusche und 
Aquarell ausgeführte Bildnisse noch in Privat- 
sammlungen. 
Nach E. H. Abel gestochen: 
1) Der Strassburger Schöne Beck, von J. C. G. 
F ri t z s c h. 8.  
2) Der Schullehrer u. DiohterJoh. Heinr. Röding.  
Del. 1777. Gest. von J. C. G. Fritzseh. 8. 
3) Joh. Jak. Reichard, Arzt. Cöntgen u. 
Göpffert so. Fol. 
4) O. O. Sehoeixe, Senator. p. 1774. D. Ghodo- 
wieeki del. u. sc. 1793. kl. Fol. 
L e 0 p. A ug. Abel , war Violinvirtuose, malte 
aber gleichfalls Bildnisse und unterwies darin 
zwei seiner Söhne: 
August und Wilhelm August Christian 
Abel. Letzterer, geb. zu Zerbst 1748, ging 1776 
nach Kopenhagen und hatte dort bald nachher 
als Bildnissmaler einen gewissen Ruf. Auch fin- 
den sich Landschaften von ihm in Dänemark. 
s. Meus e1,Miseel1. 13. Heft. p. 39.  Fiissli, 
Künstlerlex. Il. 2.  l-lamburgisches Künstler- 
lex. 1854. 
W. Schmidt. 
Abel. GottliebFriedrichAbel, seitl786 
k. würtemb. Hofkupfersteeher, geb. zu Stutt- 
gart 1763, Schüler von J. G. von Müller. 
Von ihm gestochen: 
1) Allegorisches Blatt zum WabJ-Diarium des Kai- 
 sers Leopold II. nach Heideloff (ohne dt-ISSSII 
Namen). 
2) u. 3) Pläne von Hohenheinf und der Solitüde 
nach der Zeiehn. des Hauptmanns Fis eher. 
4) Eine Folge von Plänen zur Geschichte des sie- 
benjährigen Krieges. Nach Zeichnungen von 
R ö s e h. 
5] Folge v. 125 kol. Bll. zu J. D. Reittefs u. Abel's 
Abbildungen der deutschen wilden Holzarten etc. 
Stuttgart 1803-5. gr. 4. 
s. Meusel, Künstlerlex. 1808.  Filssli, Neue 
Zusätze zum Künstlerlex. 1824. 
W. Schmidt. 
Abel. Josef Abel, Maler, geb. 1768, zu 
Aschach in Ober-Oesterreich; -l- zu Wien am 
4. Okt. 1818. Von seinen unbemittelten Eltern 
in der'Absieht nach Wien gesandt, um sich dem 
Kaufmannsstanrle zu widmen, trat Abel, aufge- 
muntert von einem Kunstfreunde welcher sein 
Zeichnen-Talent entdeckt hatte, 1782 als Zög- 
ling an der Akademie der Künste ein. Fleiss 
und ungewöhnliche Begabung verschafften ihm 
mehrere Preise und im Jahre 1791 eine grössere 
Pension. Noch war aber A. unschlüssig, wel- 
chem Zweige der Malerei er sich widmen solle. 
Fürst Kaunitz ertheilte seinen Pferde- und Land- 
sehaftsstudien, Casanova seinen Schlachtscenen 
grossen Beifall; doch widmete er sich endlich 
auf den Rath Fügefs und aus eigener Neigung 
der Historienmalerei. Im Jahre 1794 erhielt dann 
sein Bild Dädalus und Ikarus, nach dreijährigen 
anstrengenden Studien entstanden, die höchste 
akademische Anerkennung, die goldene Me- 
daille. In weiteren Kreisen hatte sich A. bereits 
durch seine Porträts einen Namen erworben. Im 
Jahre 1795 bestimmte Fürst Adam Czartoryski 
den Künstler, mit ihm nach Polen zu reisen; dort 
lverlebte Abel ein glückliches Jahr auf einer 
lVilla des Fürsten und erhielt die glänzendsten 
Anträge aus Polen und Russland, welche ihu 
auf die Dauer im Norden fesseln sollten. Er 
kehrte jedoch noch 17 96 nach Wien zurück und 
blieb hier, mit Ausnahme von kurz dauernden 
Reisen, bis 1801. Im letzteren Jahre konnte er 
endlich, wonach er sich lange gesehnt (mit Unter- 
stützung der Akademie) nach Rom reisen. Dort 
lzeichnete er nach Rafael und Michel Angelo, 
that sich neben Schick als Historienmaler hervor, 
und wurde mit dem Landschaftsmaler Reinhart 
nahe befreundet. Mehrere seiner bedeutendsten 
Gemälde sind dort entworfen, zum Theil auch 
vollendet. Dazu gehören; Antigene auf den 
Knieen vor dem Leichnam des Bruders, welches 
noch in Abels Nachlasse vorhanden war; Klop- 
stoek wird von der Germania, Homer an der 
Spitze der berühmtesten Dichter aus alter und 
neuer Zeit, in das Elysium eingeführt (1807 ; mit 23 
halblebensgrossen Figuren; die Lmldßßhaft 
ist von Reinhart), gegenwärtig im k. k. Bei- 
vedere; Hektors Abschied von Andromache; 
Andromache in Ohnmacht, als sie Hektors ge- 
schleiften Leichnam vom Thurme erblickt; beide 
im Auftrage des Grafen Fries ausgeführt.  ln 
lRom entwarf er noch das erst später in Wien 
ausgeführte Bild : Cato von Utika, dem der Skla- 
wenknabe das Schwert zum Selbstmorde reicht, 
gegenwärtig im Rathssaale der Akademie der 
bildenden Künste. 
        

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