Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592872
Hans Abel. .Die Gebrüder Abel aus Köln. 16. Jahr-h. 17 
l 
l2. April 1767, genau ein Jahr nach dem Tode Innsbruck vollzogen werden. Die Gebrüder 
seines Vaters. Den 13. Mai 1761 wurde er als Abel dagegen übernahmen die 24 sHistorienbil- 
Vleister in die sogen. Zunft der Quatre-Couron- den), die gesamniteOrnamentik und die Inschrif- 
ies aufgenommen, darin sich die Architekten, ten; für jedes der vierundzwanzigBilderwurden 
Bildhauer u. s.w. einschreiben liessen. Das ein- ihnen ((240 Pfund Pfenningen zugesagt. Sie 
iige von ihm bekannte Werk ist eine anmuthige mussten jedoch, allerdings auf Kosten des Kai- 
Arbeitvon guterModellirung (im Geschmack der SGYS, sich selbst zu den Steinbrüchen verfügen 
Zeit Ludwigs XV): ein noch erhaltenerChorpult, und aihr Aufsehen haben, damit taugliche und 
gegenwärtig im Chor der Kirche Notre Dame de schöne Steine gebrochen wurdenv. Der weisse 
a Chapelle zu Brüssel, nachdem er lange auf Marmor sollte aus Italien, der schwarze aus den 
einen Speicher verwiesen gewesen. Auf einem Niederlanden oder aus Mailand, der roth und 
lreieckigen Sockel von weissem Marmor liegen weiss gesprenkte aus dem Gebirg bei Salzburg 
zwei kleine reizende Genien; der eine zur Rech- bezogen werden. Durch den letzten Punkt des 
:en stützt sich auf ein offenes Gesangbuch; der Kontraktes verpflichteten sich die beiden Meister, 
andere zur Linken hiilt einen Schild, worauf nach alle Stücke des Grabmales l (sobald die Gegos" 
ler Weise-eines Wappens ein Pelikan eingegm- senen und die Historienbilder verfertigtv wären, 
oen ist, der seine Jungenvon seinem Blute nährt; auf das neissigsts Zu Velfsenzsn- 
auf der Rückseite des Schildes die Inschrift: A. Laut eines Schreibens des Kaisers an die R6" 
n, ABEETS. nnvxiLL. INV. Er nnon- 1762, Auf gierung zuInnsbruck ddo.Wien 3. Mai desselben 
der dritten Ecke des Sockels verschiedene mu- J. wurde für die beidenKiinstler die Herrichtung 
sikalische Instrumente. Der Adler mit ausge- eines Wohnzimmers und einer Werkstätte anbe- 
breitetcn Flügeln, welcher als Pult (lient, ist aus fehlen, damit sie bei ihrem Eintreffen in Innsbruck 
Kupfer und ruht auf einem Globus von weissem sofort an ihreArbcit gehen könnten. Einweiteres 
Marmor. Schreiben vom 7  Juli meldet die erfolgte Ab- 
Die Lebensdaten nach dem Zunft-Register im Etat sendnng der Verlangen "Visiresi die sich jedÜÜn 
civil von Brüssel. D nicht auf die Reliefbilder bezogen, zu welchen 
Alex. Pinchart. die Zeichnungen erst gemacht wurden und zwar 
Aheh Hans Ab ely Maler in F   in Prag. Es ist nämlich ein Irrthuin, wenn man 
gegen Ende des 15_ Jahrh Nach  glaubt, die Reliefs des lilaximilianischen Grab- 
Lersneris Chronik der Stadt Frankfurt) H, 43 mals seien von den GebrüdernAbel undAlexan- 
erhiert er 1494 für leahnen mit dem Adler die der Collin nicht blos modellirt und geniciselt, 
Summe von 6 Gulden. 1502 dekorirte er über 50.Mai? auch v"? denselben niltworfen worden 
drei Thoren der Stadt die Sonncnzeigcr. Dm Zeähilung (gesärhläglfl äliggeliräsilel? 2112-22; 
J" Meyw (Slffilig inaeiaiiein Biiaiifc des Kaisers anIiliä Regie- 
Abel. Bernhard und Arnold, Bildhauer, rung zu Innsbruck vom 22. November 1561 kein 
und Florian, Maler, ausKöln. Alles, was über anderer als ein Bruder der beiden Bildhauer 
die beiden Bildhauer und über ihren bisher völ- Abel. Der Kaiser schreibt nämlich, er habe er- 
llg unbekannten Bruder Florian mit urkund- fahren, ndass die Gebrüder Abel, Bildhauer, der 
licher Sicherheit berichtet werden kann, be- Abrisse, so ihr Bruder bisher gemacht 
schränkt sich zur Stunde auf die J. 1561 bis hat, nottiirftig seienß vWir schicken Euch 
1564; von ihren Leistungen sind nur jene be- darauf zwei Stück der Abrisse, so der Maler 
kannt, welche in diese Zeit fallen, nämlich ilirc nunmehrgemacht hat, hieueben zu, und weil die 
Arbeiten zum Grabmale des Kaisers lllaximilian Abrisse des obern Theils am Grab, d. i. Kaiser 
in der Hofkirche zu Innsbruck. Maximilians Bildniss, die Wappen und Kinder 
1m Frühling des J. 155i hnden wir Bernhard hievor schon oben sein, sowerden Unsers Erach- 
nml Arnold Abel inwien! wo Sie „3,h kaiserlicher tens die Bildhauer daran wol zu arbeiten haben. 
Majestät Hof gelegen und daselbst gearbeitet Nißhtsdestßlveniger aber Wnnsn w" nel dem 
llätbellxx Dass gie es zur Zufriedenheit ihres kai- Maler anhalten lassen, damit er den Abgang 
serlichen Bestellers gethan, beweist ihre Beru- Chßstßns fsrtigs- Und nnnnt v?" such ein _W1s" 
fung zur endlichenAusfiihruug des Maxiiniliani- sen haben inogs": was am genothlgsten 561i als 
schon Grabmales. Aui 28. April 1501 unterzeich- Feldweg oder die Bilden 11ml darauf der M sler 
neteu Bernhard und Arnold Abel den Kontrakt, das, so am genöthlgsten 1st: am nnerehesten 1er" 
vermöge welchem sie die Herstellung der Bild- Ügßn möge, so Wonst Uns nnsän nncn Ohne Vsr" 
hauerarbeiten zum Grabmal nach der ihnen vor- Zug ssnrlftnnn berlläntänfä qäeidlstBnls? aus" 
gelegten Zeichnung und nach allfälliger, Sr. drußkhßhyon emälil t Hi. eäeä el an im laueln 
Majestät dem Kaiser Ferdinand beliebigen Ver- welcher emjnslel ls 1 (je e 9'      
besserung übernahmen. Die Marmor-arbeiten, Die Gebi-uder Abel reisten bereits im Mai 1361 
insoweit sie nur Architektur betrafen, sollten nach Innsbruck ab, nachdem ahnen noch vom 
jedoch sowol hinsichtlich des Brechens und Zu- Kaiser 100 fl. auf Rechnung ihier Arbeit vorgß" 
fiihrens des Marmors, als in Betreff seiner Bear- schossen worden. Ihr Aufenthalt dahselbst war 
beigimg durch die kaiserlichen Werkleute in jedoch von keiner langen Dauer. Meister Bern- 
Meyer, Künstler-Lexikon. I. 3
        

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