Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1597105
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Antonio Allegrfil 
Mittel Kunstsehätze zu erwerben. Oder sie 
konnten sei es ihm, sei es seinem am spani- 
schen Hofe vielbesehäftigten Sohne Pompeo 
als ausserordentliche Belohnung vom Kaiser 
überlassen sein. Nach den lllittheilungen von 
Urlichs aus dem k. k. Haus- und Reiel1s- 
archiv zu Wien hat es den Anschein, wie 
wenn Pompeo beide Bilder gleich dem vori- 
gen (No. 34) aus der Sammlung des Antonio 
Perez an sich gebracht habe; allein mit Be- 
stimmtheit erhellt das nicht aus diesen Be- 
richten, und so bleibt die Frage offen, auf 
welche Weise die Leoni zu den Gemälden 
gekommen. Dass dies aber die Originale 
gewesen, lässt sich mit Sicherheit annehmen. 
Beide nun für Rudolf II. dem Pornpce Leoni 
abznkaufen, war der schon erwähnte kai- 
serliche Botschafter Khevenhiller eifrig be- 
müht. Am 7. Juli 1600 schrieb dieser von 
Madrid aus seinem Herrn; "Bey erster Ge- 
legenheit will ich mit Don Pompeo Leon 
über seine gemiil und allein als für mich 
selbs handelnc; dabei bemerkt er später 
ausdrücklich, dass sie nzu Maylandt sein". 
Pompeo wollte für jedes 800 Dukaten haben, 
was Khevenhiller nicht geben wollte. Doch 
kam der Handel zu Stande, ohne dass in- 
dessen berichtet wäre, wann und auf welche 
Weise. In dem Inventar der Prager Schatz- 
u. Kunstkammer vom Anfang des 17. Jahrh. 
ist wol Die Danae, nicht aber Die J0 ver- 
zeichnet; sie ist wahrscheinlich gleich nach 
Wien gekommen. Dagegen findet sie sich 
in der Schatzkammer zu Wien im J  1702 
(s. Tolner bei N0. 34). Das Bild hat nicht 
unerheblich gelitten, namentlich an der lin- 
ken Hüfte der Je. s. Stiche N0. 265-267. 
35) Zwischen 1530  1532. Leda mit ihren 
Gespielinnen beim Bade, von Schwänen 
überrascht. Auf Leinwand. Im B erliner 
Mu seum. Höchst wahrscheinlich mit dem 
folgenden Bilde, der Danae, vom Herzog 
Federigo II. von Mantua als Geschenk für 
Karl V. bestellt. s. Text xxvr. Da man frü- 
her keine Nachricht darüber hatte, wann 
und wie die Gemälde nach Deutschland ge- 
langt sind, hat man was über ihre dortigen 
Schicksale erzählt wird für Fabel gehalten 
und dagegen angenommen, sie seien im Be- 
sitze der Herzöge von Mantua geblieben und 
erst 1630 , als nach der Einnahme der Stadt 
durch die Kaiserlichen die reiche Sammlung 
der Gonzagazerstreutwurde,in andere Hände 
übergegangen und alsdann von der Königin 
Christine von Schweden erworben werden. 
DieseAnsichtvertrittinsbesondereA. Coppi 
in seiner kleinen Schrift  die Literatur). 
Allein in dem genauen und ausführlichen In- 
ventar, das im J. 1627 über die gesammten 
Kunstschätze der Herzöge von Mantua aus- 
gefertigt wurde (bei Carlo d' Arco, Arte di 
Mantova etc. 11. 143-150 veröEentlicht, s. 
N0. 31) findet sich keine Spur jener Werke 
von Correggio; ebenso wenig in dem Inven- 
tar der kleinen aber gewählten Kunstsamm- 
lung der Isabella Gonzaga (i- 1539), das um 
die Mitte des 16. Jahrh. ausgestellt wurde. 
Damit erweist sich jene Annahme als irr- 
thiimlich. Aus demselben Grunde ist nicht 
denkbar, dass die Bilder bei der Plünde- 
rung Mantuas, gleich einem Theil der be- 
rühmten dort beündlichem Arazzi abhanden 
gekommen, mit diesen als Kriegsbeute nach 
Prag geschafft worden, nach der Einnahme 
dieser Stadt durch den schwedischen General 
Königsmark nach Schweden und auf diesem 
Wege in den Besitz der Königin Christine 
gelangt seien (von den Arazzi meldet dies 
Blainvilles Reisebesehreibung etc. über- 
setzt von J. T. Kühler. Lemg01764. 111.79). 
Von den Bildern ist, jene die Danae betr. 
Stelle von Lomazzo (vergl. No. 3-1) ausge- 
nommen, seit Vasari bis in die 2. Hälfte des 
17. Jahrh. in Italien überhaupt keine Rede 
mehr, und dies scheint deutlich anzuzeigen, 
dass sie nicht mehr im Lande waren. 
Dagegen sind neuerdings bestimmte Nach- 
weise aufgefunden, dass die Bilder früh nach 
Deutschland gekommen sind (s. Literatur: 
Urliehs, Pcrger, Geffroy). Wie unter N0. 33 
bemerkt, war Graf Khevenhiller, Rudolfs II. 
Botschafter, in Spanien für Ankauf nam- 
hafter Kunstwerke vielfach bemüht, und im 
J. 1603 gelang es ihm, zwei Originale des 
Correggio, Die Leda und Den Ganymedes, 
aus der Sammlung des Antonio Perez an sich 
zu bringen. Vermuthlich hatte dieser beide 
Gemälde von Philipp II. zum Geschenke er- 
halten; ein Beweis, wie hoch er in der Gunst 
des spanischen Königs stand. Nach seinem 
Sturze war dann die Sammlung , die zuerst 
verkauft werden sollte , an den königlichen 
Schatz zurückgefallen; aus ihm erwarb Khe- 
venhiller jene beiden Bilder, nachdem der 
König sie hatte kopiren lassen. 
In dem Inventar der Prager Schatz- und 
Kunstkammer vom Anfang des 17. Jahrh. 
(etwa um 1621) findet sieh Die Leda also 
verzeichnet: Leeda mit vielen Weibern im 
Baad, ein fürnemes Stück, vom Correggio. 
Unzweifelhaft wurde sie dann nach der Er- 
oberung Prags durch die Schweden im J. 1648 
mit der Kriegsbeute nach Stockholm ge- 
bracht. In einem handschriftlichen Verzeich- 
niss der Kunstsammlung der Königin Chri- 
stine vom J. 1652, das die Bibliothek zu 
Stockholm aufbewahrt, ist sie unter N0. 52 
angeführt: Un grand tableau avec plusieurS 
femmes, dont l'une tient un eigne entre ses 
bras (unter No. 7 8 ist vielleicht eine kleinere 
Kopie des Bildes, die möglicher Weise Ru- 
dolf II., ehe er in Besitz des Originals kam, 
in Spanien hatte nehmen lassen: vUn petit 
tableau, ou est peint une femme avec 1111
        

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