Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596668
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Antonio 
33.152? 
lerei, war aber natürlich andrerseits ein Verlust. von Privatleuten höher bezahlt worden sei. Das 
In der architektonischen Umgebung oder Ein- ist ein Irrthum; dennoch ist jener Preis nicht 
rahmung, die einige von Correggids Madonnen- allzu gering und würde jedenfalls einem unbe- 
bildern haben, zeigt sich wol Verständniss der kannten Meister nicht gezahlt worden sein. Zu 
Baukunst; allein 0b er im Stande gewesen wäre einem ähnlichen Resultat kommt Tiraboschi, in- 
einen Bau zu entwerfen, ist sehr zweifelhaft. dem er einer Abhandlung des Antonioli über 
Wie die Ausbildung des eigentlich Malerischen die Münze von Uorreggio folgt. Demnach be- 
das Architektonische immer mehr zuriick- trug im J. 1522 der Golddnkaten 4 Lire, 7 Soldi 
drängte, das zeigen ja auch die Venezianer, wenn und ö Denare laufender Münze von Correggio, 
gleich dieselben bauliche Hintergründe zur De- welche genau dieselbe war wie die sogen. alte 
koration ihrer Bilder trefflich anzubringen wis- von Reggio; daher entsprachen jene 208 Lire 
sen. Wie aber diese Loslösung von der Archi- 47 und einem halben Golddukaten oderZechinen, 
tektur auch auf die Malerei selber wirkte, wer- 3 Soldi und 9 Denarc. Ein solcher Preis , meint 
den wir noch später sehen. 'l'iraboschi, stimmte allerdings nicht zu dem 
Werthe, den zu seiner Zeit die Werke des Mei- 
    sters hatten, stand aber doch für Correwgiols 
XXII. Die Altartafeln aus der Zeit der hochsten Entwicke- eigene Zeit nicht zu Sehr ausser Verhälmäass zu 
hing. Die Nacht. Madonna des hl. Sebastian. Madonna den Zahlunäen) die er Sonst empfing De Bmsk 
 dann Scodellh" ses (Lettres sur fltalie, lll. 353-356) schlug 
Seit Anfang des J_ 1524 , da Correggio seine ungefähr gleichzeitig die Summe nach dem was 
Arbeiten in S. Giovanni sämintlich vollendet er m! Mofleflh Verhohnheh hatte finl nnäelnhl 
hatte, und während er in der Domkuppel be_ 000 franzosische Livresan, und Gulil (s. oben) 
schäftigt war, malte er eine Anzahl von Oelbip neuerdings, wie er meintnach mogllchst hohl-r 
dem, die zu seinen schönsten Werken gehören. Snhhliznnäfi nnl etwa- 1555 lhn 140 Phnnnh: Tlhhlnl" 
Zu einem derselben hatte er die Bestellung schon Diese hlhel ßelhnhnnnänn Stnnnlen Zllnnllnhhhnr" 
friiher erhalten, voiiAlberto Pratonero zu Reggio. ein? nur 1st lhelenlge Gnhl S eher elne lnlthlem 
Der Vertrag, Welchen unser Meister mit diesem als eine hochste bchatzungx Den Unterschied des 
auf einer seiner Reisen zwischen Parma und Cor- henhäen Mhmlllvehlhns In Anschlag" iänhhnnhti 
l-egg-io am 11; Okt 1522 abschloss, befindet sich wäre allerdings eine solche Zahlung höchstens 
vermutlilicli zu Modena noch im Privatbesitze; lhr einen lllöißter von mittlerem Ansehen aus- 
er ist abgedruckt bei 'l'irab0si-hi, Bibl. Mod. V1. Pelßhenll- Ünlnliläälv lnilßßs, S0 angesehen 91' 1h 
266, bei Pungileoni, ll. 180, in der Lcttera del seinem Kreise und unter den Genossen war, kain 
Fabriani, und übersetzt bei Guhl, Kiingtley- zeitlebens nicht zum Ruf eines Meisters, der auf 
briefe I. 152. In diesem Schriftstück verpfiich- nnnsnränwühnllnhn lhnlsn Anspruch nnwhen 
tet sich der Besteller dem Antonio da Correggio, kann; dann WßYCn Sßhnn ßlln kleinen Verhält" 
Maler, 293 Lire alter Münze von Reggio zu gg- nisse darin er lebte nicht angethan. Auch hatte 
ben, und zwar als Bezahlunl; einer Tafel, die er damals, als er jene Bestellung annahin, weder 
tiefSelbe in aller Vortreffiichkeit zu machen ver- den neuen Auftrag für die Domkuppel noch swi- 
sproclien, und auf welcher die Geburt des Llerrn stigc grössere Aufträge erhalten, und um so eher 
mit den dazu gehörigen Figuren dargestellt sein mochte er auch mit einem geringeren Preise zu- 
solle, nach den Maßen und der Grösse der eigen- lllnßlen Snln- Dann 61' dann aber lnlli der Ans" 
bändigen Zeichnung, welche der Meister Anm- fiihrung nicht eilte, vielleicht eben des beschei- 
nio ihm iiberbraeht habe. Dabei findet sich der denen Lohnen halber, erhellt ans der Späten Ab" 
Zusatz, dass demselben am gleichen 'l'age 40 Lire llnfennnäszelt- Wenigstens Wnlllß den Blhl erst 
alter llliinzeausgezahlt sei, sowie von der Hand lnl J- 153" in der Kapelle de!" Pratoneri in der 
Correggids die Empfangsbeseheinig-ung über Kirche S- Phnhllehn ZnRnlägln nnfgestellt- Dies 
diese 40 Lire. besagte eine noch zu Anfang dieses Jahrh. in 
Man hat die für das Bild ausgemachte Summe eben jener Kapelle erhaltene Inschrift: Albertus 
aussergewühnlich niedrig gefunden, und in der et Gabriel Ptlllfollßfll lw-eß Klo Hicrvnymi Darauf 
That scheint sie nicht im Verhhlltniss zu manchen tes nPthnl Sententln hell Vnlnßfnnt An- MDXXÄ" 
anderen Preisen zu stehen, die der Meister für Sle hnznä Slßh Wnl ehnnßn auf lliß Sl-illlnnä der 
seine Malereien erhielt. Bei der schwer zu lie- Kapelle Wln der Tnlßl- 
benden Ungewissheit über den Betrag der alten Das Gemälde (s. die Geschichte desselben 
Lira von Reggio hat man freilich nicht mit Be- Verz. a) N0. 11) befindet sich jetzt in der Drßs" 
stimnitheit ausmachen können, welchen Wertli dener Galerie und ist unter dem Namen dlfr 
nach heutigem Gelde jene Summe darstelle. An- Nacht bekannt. Es stellt das neugeborene Chri- 
tonio Grassetti, Bibliothekar von Modena, schlug stuskind unter den Hirten vor, in einer eine]? 
sie in einem Briefe an Gherardo Brunorio (vom thiimlichen Beleuchtung, die von jeher das Bild 
29. März 1716) nach sicheren Anhaltspunkten auf zum Gegenstande besonderer Bewunderung 38' 
etwa 50 Goldscudi an (s. Pungileoni llI. 187), macht hat. Der Vorgang spielt vor anbreßhelr 
hielt aber diese Summe keineswegs für gering, dem Tag, dessen erste Dämmerung sich leise am 
sondern meinte, dass damals kanni ein Maler fernen Horizonte zeigt, in einem verfallenen
        

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