Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1597267
F56 
Antoniiällääfiz" 
Fällen sein Zweifelhaftes um so mehr, als 
sehr namhafte Meister nach seinen Motiven 
Studien gezeichnet haben; wie denn allein 
auf der Versteigerung der Sammlung Crozat 
(1741) 18 Zeichnungen des Fed. Zuccaro 
nach den berühmtesten Gemälden des 
Meisters unter den Hammer kamen. Waren 
solche Blätter, wie dies nicht selten der 
Fall, nun gar in der Manier Correggids ge- 
zeichnet, so galten sie bald für eigenhän- 
dige Arbeiten desselben. In wie grossem 
Massstab dann einzelne Sammler wie na- 
mentlich der Pater Resta den Ankauf und 
die Verbreitung angeblicher Zeichnungen 
betrieben , haben wir früher gesehen. 
Uebrigens machen naturgemäss Correg- 
g-ids Zeichnungen keinen Anspruch darauf, 
fiirselbstitndige Darstellungen, in denen der 
künstlerische Gedanke vollkommen sich 
ausspricht, zu gelten, und siehabeninsofern, 
so werthvoll sie auch sein mögen, nicht die 
Bedeutung, Welche z. B. den Dii1'er'schei1 
Blättern zukommt. Es sind, wie sie für den 
Zweck des Meisters, der wesentlich Maler 
war, passten, nur leichte, flüchtig hinge- 
worfene Skizzen, zumeist von Einzeliiguren, 
als blosse Entwürfe und Hülfsmittel zu den 
Gemälden. Correggio selber legte offenbar 
geringen Werth darauf. Schon Vasari, der 
in seiner Sammlung auch Zeichnungen des 
Meisters zu besitzen behauptete, meinte 
von ihnen, dass sie ihm nicht den Ruf ge- 
macht hätten wie seine Gemälde. Dass aber 
dennoch solche Blätter die Hand des grossen 
Meisters verrathen, zudem in ihrer skizzen- 
haften Behandlung einen eigenen maleri- 
schen Reiz zeigen und daher auch den 
Sammlern von jeher willkommen gewesen 
sind, versteht sich von selbst. In allen be- 
deutenden Sammlungen ist der Meister 
immer reichlich  natürlich grossen Theils 
mit sehr zweifelhaften Blättern  vertreten 
gewesen (Modena, Gonzaga, Arundel, Bon- 
figlioli zuBologna, Pembroke, die beiden Ri- 
chardson, Crozat und Mariette, Praun, Tho- 
mas Lawrcnee, J oshila Reynolds, John Mal- 
c0lm,WilhclmII.v. Holland). WelchenWerth 
aber noch neuerdings Zeichnungen haben, 
die ihm mit grösserer Sicherheit zugeschrie- 
ben werden , bewies die Versteigerung der 
Sammlung des Königs Wilhelm von Holland 
(1850), daraus derbekannte englische Kunst- 
hiindlei- WVoodburn eine zu 510 tl. und eine 
andere zu 1100 fl. erwarb.  
In Italien hat sich wenig Bemerkens- 
werthes erhalten, da, ein grosser Theil seiner! 
früheren Sammlungen nach England und 
Frankreich gekommen ist; Unter den zwölf 
Handzeichnungen in den U f f i z i e n zu 
Florenz, Studien zu lllatlonnen, Evange- 
listen und Heiligen, ist keine, die dem 
Meister mit einigem Recht beigemessen 
werden könnte.  Die fünf Blätter in der 
Galerie zu Modena, Studien zu den 
Engeln in der Madonna des hl. Georg (Dres- 
den), der Maria in S. Giovanni zu Par1na('?,', 
einem aufsehwcbendcn hl. Johannes, zu 
zwei Köpfen von Putten und zu einer Bac- 
chantin sind sämmtlich sehr zweifelhaft.  
Ebenso einige Studien in der A m br 0 s i a na 
zu Mailand.  Im Archiv des konstan- 
tinianischen Ordens zu Parma, dem die 
Kirche der Steccata angehört, befindet sich 
die Zeichnung eines Altars; llrlartini meint, 
es könnte dieser derjenige sein, für den 
man Correggids Beihülfe in Anspruch ge- 
nommen (s. p. 395), und daher die Zeich- 
nung von ihm herrühren  
Von den 23 Zeichnungen, welche sich im 
British Museum zu London befinden, 
sind namentlich hervorzuheben: 
Vermälung der hl. Katharina: Jungfrau 
mit dem Kinde und der knienden Magdalena, 
in der Luft zwei Engel. Rothstein und 
Feder. Bez. Ans. il Coregio. s. Stiche 
N0. 535 u. 535 a. 
Studie zum hl. Johannes mit dem Lamm 
für die Domknppel zu Parma. Rothstein. 
Grosses Blatt, bez. Coregio. s. Stiche 
N0. 570a. 
Beide Blätter ist Waagen (Treasures 
etc. I. 226) geneigt für acht zu halten; doch 
ist die Bezeichnung jedenfalls später. 
Skizze zu einem Theil der Domkuppel. 
Rothstein, leicht mit der Feder umrissen. 
s. Stiche N0. 528a. 
Studie oder erster Entwurf (7) zum Ge- 
miilde der Nacht (Dresden). s. Stiche 
N0. 508a). 
Zwei Studien zu der Madonna des hl. 
Georg. Feder, lavirt mit Bister  s. Stiche 
N0. 519a. 519 b. S. ausserdem unter den 
Stichen: N0. 510a. 510b. 582 a. 589 a. 589 b. 
6191). 
Das South  Kensington  Museum 
zu Londo n hat in seiner Sammlung Dyce 
fünf dem Meister zugeschriebene Blätter, wo- 
runter vier angebliche Studien zu seinen 
Fresken aus dem Kabinet Richardson stam- 
men. 
Notizen von G. TV. Reid. 
In England ausserdem in der königl. Bib- 
liothek zu Winds or-Castle neun Zeich- 
nungen, worunter ein angeblicher Entwurf 
zur schlafenden Venus (Jupiter und Antiope) 
im Louvre, Leichnam Christi von fünf En- 
geln getragen in schwarzer Kreide und eine 
Hl. Familie (Notiz von G. W. Reiz!) ; in 
Chatsworth beim Herzog von Devon- 
shire: Zeichnung für ein Altarblatt in Feder 
und Farben, Skizze des Gott-Vaters mit 
Engeln in Rothstift und Bieter, Mariä. Him- 
melfahrt in Rothstift und drei Studien mit 
Kindern; in der Sammlung Russell zu
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.