Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1597523
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AESFÄIEL 
der Sache nichts; es sollte eine Wandmalerei dem elenden vergessenen Nachkommen erlosch 
sein , und wahrscheinlich konnte Pomponio da- der Name des g'rossen Meisters. Sicher ist, dass 
mals nicht nach Parma kommen. Als er dann Pomponio einen; Sohn Antonio Pellegrino, ge- 
dorthin übergesiedelt war, übertrugen ihm die nannt also nach dem Vater und Grossvater, 
Bauvorstänrle des Doms die Allßmßillllg der hatte; auch im Testament des Grossvaters von 
Kapelle del Popolo (insbesondere der Flfwh- mütterlicher Seite heisst der eine Sohn Antonio. 
knppel), und noch sind die Rechnungen vorhan- Jener Antonio, där also möglicherweise mit die- 
den, daraus erhellt, dass er für diese Arbeit vom sem die gleiche Person ist, trieb sein Handwerk 
30. Juli 1560 bis zum 29. Dez. 1562 80 Goldseudi zu Carpi. In einer alten Quittung vom 2. Aug. 
empfing. Erhalten ist davon zum Theil noch die 1581, welche Pungileoni zu Gesicht bekam, be- 
Darstellung Mosis, der die Gesetzestafeln em- scheinigt vAntonio di Alegri pittore da Coregizvr, 
pfangt, im Hintergründe das gelagerte Volk; wie er sich selber nennt, für sich und einen an- 
eine Malerei, deren ganze Mittelmüssigkeit ne- deren Maler seiner Gattung, den Alberto Contra- 
ben den Werken des Vaters noch deutlicher zu setti, den Empfang von 6G Lire und 18 Soldi für 
Tage tritt. Auch sonst war Pomponio in Parma geleistete Arbeit. Der Mann starb zu Carpi am 
mehrfach beschäftigt; er fertigte Altartafeln für 27. Juni 1590: er heisst ini Todtenbuche Mastro 
die Kirchen S.Cecilia, S. Vitale, S. Francosco Antonio dipintore da Correggio.  Doch mit 
del Prato sowie verschiedene Malereien zu den seinem Ende schliesst der elende Ausgang der 
feierlichen Bestattungen des Herzogs Alessandro Familie noch nicht ab. Er hinterliess seine Gat- 
Farnese und seiner Gemalin. Dass er zu Parma tin in Armuth und Notli; ein gewisser Francesco 
es zu einem gewissen Ansehen gebracht, ergibt Priori nahm sie in sein Haus auf und von dessen 
auch der Umstand, dass er im J. 1590 zusammen miidw Hand lebte Sie bis zu ihrem Tode. Mög- 
mit dem Malm- Innoggnzio Miii-tini eine Malerei lich, dass sich ihrer Priori in Verehrung für den 
des Giambattista Tinti in der Kuppel von S. Ma- SPOSSCII Vorfahren crbarmte. 
ria degli Angeli zu begutachten hatte. In dein s. Ran nccio Pico, Appendice de" varj soggetti 
darüber erhaltenen Schriftstück unterschrieb er Pai-migiaui. 164"). p. 153.  Tii-abosehi, 
sich Pomponio Lieti, indem er seinen Namen, Bibiißißßß Nißdenßsß- Vi- PP- 230- 231- 290- 
wie auch öfters der Vater that, latinisirto. 291-  P" "gibieoiiik Meiiioiie isi- (ii Anf- 
Von seinen 'l'afelbililern befindet sich eines in  2182i  wie? 
der Akademie zu Pa i'm a: eine Madonna mit ganlodsös P 0251,60 facalililplnfii ßgttefg Mm 
Kind und einigen Putti. In der Erfindung und 5mm, am 'P_ .230:  C_ Maiasipina, Nuova 
Anordnung ist der Einfluss des Vaters nicht zu Guida de Parma. Parma 1869. pp. 28. 87. 
verkennen; allein die Figuren sind plump, der  J. Meyer. 
Ausdruck nianierirt und die Färbung von einer Allegrini. Franeesco Allegrini, Maler, 
steinartigen Härte, das Ganze ohne allen Reiz. geil 1537 zu Gubbio, .1. 1553 zu Rom? ein Sohn- 
Hier Zeigt Sißii nur, Wie Yaßßil die Kllrlßiwöiße lcr des Giuseppe Cesari, genannt Cavaliere d'Ar- 
(ies grüßen Meisieis in Seinen Naciifoigem 611i" pino. In dessen leichter aber überaus manierir- 
artet und verfallen war. Eine hl. Familie mit ter Weise führte er zu läom Wo er sich nieder- 
einem Engel, welche ähnliche Eigenschaften auf- gelassen hatte ausserdem ü; seiner Vaterstadt, 
weist, besitzt die Sammlung Lochis bei Ber- in savona ulild in Genua grosse Wandmale- 
gamo; auch_sie wird mit aller Bestimmtheit reien aus: Arbeiten von bloss dekorativer Art 
dfim Pomriänlo zugeschiileben"  Ueber Pmima und oberflächlicher Geschicklichkeit. Dazu ge- 
hinans scheint sonst keines seiner Werke ge- hören. Fan des Lucifel. in einer Ka alle (165 
langt zu Seim Noch ist daselbst in der Kirche Domsivon Savona in einer anderen pKrönunä 
S. Maria in Borgo Taschieri von seiner Hand del. Junuflmi. Freisken im Palast Gmvotti da- 
eine Altartafel, Madonna mitKind zwischen vier selbst. äegcüichten des m Älexwnäer in de,- 
Heiiigenw erhalte" Kirchd SS. Cosma e Damiano zu Rbia Dcckcnr 
Pomponio muss ein hohes Alter erreicht ha- bild, Der Mittag, im Casino beider Porta S. Pan- 
ben. Der Herzog Alessandro Farnese, für des- ei-azio daselbst etc. Doch malte er auch Altar- 
sen Katafalk er verschiedene Bilder malte, starb tafeln; drei derselben, von der Familie Gavotti 
1593, und Ranuccio Pico erzählt in einer voll zu Savona bestellt, welche ihn überhaupt Viel 
ihm 1642 herausgegebenen Schrift (s. Literatur), beschäftigte, sind noch in (lßr Kapuzinerkirche 
dass er den Maler gekannt habe, wobei cr be- zu Savona; ein anderes in der Kirche Maria 
merkt, dieser sei in seiner Kunst hinter dem Va- dell" Umilta zu Rom; ein fünftes in der Kapelle 
ter vsehr weite zurückgeblieben. Sein Todesjahr des hl. Geistes in der Kirche della Piaggiola Zll 
ist nicht ermittelt. Gubbio. Auch in der Sammlung des Kapi" 
tols zu Rom ist ein Bild von ihm; icönisin 
Noch wird ein AntonioAllegri erwähnt, Saba besucht den König Salomon, Ausserdein 
ein Thür- und Fenstermaler, der nicht ohne malte er in der Art Antonio Tempestsiis kleine 
Wahrscheinlichkeit für einen Sohn des Pompo- Schlachtstücke, Jagden und dergl. in Oel; weil" 
nio gehalten wird. Ist dem so, so tritt in ihm rere dieser Bilder befinden sich im Erdgeschosäß 
der volle Verfall der Familie zu Tage, und in des Palazzo Colonna zu Rom. Auch wird 91'
        

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