Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596740
[Qäümwww 
Allegril 
{Lntonil 
höchste Blüte seiner Kunst, im Noli me tangere, Arbeiten solchen Antheil nahm: das bezeugt 
im Ecce homo und in der Kreuzabnahme findet von Neuem das hohe Ansehen, zu dem es Cor- 
sie sich gleichfalls. Allein auch als selbständigen reggio, in seinemKreise und zu seinen Lebzeiten 
Gegenstand des Bildes hat er sie sonst noch be- wenigstens, gebracht hatte. 
handelt, wenn gleich einige dieser nun verschol- 
lenen Magdalcllcil ihm fälschlich zugeschrieben XXIV. Letzte Erlebnisse in Parma. Rückkehr in die Heimat. 
worden (s. Verz. b) N0. 89-91). Von einer  die Bgzighungen zum Hofe von Mantua. 
also sicher sein Werk war  berichtet die schon Nehnn den religiösen Stoffen hat Cnninggin 
genannte Veinnieil Giinlnniil, in einem Briefe öfters und namentlich in seiner späteren Zeit 
vom änSept. 1528 an Beatrice dEste von Mantlua: mythologische Vorwürfe behandelt, wie ni. in 
"ieii Winde giillineni inieii gegen Eliiie Heiliiieii" damit auch seine Laufbahn in Parma begonnen 
keili zll verfehlen wenn ich iiieill Einiges hatte Gemälde in denen sich seine Eigenthüm- 
über das Meisterwerk der Malerei mittheilte, das lichknit und Mnisternnhnl-i nicht minder kenn_ 
nnsei Antonio Allegii enen jetzt Veiieniiei iiill", zeichnen. Doch ehe wir uns damit beschäftigen 
(in ieii Weise dass E- iieiiiii-i nie sich Veiliileiiiiieii haben wir einen Blick auf seine letzten Lebensl 
iiiii solche Dinge Veinieiilli einen Fielllie haben jahrc und Schicksale zu werfen, denen die Haupt- 
Wirn- Das Bild Stellt die Magdalena in nei Wüste werke dieser Gattung der Zeit nach sehr nahe 
vor, in eine düstere Höhle geflüchtet um Busse steheih 
zu thun: sie knieet von der rechten Seite, mit Es scheint dass Cohieggin nachdem er seine 
verschränkten zum Himmel erhobenen Händen, Malerei in dnl- Domkllppel ziim grösseren Theil 
iiin Vergebung flii lilie Sllnnen zu eiiielieni iiiie vollendet hatte des Aufenthaltes in Parma über- 
schöne Haltung, der Ausdruck des edlen lebhaf- drüssig zu werden hegnnih Zweierlei mag daran 
lien schmerzen) iiili neeiieli lieizelineii Gesicht Schuld gewesen sein: die kühle Aufnahme jenes 
machen sie bewundernswerth, so dass jeder er- Werkes Seitens der Pninnennnni. und namentlich 
sinlini Wer sie einlieki- in (lieiiein Werk hat er der Tod seiner Frau. Jene boshafte Vergleichung 
iiiiee Einiiiiene nei Kliiisln dann er giiosser mit einem Froschgericht ist wie bemerkt sicher 
Meister ist, ausgesprochene. Hier also eine Mag- ein Mlihrnhen gewesen. allein dass das Bonn 
dalena in der Bewegtheit ihres tief erschütterten kapital aus was für Gründen iinniei. an ienel. Ai._ 
Geinlliiieii Dies lliiiligene nie einzige Nneiiiiieiitr beit Manches auszusetzen wusste das erhellt 
Weieiie uns von dem Welke eiiiiilien ist? es ist fast unzweifelhaft aus einem Briefe des Malers 
verschollen. Denn eine Magdalena in ähnlicher Beinnrnliiio Gntti gen Snjain den ein Zeitgn_ 
Anordnung und Stellung, Welche lieben lichten nosse Allegrfs, den Manchen für seinen Schiller 
Werken des Meisters und ebenfalls illiii Zuge" gehalten wird, jedenfalls aber in seiner Manier 
schrieben aus der Sammlung des Herzogs von gemalt hat. Gatti, von der Brüderschaft der 
Bracciano zu Rom in die Galerie Orleans iiber- lllniienknche der Bogen Slecnntn in Pninin nnf_ 
ging und jetzt meines Wissens gleichfalls Veii" gefordert in dier letzteren Malereien auszuführen 
Schilllen ist: Will jedenfalls iiiiiieiii iinn zeigt besorgte von Seiten der Besteller allerhand Willi 
schon im Stiche einen de? Weise Corregglois m" kür und übertriebene Ansprüche und suchte sich 
Verwandte" Charakter (s- Velz- b) NO- Siil- dagegen zu schützen, indem er (in dem Briefe 
Der Brief ist ein interessantes Zeugniss für die an Einen (lcrselbcn Namens Damiano Cocconi) 
Theilnahme, welche die Arbeiten und Erfolge daran erinnerte, wie viel Herbes undUngercchtes 
des Künstlers auch bei seinen Herren in der Hei- hinsichtlich der Fresken im Dome dem Correggio 
mat fanden. Das Bild war wol in Parma gemalt, zugefügt worden. Dass es zwischen diesem und 
wo sich der Meister zur Ausmalung der Doln- seinen Auftraggebern zu Misshclligkeitcn ge- 
kuppel im J. 1525 befand, Vßfonica aber ver- kommen, war also stadtbekannt. 
weilte damals, bevor sie nach Bologna ging, Einerlei nun, ob dies Vcrhältniss durch eine 
noch in Correggio. Dass diese Magdalena für sie tadelnde Kritik der nahezu vollendeten Kuppel 
gemalt gewesen, ist nach dem Wortlaut des von Seiten des Domkapitcls oder etwa durch 
Briefes nicht anzunehmen. Ueber weitere Bezic- Dilferenzen hinsichtlich der weiterenAusführung 
hungcn des Meisters zu der begabten Frau, die getrübt war: die Lust an der Arbeit war dem 
ihrerzeit neben der Vittoria Colonmt als Dich- Meister jedenfalls verdorben. Mit dei-Ausmalung 
terin vfast den lliännernc gleich gestellt wurde, der Kuppel war erst die Hälfte ungefähr der von 
ist uns leider keinerlei Nachricht erhalten. Dass ihm übernommenen Arbeit gethan; auf die an- 
er vielleicht in seiner Jugend einige Räume ihres dcre Hälfte scheint er aus freien Stücken und 
Palastes mit Malereien geschmückt habe, ist eigenem Antrieb verzichtet zu haben. Denn die 
schon früher erwähnt (p. 360). Später scheint er Geistlichen schienen noch wie früher bemerkt zlf 
kaum mehr für sie beschäftigt gewesen zu sein, lioliiell, dass er sich zur Fortsetzung der Malcrßl 
auch fand sich in dem Inventar, das nach ihrem verstehen würde, da sie den Anspruch auf 
Tode von ihrer Hinterlassenschaft ausgestellt 140 Lire Entschädigung, den sie wegen eines 
wurde, kein Werk von seiner Hand angeführt kleinen an der Kuppel noch fehlenden Stückeß 
(Pungileoni I. 96). Dass aber Veronica auch Arbeit zu haben meinten, erst nach seinem Tode 
dann noch, als er in Parma wohnte, an seinen erhoben. Nicht einmal die Malerei in der Kuppel
        

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