Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1597691
Agnolo Allori. 499 
mit nur das schwere Schicksal bezeugt, das da- im März 1564 nebst Vasari, Benvenuto Cellini 
mals in dem schon entarteten Hause der Medici und Ammanati abgesandt, dem Leichenbegäng- 
umging. nisse Michelangclds in Rom beizuwohnen, dann 
Auch unter den sonstigen Porträts Bronzinds 811011 mit jenen beauftragt, die feierliche Be- 
sind hervorragende Leistungen Denn gehören stattung des grossen Meisters in Florenz anzu- 
diejenigen des Bartolommeo Panciatichi und Ordnen Im J- 1555 hatte 01' 11111111 110011 Wesent- 
seiner Gattin (in den Uffizien), von denen Vasari liehen Antheil an den prächtigen Dekorationen 
ein Recht hatte zu sagen, dass ihnen zum Leben zur Feierlichkeit der Vcrmälung Francescds I. 
nur der Athem fehle; Der Bildhauer  ebenda); VOIITOskana; wie damals gebräuchlich, malte 
Der Bildhauer im Louvre (früher für ein Por- er an dem auf der Brücke alla Carraia ange- 
trät Baccio Bandinellis gehalten); Der Violin- brachten Triumphbogen drei grossc allegorische 
spieler und Eine Dame mit drei Knaben in rei- Darstellungen. 
eher Kleidung im Museum von lllarlrid. Zu den Bronzino hinterliess viele Schüler, die zum 
schönsten Werken dieser Art aber zählen un- Theii von Pentermc zu ihm geknmmen waren 
Stfniiig die beiden Bildnisse, Weiche Sißh bis und sämintlich in jener von Michelangelo aus- 
1565 im BGSllZZB (168 Grafen POIITtEIlÖS befanden geganggngn, VQn ihnen zur Manigi- ggtriebengn 
(S- VGTZ- N0- 72 lind 73); insbßsnnliere Deijiinge Richtung wol noch geschickte Zeichner, aber 
Edßlnlnnn, Wnißilßi die Feßhtß Hand mit einem matte Koloristen waren. Zu jenen frühcrn Schii- 
Buche auf eine Konsole stützt. Das Bild zeigt iei-n des Penner-nie gehörten Ciieiofnno (ieir A1- 
einen so ernsten und breiten Stil, dass Innn eine tissimo und Battista Naldini. Auch Santi di Tito 
Zßinans geneigt war es dem Sebastian del war sein Schiller. Unbedeutend blieben Giov. 
Piombo zuzuschreiben, bis man es allgemein als Mai-in Butter-i, Stefano Pieri und Lorenzo della 
ein Meisterwerk Bronzinds anerkannte. Mit der Seim-ihm Sein bester Schüler war sein Neffe 
Wahrheit des Lebens verbindet sich hier eine Alessandro Allori, der ihm nach seinem Tode 
Vornehmheit und Eleganz der Erscheinung, (1572) die LQbi-cde in der Akademie der Künste 
lveiniie Zeigt, Wie Bmnlino in solchen BildniS- hielt und sein Grab in S. Cristofano mit einigen 
scn seine Zeit von der besten und edelsten Seite ein-enden Versen schmückte, 
zu fassen wusste.  Eigenthiimlich ist vielen Auch als Dichter Wnl-Bi-onzino geschätzt, Ob- 
seiner Bildnisse eine schmale Bildung der Hände W01 Seine leichten, im Stii des Fmm; Bemi ge- 
mit Ziigesliiizieii Fiiigeiii- haltenen Produkte von zweifelhaftem Werthe 
sind. Nichtsdcstoweni er erkannte die 1582 e- 
N' Letzte Arbeitelh Bronzmo als Dichiei" stiftete Akademie dellä Crusca ihre Klassizigtät 
Auch noch in späteren Jahren, als Angele an. Seine originellstcn Burlesken sind die 14Sal- 
schon längst ein nneiknnnißi" Mßistel" W31, 1181i tarelli dcll' Abbrucia sopra i lllattaccini di Ser 
Angclo dem Pontormo bei seinen Arbeiten. So Feodocco; d.h.dieFrösehe oderlilandschwärmer, 
insbesondere bei dessen Fresken im Chor von S. mit denen Bronzino in dem literarischen Streite, 
L0r0 nZ 0; und nlS 1301111011110 1555i V01' 561'611 der sich zwischen Castelvetro und Casa über eine 
Vollendung starb, da war es selbstverständlich Canzone des Letzteren zur Verherrlichung des 
B1011Zin0, 1i0l' diesß Zn besorgen hatte- Indessen Hauses Valois entsponnen hatte, auf die Seite sei- 
fnniinn, Wie es Scheint, die 1555 ßntnüllten Frßs- nes Freundes Casa (Ser Feodocco) trat. Ueber- 
kcn einen nur Zweifelilnftnn Beifall; W01 nnS haupthatten seine Gedichte meistens persönliche 
denselben Gründen, welche Dem Christus in der Beziehungen (s. unten die Ausgaben eeinerSGin-if. 
Vorhölle vielfachen Tadel zugezogen. Diese Ma- teny Sie, sowie Seine Briefe (zum Theii ver- 
lereien sind 17 38 iibertiincht werden. Erhalten öifentlicht in der Raecolta von Bottari und Gaye's 
ist (iilgegßii iii deiseibeii Kirche ein gioßses Carteggio) zeugen von freundschaftlicher Ver- 
Freskobild, das der Meister, schon ziemlich bc- bindnng mit den bedeutendsten Seiner Finnen- 
tagt, im J. 1565 malte: Das Martyrium des hl. tiner Zeitgenossen. So hat er mehrere Sonette 
Laurentius. Auch hier wieder die Sehaustellung an Benvenuto Cellini und dieser an ihn gerich- 
schäufterFienren in mannigfaltiger und gewalt- tet. Es war sicher nicht minder seine Bildung 
Samer Bewegtheit, zudem in einer gleichmässig als seine Kunst, was ihm bis an sein Lebensende 
blassen Färbung, welche die Wirkung vollends in der Heimat und am Hofe der Medici eine her- 
zersplittert. Es war wol Bronzinds letzte grös- vcrragende Stelle sicherte. 
Sere Arbeit. Man kennt nur noch eine Erweckung 
der 'l'ochter des J airus für die Kapelle der Gaddi S eine W er]; e; 
in S. Maria Novella, welche er nachdem e-    
malt hat. Eine für ein Kloster begonnene Eän- In F] oretilz äiusäillden Fresläin in der 
pfängniss Mariä konnte er nicht mehr vollenden. Kape e es 3' azzo veec m)  
Die Gunst der Medici hatte ihm, neben sei- 1) In S. Lorcnzo: Martyrium des hl. Lauren- 
nem immerhin grossen Geschick, in Florenz zu tius. Frcsko. s. Text IV. 
einer höchst angesehenen Stellung verholfen. In 2) Im Garten des Klosters S. Girolamo delle 
der neu errichteten Maler-Akademie war er eines Poverine: Noli me tangere. Fresko. 
der ersten Mitglieder, und als solches wurde er 3) Im Kloster der Badia; Die Kasteiung des 
G3 i"
        

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