Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1597186
448 Antonio Alle gri. 
sehr beklagt haben soll. Ihm muss also, 
was davon noch übrig, als äeht erschienen 
sein. Auch hier waren, ähnlich wie in S. 
Paolo , in einer Laube spielende Kinder 
dargestellt, von denen man wenigstens einige 
dem Correggio selber zuschreiben zu müssen 
glaubte. Doch vcrräth schon die etwas steife 
Haltung derer, die sich noch erkennen las- 
sen, eine Schülerhand. Auch fand Pungi- 
leoni in den Ausgabebiichern im Archiv von 
S. Giovanni, dass v1544 der Garten der No- 
vizen von Leonardo (d. i. Leonardo da 
Monchio) und Francesco lllaria (Rondani) 
gemalte wurde, während nach einer anderen 
Nachricht (in einem in der Bibliothek zu 
Parma befindlichen MS. eines Pater Bais- 
trocchi) schon in einem Ausgabebuch der 
J. 1520-1528 Arbeiten dieser beiden Künst- 
ler in jenem Garten vorkommen. Letztere 
sind allerdings als Fresken, welche die, 
Wunder des hl. Benedikt in schönen Land-( 
schaften darstellten, verzeichnet. Doch liegtl 
die Vermuthung nahe, dass dieselben Meister 
auch jene andere Arbeitgeliefert. s. Text xvr. 
48) Freskomaler eien in drei Gcmächern 
der Benediktiner-Abtei zu Torchiara 
bei Parma; nach Tirabosehi sollten die 
Kinder und andere Figuren von Correggids 
Hand sein, während die übrige Ornamen- 
tation als Werk des Franceseo Rondani 
(Schülers und Gehülfen des Correggio) an- 
gesehen wurde. Indessen gehört wol die 
ganze malerische Ausstattung dem Rondani 
an. Erhalten scheinen noch in einem Zim- 
mer Kinder, welche eine Ziege zum Opfer 
führen; einige von ihnen halten Schwalben 
in der Hand, was ebenfalls auf Rondani als 
Urheber hinzudeutcn scheint, da sich öfters 
auf seinen Bildern Schwalben als sein Zei- 
chen (mit Anspielung auf den Namen: ron- 
dinelle) finden. s. Text XVI. 
II. Kopien, welche für Originalarbeiten ausgegeben werden 
(meist erhalten). 
Alte gute Kopien von den hervorragenden 
Werken des Meisters ünden sieh in reicher 
Anzahl in allen grossen Sammlungen vom 
16. bis zum 18. Jahrh. verzeichnet: konnte 
man die Originale nicht haben, so wollte( 
man wenigstens Nachbildungen. Gingen 
nun solche Kopien aus berühmten italie- 
nischen Sammlungen in andere Hände über, 
so war man rasch geneigt sie für lichte Werke 
zu halten. Einige davon sind von beson- 
derem Interesse, sofern die Originale ver-( 
loren gegangen.  
49) 1515 oder lälßrRuhe auf der Flucht in. 
Aegypten (mit dem knienden hl. Franziskus). 
In den Uffizien zu Florenz unter dem 
Namen des Meisters. Nicht acht, sondern 
Kopie nach einem jetzt verlorenen Bilde 
(s. a) N0. 16). Vielleicht die Kopie Boulan- 
gefs? Der Katalog bemerkt, dass man 
nicht wisse, wie das Bild in die Galerie ge- 
kommen sei. s. Text XIII und Stiche 
N0. 374-376. 
50) 1517? Eine Ruhe auf derFlucht, welche 
dem Meister zugeschrieben wurde, ist durch 
einen Stich von Ravenet (s. Stiche 
No. 373a) bekannt. Die jugendliche Madonna 
sitzt in ermiideter Stellung, das ruhende 
Kind auf ihrem Sehooße: sie betrachtet es 
mit der anmuthigsten Innigkeit, wie wenn 
sie nur ruhte, um ihm Ruhe zu gönnen; 
oben einige kleine Engel, von denen einer 
sieh auf den Zweig eines Palmenbaumes 
stützt. Die Gruppe der Jungfrau hat Ahn- 
lichkeit mit der Zingarella, und sehr wahr- 
scheinlich war das Bild nur eine Kopie der- 
selben mit Veränderungen. Von dem Ge- 
mälde selber findet sich keinerlei Nach- 
richt; jedenfalls ist es längst verschollen. 
51) Madonna mit demKindc unter Palmen. 
Früher im Kab. Rob. Udney zu London. 
Wie die Zingarella (a) N0.  Angebl. achte 
Kopie von Lod. Caracci, die eine Zeitlang 
für Original galt. Verschollen "2 Stiche N0.19U. 
52) Madonna mit dem Kinde unter Pal- 
men ruhend. Auf Leinwand. Im Belve- 
dere zu Wien. Alte Kopie nach der Zin- 
garella im Museum zu Neapel. 
53) M a d 0 nn a mit dem schlafenden Kinde unter 
einem Palmbaume, genannt la Z i nga  
rella, ganz ähnlich wie b) N0. 50, aber 
nur mit dem Einen die Palmzweige herab- 
neigenden Engel. Früher in der Galerie zu 
Dresden, wohin es als Geschenk des Kar- 
dinals Alessandro Albani an AugustIII. von 
Polen gekommen war. Es galt für äeht, 
war aber wahrscheinlich nm' eine alte Kopie 
von a) No. 24. Mir unbekannt, wo sich das 
Bild jetzt befindet. 
No. 53 a) Eine andere Kopie, die ebenfalls 
für Original ausgegeben wurde, besass früher 
der Fürst Chigi in Rom. 
54) Die das Kind anbetende Madonna. 
Auf Holz. In der Galerie Leuchtenb erg 
zu St. Petersburg. Alte Kopie nach dem 
Bilde in den Ufiizien zu Florenz (a) No. 22). 
55) Madonna della Oesta (La Vierge au 
Panier). Dieselbe Darstellung , wie a) N0. 
23. Befand sich früher in der Galerie des 
Herzogs von Orleans, in welche es mit an- 
deren (ächten) Werken Oorreggids aus der 
Galerie Odescalehi zu Rom übergegangen 
war. Das Bild wurde fiir Original gehalten, 
ist aber nur eine gute alte Kopie: möglicher 
Weise diejenige des Girolamo da Carpi (S- 
Text xvI) , Welche Vasari dem Original zum 
Verwechseln gleich erklärte. Nach England 
verkauft, befand es sich schon zu Anfang 
dieses Jahrh. in der Galerie Staiford oder 
Bridgewater zu L o n d o n , welche jetzt dem 
Lord E l l e s m ere gehört. Dort sah Waagen
        

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