Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596876
Antonio Allegri. 417 
lassen und vergeblich dem Stadtrathe ange- faltigkeit eines in verschiedene Momente sich 
boten hatte, sendete er 1708 seinem Neffen, ausbreitenden Inhaltes. Selbst in seinen gros- 
dem Bischof Resta von Tortosa. Endlich suchte sen, iiguren- und gruppenreiehen Darstellungen 
man 1786 wenigstens die Gebeine des berühmten ist immer nur ein einfacher Inhalt von durchaus 
Todten auf ; doch blcibtiungewiss, 0b man wirk- einheitlicher Natur ausgesprochen. Die Him- 
lieh die seinigen gefunden. Schon jene Stelle melfahrt Jesu in S. Giovanni, die Himmelfahrt 
der Cronaca Zuceardi berichtet, dass die Reste Maria im Dome; beide schildern nur diesen be- 
des Meisters, als man ,die Kapelle mit seinem stimmten Moment; die ganze Schaar der bei- 
Begräbnisse nieder-riss, vin geringer Entfernungu wohnenden Engel, IIciligen, Apostel und Kir- 
an einem anderen Orte beigesetzt wurden; die- chenviiter sind lediglich der begleitende Chor, 
ser ist wol näher bezeichnet, aber nur nach der der mit seinen mannigfachen Stimmen in den 
Erzählung eines Dritten, dessen Augenzeiigniss angeschlagenen Grundton einstimmt. Nirgends 
nicht einmal unbedenklich ist (ehe parte ha ve- eine Gruppe, die noch eine andere, eine selb- 
duto, partc ha sentito da chi verle). Auch in ständige Empfindung auspriigte; alle sind im 
einer walten kleinen Chronik" wird gemeldet, Ausdruck, in der Bewegung nur auf den eigent- 
dass die Gebeine im J. 164i an einen anderen liehen Vorgang behogmh Glelchßl-weise fehlt es 
Platz verbracht werden seien. Von den gefun- im einer architektonischen, das Ganze in wir- 
denen 1101161113510", Wclßhß, "Wie 11118 Vißlßn B6- schiedene Darstellungen gliedernden Einthei- 
Weisen überzeugend hervorgehen, dem groSSeH lung, wie sie sonst in grösseren monumentalen 
Künstler angehörten, sandte die Behörde von Malereien damals gebräuchlich WM; die ganzg 
Correggio den Schädel au die Akademie Von Kuppel ist wie Ein grosses Bild behandelt. Und 
Modena, wo er noch heute aufbewahrt wird, wenn Correggio im Nonnenkloster S. Paolo den 
während die übrigen Gebeine in Oorreggio in ihm gegebenen Stoff in eine Reihe von Bildern 
einer Urne im Stadthause verblieben. Neuer- auseinanderlegt, so spricht er doch in allen mit 
dings geht man in Parnia damit um, dem Meister spielender Mannigfaltigkeit, ohne eine tiefere 
eine Statue zu errichten. So soll das Mythische, Verbindung zu suchen, dieselbe Grundstimmung 
das seinem Leben und Wirken immer anhing, aus. Dieselbe Einfachheit des Gedankens zeigt 
nun auch in Stein noch verewigt werden, da uns sich in den Altartafeln sowie in den mythologi- 
kein Abbild seiner Gestalt erhalten ist. sehen Werken des Meisters. Wenn der Maler 
Auch nicht in Schülern, die sich ihm unmittel- einmal, wie in der Ledh, verschiedene Momente 
bar angeschlossen hätten, hat Correggio sein zu schildern scheint, so ist doch das Ganze in 
Andenken hinterlassen. Es war schon die Rede Einer Empfindungbeschlosscn und schildert diese 
von dem grossen Einfluss, den seine Kunstweise nur auf verschiedenen Stufen. 
auf die folgenden Epochen ausiibte; allein seine Aiiein mich dem Umfange nach ist das Feld 
Qharakteristik wird ergeben, dass er eine Schule Seinni. Vnistniiiingnn ein nng begrenzten Un_ 
1111 9159111119119" 111111 111191191911 8111119 1199 11191195 zweifelhaft war sein Gesichtskreis, gleichwic 
1119111 111111911 1191111111- 11111111119111919  sein Leben still und klein verlief, ein beschränk- 
11111 91' 1111191111911 11111911 11911 11111191191191911 111911911111" ter. Correggio nahm nur geringen Antheil an der 
11919 8911131? auf FYMIZ: Mazzola (Parmiglßnlno): erweiterten Bildung seines Zeitalters und stand 
äranc. MaiiakRondanii  nicht, wie Rafael und Michelangelo, im Mittel- 
G911 W9111gBg9 9113111911  931,11 1112x1512 punkte der die alte und neue Welt umfassenden 
Giiiziillilß, I9T11f11 1119 1 1: B911; 9.11119  119 7 humanistischen Interessen; weit weniger als 
111119 1111 011'111)  111199919 11911 Jene Meister gab er den Ideen Ausdruck welche 
Abbatc, die Proeaccini gingen in seinen Spuren. das Jahiin bniveninn. Auch Seine eigene Eim 
A15 39111111111 311111 1111 1116119111111 81111111) 1119 11911 111111 bildungskraft hatte den reichen Zug nicht, der 
das Vorbild fur eine weitverbreitete Kunst em- Seine grossen Znitgnnnssnn kennzeichnen Man 
11111181911, .l9119911 119111911 11111 9111911 11111911 1'911 111111 könnte den Meister arm an Erfindung nennen, 
311 111119911 1191111091119", 1111119111191 1199 5191119111119 wenn man unter Erfindung die Fähigkeit ver- 
t1111111" 5111111111 es 11111111 1111111 111111111599 1191 C11191991 steht, verschiedenartige Vorstellungen in man- 
s eht' 111111 111111111111111111 11119 3911119111119 1191111911 nigfaltigen Formen bildlich auszupriigen, Erfin- 
19111111111" dung hatte er, sofern er für seine Figuren, ihre 
Gruppirung, ihre Geberden und Bewegungen 
XXVHL 111111111119115111" einen unerschöpflichen Reichthum von Motiven 
Blicken wir zurück auf die gemeinsamen Merk- besass. Aber einen gedankenreichen Inhalt zur 
male, welche Correggids Schaden kennzeichnen, Ereheinung zu bringen, das lag nicht in seinen 
90 finden wir vor Allem, dass die Vorstellungen, 1111110111- 
 seine Kunst bewegt, durchweg einen Daher bewegt er sich auch nicht in Kon- 
 trastenuund schildert nicht dieentgegenge- 
   e dei bib- setzten Zuge des Lebens. Namentlich nicht JGIIG 
11S0hen Geschichte oder der klassischen Mythe Momente, welche tiefer in den Kampf und 
entnimmt:immersehilderterschlichteVorgänge, Zwiespalt desselben eingehen. Versucht er 
Ohne verwickelte Beziehungen, ohne die Mannig- sich einmal in solchen Vorgängen  wie sie da- 
1119YSI, Künstler-Lexikon. I. 53
        

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