Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596624
33.92 
Antpnio Allggfxfi; 
Bewegung der Erzengel Gabriel, rings um ihn eines allseitigen Verständnisses und Könnens 
leerer lichter Raum, wie wenn er aus unendlicher mit einem solchen Reiz und dieser Leichtigkeit, 
Höhe, aus einem schrankenlosen Lichtmeer her- 4110891  Sßllfänkßnlüsßn 1119111911 
abkäme. Von allen Seiten umströmt beide in der Darstellung. 
fessellosem Reigen jauehzend und musizirend Mit dem letzteren Zuge hüngt freilich noch 
ein zahlloses Engelheer, das durch die Lüfte eine andere Eigenschaft zusammen, die auf die 
1n den freicsten Wendungen der Körperusich nachfolgende Kunst und namentlich auf diejenige 
ächuIr-rngit, väietm betlggelgrder,  GrläCClGllälOSOIll- des 16. dIahrhFvon weittragendcmhEiiniluIsJs ge- 
er us  n en 1m rei eren mg er uppe , wesen. ene rei reit war zu eic ie os ö- 
vorl eiinerdArttslI-Zrliistningkwelche äugäeich leinetrl sung von der letzten klfCllllälOIl Strenge und 
um au en en oc e (er uppc zu 1 en sc eln , Feierlichkeit, welche von der Kunst noch um 
in ruhigerer Haltung die Apostel, meistens zu 1500 war festgehalten werden. Wenn auch alle 
gwcißin grlrppilrt 11g? begßisteiä aufsehlauend m; diese Gestalten mit begeistertem Schwung zum 
cm 11mm isc an organg. zinter imen au Himmel aufschweben: es ist doch die vollste, 
(1911; 1311811211 Gsesiälß C101 Briäßglllg, 111  llläü- imbefangene Lcbenslust, welche sie bewegt. Es 
111g 9 igs 911 9 1111ää911 1111 318911, W19C 91' 9' ist bezeichnend, dass sie das Gewölbe zu saren- 
nien im 1911911  V0ln Kna-l19n gen scheinen und aus den Kirehenmauerir in die 
911111 Jüngling, C119 5191911 1119119119911 B9äl9il91n fröhliche Luft hinausstreben. Auch bannt keine 
111111 W19 1111 Vlfrliof (199  31111919995 _W9lg91'ii9l19 fromme Schranke mehr die leichtbeweglichen 
41119 S9l1ai1l9n äi9ss9nr  9911111111" Glieder, und die Gewänder, welche sie bausehig 
gen 111m: Klrßrltäglaberlläaltelg. Irgnßällihhlrglglßn vwr umiiattern, verhüllen sie nicht, sondern erhöhen 
W19 9 11 1 91' 1111119 19 V191' 9 11 n 91 18911 1'911 nur (lnrch den Kontrast den Zauber des nackten 
P9111131, Jßllänlw? der Tiillfßf, Thomas, 1111911115 schwcllenden Fleisches. Correggio war derge- 
und Bcrfnharäl, sietebenfalls auf Wlolkell V31; G9- stalt  neben Michelangelo, aber noch entschie- 
111911 an W91 S 89 195'911, 11111 111 9159191 91119" dener  der Erste, welcher der Kunst Panz freie 
iänng , W19 Wßnn S19 1911559111 (19111 Hi1nn19l Zllzii- Bahn eröffnete. Er nahm ihr, im buehältäblichen 
g9n- Unil S9  W19 9in 5911911" Sinne des Wortes, die letzten Bande von den 
1iil-I91Fl11g 119911 9i19n, (191 (119 3911m 119919911991 Händen und Füssen, auch die des kirchlichen 
der christlichen Weltin seligem 'l'aun1el von der Ucbereinläomnlons; und mm Schxvebten und H0_ 
Erii9ulnsg9liißt hat, In 11111110_1' liiillnßlnn 2115911 gen ihrc Geschöpfe, die der Erdcnlast ohncdem 
aufwarts fuhrt und endlich m ein strahlendes enthoben Waren, indcln Sie der gelösten Glieder 
Lichtmeer vor dem Auge wie vergehen 1955i in tausend Wendungen sich freuten, in alle Hö- 
Die Meisterschaft, mit welcher in dieser Dar- 11011 und Tiißfßn- 1310811111 Muth und Uuberlnuth 
stellung die grössten Schwierigkeiten  schon des Lebens entsprach vollkommen ihr Ausströ- 
diejenigen der Zeichnung auf der gewölbten men in die angemessene Weite des Himmels, 
Fläche  fast spielend überwunden sind, hat Wo S110glfichsziimtunäertauehäen in Vräinefln Meer? 
