Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596750
Antonio Allegri. 405 
hatte also Correggio ganz vollenden wollen, ob- grino, der Vater unseres Antonio, in der Heimat 
wohl so wenig fehlte, dass sich der Mangel oder Correggio die Interessen von dessen Frau Hiero- 
die fremde beendigende Hand nicht erkennen nyma. Der Prozess, den diese mit ihren Ver- 
lässt. In seiner Natur lag ein solches Abspringen wandten führte, Wni" nicht iaiiäe Vorher durch 
sicher nicht, alle seine Werke scheinen wie in Vergleich g-eschliehtet werden, und nun trat in 
einem Gusse vollendet und sind auf das Sorg- jenem ersten Dokumente vom 20. Miirz die Ge- 
samste durchgeführt. Die Dombesteilung muss genpartei gegen Bezahlung noch einige Morgen 
ihm gründlich verleidet gewesen sein. Und da, Landes ab. Auch dies ein Zeugniss für den stei- 
ihm Lomazzo nachrühmt, dass er gegen Tadel gendcn Wolstand der Familie. Von der lfliero- 
durchaus nicht empfindlich gewesen, so müssen uylna aber ist seitdem nirgends mehr die Rede, 
die geistlichen Herren, um ihn soweit zu bringen, und (in, Ven iilrenl 'l'0(ie in den KiYenenbiieileTn 
arg an ihm genergelt haben. Dazu inochte dann von Correggio keine Spur sich findet, spricht 
freilich kommen, dass die Parmesaner dieser auch dies für ihr Ableben in Parma, und zwar 
neuen Malerei wenig abzugewixmen wussten. vor 1530.  
Parma nahm an der grossen Kunstbewegungy Denn noch vor Schluss dieses Jahres, kaum 
welche damals dem Leben in den italienischen nachdem er für seine Bemalung der Domkuppel 
Hauptstädten und selbst in kleineren Orten einen die zweite Zahlungsrate erhalten , scheint unser 
so entschiedenen Charakter aufprägte, nur ge- Meister nach Correggio zurückgekehrt zu sein, 
ringen Antheil, und seine Bewohner waren in um dort sich wieder anzusiedeln und den Rest 
der Empfänglichkeit für das Künstlerische sicher seines Lebens zu verbringen. Offenbar hatte im 
zurückgeblieben. Die Stumpfsinnigkeit, welche Mai jenes Jahres die Rückkehr noch nicht statt- 
an ihnenAunibale Caracci am Ende desliiJahrh. gefunden; denn am 131. Mai 1530 vermithete der 
rügte, mochte von altem Datum und schon un- Vater Pellegriixo, augenscheinlich für den ab- 
serem Meister fühlbar gewesen sein. Wir haben wesendßn Sohn, ein im Borgo Nuovo bei der 
gesehen, dass eY Zn Perma- Seii Anfang der Kirche S. Eraneesco gelegenes Haus, das bei 
zwanziger Jahre in immer steigendem Ansehen der Stahlichtung des Prozesses wahrscheinlich an 
stand; allein diese Anerkennung muss man sich die Gattin Anwninls gefniinn war, nni jiihi-iich 
doch wol auf die kunstverständigen und kunst- 12 Lire nn die Eheienie Giovnnni und Lncin 
liebenden Kreise beschränkt denken. Schien iviei-iini (woi Verwandte den Finni Schon am 
doch die lllenge, als 1550 Annibale an seinen 29. Nov. 1530 kaufte aber Antonio selbst in der 
Vetter jene von der Bewunderung des Meisters Heimat ein Grundstück von derLuerezia Pusterla, 
erfüllten Briefe schrieb , von diesem kaum noch von Mantua, der Wittwe eines Giovanni Cattania 
Kunde zu haben; einem Untergangs gleich er- von (Jorreggio, um 195 scudi und 10 soidi (Un- 
schien ja dem Anuibale sein Schicksal in diesem kundo bei Pungileoni ll. 231). Es waren wol die 
Lande , nwe er nicht gekannt waru und das vof- Ersparnisse seiner Arbeiten zu Parma, und ins- 
her der Briefsteller nalles guten Geschmackes besondere der neuesten im Dome, welche er auf 
baan, nennt. Das waren nicht bloss Nachklange diese Weise als sicheren Erwerb und Vermögens- 
der Sage, sondern bestimmte Eindrücke, darin zuwachs anlegte. Im Februar 1531 befand er 
sich Caracci nicht täuschen konnte. Zwar bewies sich wieder in Parma, aber nur vorübergehend, 
uns die lliadonna della Scala, dass das Ansehen um mit den Bauvorstehern des Doms eine nicht 
(Jorreggids auch in weitere Kreise gedrungen näher bezeichnete Angelegenheit zu ordnen. 
War. Allein von seiner Kunst und Wissenschaft 1532 finden wir ihn in Correggio zweimal als 
verstand die Masse der Parmesaner gewiss nicht Zeugen aufgelührt, den 26. Okt. und 28. Dez., 
viel, und zu dem kühnen, jubelnd gcdrängten ebenso 1533 den 7. und 15. Jan. Am 8. Sept. 
Gestaltenheer der Domkuppel mag sie erst rath- 15153 kaufte er dann von Neuem einige Acker 
los und offenen Mundes, dann nergelnd und Landes. Am 24. Januar 1534 endlich wurde ihm 
Sehmälend aufgesehaut haben. War dem so und die Ehre zu 'i'heil Zeuge bei der Ausstellung der 
hatte zudem eine Art Rückschlag in der allge- Mitgift von 20,000 Goldscudi zu sein, welche 
meinen Anerkennung stattgefunden: so ist bc- Ülßln- von Uorreggio, die Tochter des Gian- 
greiiiich, dass der Meister, der Arbeit im Dome Ffnneesee, den damaligen Herren des Liiiid" 
überdrüssig, auch dem ferneren Aufenthalte in eilene, Zn iilfef Veimiiiiinä mii iPPQiiiÜ Giimbii-iä- 
Parma abgeneigt war. eriiieit- 
Diesen aber mochte ihn mehr noch der Tod Diese Reihe Ven Zeugnissen bestätigt, linßS 
seiner Gattin verleidet haben, der gegen Ende Seit Ende des 531530 Ceifeääie Ven Neuem Sei- 
der zwanziger Jahre, whhi-Snheiniich hahi nach nen Aufenthalt m der Heimat genommen hatte. 
1523 nnd in Parma eintrat. Dass sie in der ersten Wahrscheinlich wohnte er dort im eigenen Hause, 
Hälfte des J. 1,528 noch lebte, ergiebt sich aus Von dem wir nicht Wiesen, 0b eS Sehen der 
zwei Urkunden vom 20. und 22. März (Pungi- Vater besessen oder es das vom Oheim ererbte 
leoni Il. 227), darin sie noch unter den Leben- War. Wenigstens Verkaufte Sein Sehn P0111- 
den angeführt ist. Zugleich erhellt daraus, dass Poiiio im Dezember. 1550 um den (in-male nicht 
das Ehepaar nach wie vor seinen Wohnsitz in unbeträchtlichen Preis von 109 Goldscudi ein 
Parma hatte; in jenen Urkunden vertritt Pelle- Haus, das in der alten Vorstadt, im Borgo
        

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