Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1597650
Agnolo Allori. 495 
Borghini vom 5. Dez. 157 2 seinen Tod, während sern des Grossherzogs behiilflich. So in der Villa 
er laut seiner Grabschrift 69 Jahr alt geworden Careggi vor der Porta S. Galle und zur Feier 
ist. Dass er im Nov. jenes Jahres gest, erhellt des Regierungsantritts Cosimds I. im J. 1537 
gleichfalls aus jenem Schreiben , das eine Ant- bei der Aussehmiickung der Loggia von Castello. 
Wert auf die Meidung des Todes Ven Seiten W01 schon hierdurch zu dem toskanischen 
Borghinilsistmndwird ausserdem durcheineNo- Hofe in nähere Beziehung getreten, wurde er 
tiz über die letzte von ihm nicht mehr bezahlte baid von der Famiiie Medici und insbesondere 
Steller beniiiiigi- von Cosimo I. vielfach in Anspruch genommen. 
Zu festlichen Malereien, die zum Theil der Er- 
I- Leben und Weike- haltung werth geachtet wurden , gaben die Ver- 
Dne Talent, den Sieh ffiih zeigte, Veln-nineeie mälung des Cosimo mit Leonore von Toledo und 
den Vater, ihn zu einem unbedeutenden lllalei- die des Prinzen Fi-dncesco mit Johanna, von 
in die Lehre in geben, Von dem 01' nnen ZWei Oesterrcieh Veranlassung; auch malte Bronzino 
JnnPCn Zn Rniineiiine Ciei Gerbe nnd Späten nn im herzoglichen Palast zwei Jahre hintereinan- 
Jile- (in Penielnne iibeiging- Sein Sanftes und der die Theatcrdekorationen für den Karneval. 
angenehmes Wesen gewann inln die Liebe den Ferner lieferte er die Zeichnungen zu vierzehn 
5011815 zurückhaltenden und unzugänglichen Pen" der noch erhaltenen, in Arras oder in Flandern 
i0rm0 in Sßieileni Glnlie y dass dieser ihn bis nn ausgeführten Teppiche (Gobelins) für den Raths- 
sein Ende als seinen liebsten Freund behandelte. Sddi der zweihundert und voiiendete (iergestait 
In dieser Sehnie legte Brenzine den Grund nn die von Pontormo und SalviatibegonneneArbcit. 
seiner weiteren Ausbildung. Indessen hat sich Einem Briefe vom 30. April 1548 zufolge (Gayc, 
Seine KnnStWeiSe, indeln Sie VeYWnnÜ-ie Ziige Carteggio n. 368) scheint der Meister damals im 
mit Penierlne Zeigt, denn Zn einem eigenen Ciin" Auftrage des Grossherzogs nach Rom gereist zu 
Takten nnngepiägt, de? iinn nnier den Malern der sein, um sich für diesen Zweck nach Zeichnern 
iiorentinischcn Nachblütc eine der ersten Stellen (auch Webern?) umzusghgiL Indem er seine 
anweist. Rückkehr anzeigt und fiir die Verspätung sieh 
Zunächst war er seinem Meister im J. 1524 bei entschuldigt, empfiehlt er als Gehülfen seinem 
dessen Malereien in der Karthause bei Florenz Fürsten den Raifaelle da Borgo oder Ritifacllino 
behiilfiich , wobei er zugleich als selbständige dal Celle, mit dem er schon in Pcsaro zusammen 
Arbeit an einem Eingang zum Kapitclsaale iu gearbeitet habe: woraus Lanzi ohne weiteren 
dem iiusscren Bogenfelde eine Pieta mit zwei Grund schliesscn wollte, dass Raifaelline die 
Engeln, in dem inneren das Martyrium des hl. Kartons zu jenen Teppichen nach den Entwiir- 
Laurentius auf dem Roste malte. Nach der Stadt fen des Bronzino gezeichnet habe. 
selbst mit Pontormo zurückgekehrt, arbeitete er Auch zu kirchlichen Malereien erhielt 
mit diesem in der Kapelle Capponi in S. Spirito, der Meister von den Medici mannigfache Auf- 
wie überhaupt seitdem Pontormo keine grössere träge. Eine für die Kapelle des herzoglichen 
Arbeit unternahm, ohne Bronzino als Gehülfen Palastes gemalte Altartafcl mit der Kreuzab- 
heranzuziehen. Schon aus jener Zeit mögen nahme schenkte Cosimo 1545 an den Kardinal 
manche von dessen kirchlichen Tafclbildcrn in Granvella und liess dafür eine zweite malen, mit 
Oel herrühren, von denen ein Theil noch erhal- demselben Gegenstandc, aber mit Flügelbilderu, 
ten ist.  Als dann Karl V. im J. 1530 Florenz welche die VerkündigungMariit darstellen (Gaye, 
erobert hatte und den despotischen Alessandro Carteggio n. 330). Letztere befinden sich gegen- 
de" Medici zum Herren der Republik einsetzte, wärtig in den Ufiizien. Noch sind in der Kapelle 
ging Bronzino zum Herzog Guidobaldo von Ur- des Palazzo veechio die Fresken mit der Ge- 
bino nach Pesaro und fand dort Beschäftigung schichte Mosis erhalten, daran Bronzino noch 
in der Villa Imperiale, welche der Herzog durch 1564 arbeitete (Gayc, Cartcggio m. 134). Wei- 
Girolamo Gcnga erbauen liess; doch sind die terhin war er auch in Kirchen ausserhalb Flo- 
mythologischen Wandmalereien mit dem sptite- renz im Auftrage des Herzogs beschäftigt. S0 
ren Verfall der Villa zu Grunde gegangen. Aus- in Pisa , wo er im Dom einen nackten Christus 
Serdem malte A. das Bildniss des Fürsten, das- mit mehreren Heiligen malte, die von Sogliani 
jenige einer Tochter des Matteo Soifcroni, einen begonnenen Malereien zum Abschluss brachte 
Cupido und endlich die Geschichte des Apollo und für S. Stcfano di Cavalieri eine Geburt 
und Marsyas, wie das damals öfter der Brauch Christi zu Anfang des J. 1564 vollendete (dort 
war, auf (13111 Deckel eines klavierähnliehcn In- noch erhalten; s. Verzeichniss der Werke N0. 36). 
struments (n3ffplCOl'd0rr)_ Der Herzog soll den Ungefähr zu derselben Zeit malte er für die von 
Künstler ungern entlassen haben; aber Pon- Cosimo gestiftete Barfiisserkirche zu Cosmopoli 
tormo bedurfte seiner zur Vollendung der Ma- auf Elba eine Kreuzabnahme, die aber später 
lcreien im Schlosse Poggio a Cajano, wo dann nach Florenz zuriickkam, daselbst durch unge- 
beide noch mehrere Jahre beschäftigt waren. schickte Reinigung verdorben und erst neuer- 
Üßberhaupt war A. , auch nachdem er selbstän- dings restaurirt wurde (Gaye, Carteggio III. 166). 
einer Meister geworden, dem alten Lehrer noch Jene Zeitbestimmung ergibt sich aus zwei Brie- 
nei seinen dekorativen Arbeiten in den Schlös- fen des Herzogs Cosimo an den Maler aus dem
        

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