von "eher und namentlich im 17. und 18. Jahrh. V9n 1191 1111i 111i, 91'911 911i 9599 99 99 SPi9 
die llibhaftgstg Bewimderung (;1'1'ggt_ Hier Sei den schönen Gestalten doppelten Zauber ver- 
zusammcngefasst, meint schon Scannelli (Micro- lieh. WM (119 KlmSil vJS lCtZtCS Ziel 81011 Setzt 
cosmo, pp. 18 und 19), was sonst die besten Mei- schien nun erreicht. Diese volle ungefesselte 
ster nur vereinzelt gegeben hätten; wie eine Schönheit eines weltlichen Lebens in seinem 
göttliche Idee habe der einzige Antonio Allegri farben- und lichtvollcn Schein, aller stofflichen 
zum Ausdruck gebracht, was doch von einem Schwere und Noth entledigt, sie übte auf eine 
menschlichen Gedanken ausgegangen Sei. Mengs spätere Zeit, die Künstler wie das Publikum, den 
nannte diese Kuppel die schönste von allen, grössten Reiz aus. 
Welcheje gemalt worden, und d'Agincourt fand Allein zeigte sich hier Correggids Kunst in 
in ihr ein unerreichtes Vorbild. Sie ist zugleich, ihrer höchsten Ausbildung: so traten auch um 
mehr noch wie die Kilppel von S. Giovanni, auf so scharfer die Mangel hervor, welche seine All" 
die Malerei des I7. und 18. Jahrh. von grossem sehauung mit sich brachte. Dies Zauberrcieh von 
Einfluss gewesenrichon die Caracci hatten hiezu schwebenden Gestalten sollte erscheinen, wie 
die bestimmende Anregung gegeben, und was wennesdcrBeschauerwh-klichübersichsähe;das 
die KllDSlZlGf H!) CllGSBID WOPKE hlTIYlSS, hlatlgäeich Sygtgm der von unten nach Qben ggsghenen Fl- 
Annibale am besten ausgesproclcn. v c lieb ruren ist hier bis zu seinen letzten Fol en etrie- 
starr vor Erstaunen, so schrieb er am IS. April ben. Von diesen himmlischen Wcsäi eiiblickt 
1580 von Parma aus an Lodovico, als ich ein so man zunächst fast nur heftig bewegte Beine und 
grosses Werk sah, so wol verstanden in allen Füsse; auch die Madonna, das aufwärts gewen- 
Dingcn, so trefflich von unten nach oben (di detc Antlitz nicht ausgenommen, stark verkürzt. 
sotto in sü) gesehen, mit so strenger Richtig- Fast überall sind die unteren Glieder weit züf 
keit, und doch zugleich mit so feinem Sinn und Brust hinaufgezogen, und daher der edle schlanke 
soviel Anmuth und einem Kolorit ausgeführt, Wuchs des Oberkörpers verdeckt. S0 ist der 
das wahrhaft wie Fleisch istß. Das war es, was Fluss und Zusammenhang der einzelnen Gestalt 
die Künstler so sehr anzog: die Verbindung gleichsam durehschnitten;beiiigurenreichennnd
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.