Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596858
Antonio Allegri.  415 
rechtigkeit, der Mäßigung, der Stärke und der ler der Tod ereilte, ehe er mit der Vollendung 
Klugheit. Auf der anderen Seite etwas mehr des Werkes, was dann wol sein letztes gewesen 
zurück gleichfalls sitzend eine jugendliche Frau wäre , zu Stande gekommen. Die Leinwand ist 
von zarterer Anmuth, mit der einen Hand init- mit einem warmen Braun grundirt. Die Genien 
telst eines Zirkels einen Globus inessend, mit in der Höhe des Bildes sind erst mit rother Farbe 
der anderen hinausdeutend auf die im Hinter- umrissen, nur einer mit Schwarz und Weiss an_ 
grundeleuchtende landschaftliche Ferne, wol die gelegt und im Kopfe leicht kolorirt; die Figur 
Weisheit, welche mit ihren Geberden die Kcnnt- der Tugend ist mit Wciss und einem bräunlichen 
niss der göttlichen und irdischen Dinge andeu- Schwarz angelegt; diejenige der Vietoria zum 
tet. An sie gelehnt und auf den Globus deutend Theil schon ausgeführt, aber wie man sieht auf 
einer jener nackten Putti, die Correggio kaum ähnlicher Untermalung, da das Fleisch warme 
in einer seiner Darstellungen fehlen lässt, ein Schatten hat. Der Kopf der einen neben der Tu- 
anmuthiger Schalk, der mit seinem kindischen gend sitzenden Figur ist ganz vollendet und von 
Spiel den Ernst der Sache in die Heiterkeit des grosser Aninuth , so dass er denjenigen auf dein 
Humors leise hinüberzieht. Ueber der ganzen Bilde im Louvre übertrilft. Himmel und Hinter- 
Gruppe drei geflügelte weibliche Genien, zwei grund sind oifenbar alla prima gemalt. Mengs 
leicht gewandet, die dritte nackt, aus dem am bewunderte, wie sich schon in der blossen An- 
Hiiiiinel erglänzendcn Lichtmcer herabgchwg- lage die Aniiiuth und das Verstündniss des Mei- 
bend; die Göttinnen des Ruhmes, kaum zu Mlid- stcrs nicht minder als in seinen vollendeten Wer- 
clien gereift, mit Leier und Droiniiiete, in jener kcn bekundet, wie in anderen kaum angemalten 
kühnen und leichten Bewegtlieit, mit welcher Theilen schon die Wirkung der Natur volikom- 
Cci-reggio den Schwung solcher luftigen Ge- inen crreiclitsei. Und überall schon volle Sicher- 
Schöpfe zu Versinniichen Weise Sie bilden zu licit der Verkürzungen. "Es gibt viele Malereien 
der stillercn Schönheit der drei bedeutsamen Correggids  fügt er hinzu  die schöner sind 
Frauen den anmuthigen Abschluss. Es dießßi 311913311 helfe? 31x all: fGräsäf däs 
Das e enstück ist das von den Leidenschaf- eisters (Gut 1c 91' z" r lilgeii- 110 m1- ün  
ten unigrjäehte Laster. Halb liegend sitzt ein ifirndagss dies nicht Yollenflcte Bild das ausgei 
       
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sind. Neben ihm zieht in gebückter anstemmen- der Unierlnalung m" 101cm angedeutct smfii 
der Stnnnng eine üppige nackte Fmnengestalt schon die ganze Anmutli, den lebensvollen lteiz, 
den Strick fester, welcher den einen Fiiss gefes-  dgkäglwitflgeqliääriltän stieß fMiistei-scigien 
er andeien Seite halt stehend eine zueite in r  nt W  d_ h n  h 
beiden Händen Vipern, die auf die Brust des äesplem m1 esong ("S somajnc (m3 agousc an 
Lasterhaften schon die giftigen Köpfe richten: garätenilngeäuanhaägi; Belzengcdlrralleä Efld 
         enien in sc oner ruppirung n en sie ier 
(xi häriägxllwgnänägsällää zu einem heiteren Dasein zusammen, dabei man 
Ausdruck, die Wollust, welche eine an sein Ohr sich gern? deriken mag ' (mit eine Pefereßge- 
gehaltene Flöte bläst; noch horcht er also den ziehung diese Gestalteninncrhch verbinde u.ihrer 
irönen W81 Ch e seine Sinne her-linkt haben Ganz liebenswürdigen Erscheinung zugleich diesen see- 
im Vnlidergnnnde aber schaut überdnn Rand des lenvollcn Charakter gebe (s. Verz. a) N0. 39). 
Bildes die Büste eines lachenden Satyrkiiaben, 
in der Hand eine Traube. Das ist wieder der XXVH- Sein Ende- 
Bote aus jener Genienwelt, die für Corrcggio Jene Werke Correggids, welche sich mit aller 
überall gegenwärtig ist; auch hier mildert er den Wahrscheinlichkeit in seine letzten Lebensjahre 
etwas gedankenschiveren Ernst der Darstellung setzen lassen, sind die einzigen Zeugnisse, welche 
lind nimmt "das Lasten von der leichten liebens- wir von diesen haben; sie gestatten wenigstens 
würdigen Seite: während über ilini der ältere Ge- den Rückschluss auf die ungebrochene Kraft des 
nosse unter schwereren Lüstcn büsscn muss, er- Meisters und die heitere Lebensanschauung, die 
freut er sich noch des frischen Rcbensaftes. er sich gewahrthat, während die niztanielleln Akte, 
Eine etwas veränderte Wiederholung der darin sein Name in dieser späten ' el vor ommt, 
siegreichen Tugend, welche sicher von Correggio nichts als seine Existenz bekunden. Die fiir den 
herrührt, aber unvollendet geblieben ist, findet Kaiser bestiminlten Bllldßf änvglfiäl längergglge- 
sich in der Galerie Doria zu Rom. Das Bild worden sein; ass (ann ie eine ag aena 
Scheint mehr auf Ausführung in Tempera als auf (in Dresden) in da? Jalff 1533 {wie , ist bIOSSe 
solche in Oel vorbereitet zu sein und ist in sei- Vermuthllllg Punglleßnlä, und hßfßhßtßns lässt 
nem unfertigen Zustande für die Behandlungs- Sieh 8111131138112 dass es überhaupt m der späte- 
weise des Meisters von grcssein Interesse Ueber ren Zeit des Meisters entstanden sei (s. p. 403). 
seine Bestimmung und früheren Besitzer haben Mit einigem Grunde dagegen haben wir die für 
wir keine Nachricht; vielleicht dass den Kiinst- Isabella Gonzaga bestimmten Temperabilder
        

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