Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596577
Antonio Allegri. 387 
gemessene Ornamentation in einer wirksamen kopirt, dann an der neuen Halbkuppel von Ce- 
Mischung von Arabesken und Figuren wol ver- sare Aretusi, so treu er es vermochte, wieder- 
stand. Wenn er sie dennoch in seinen monii- holt (vollendet von Ereole Pio und Gio. Ant. 
mentalen Werken so selten verwandte, so be- Paganino). Es ist die Krönung der Maria, 
kundet dies nur jene Eigenthiiinlichkeit seiner inmitten von Heiligen und Engeln; die Heiligen 
Anschauung, welche die Malerei der Architek- geschildert als tief erregte Zeugen der Hand- 
tur nicht mehr einordncte, sondern die Ausstat- hing, deren Bedeutung Maria selber mit leiden- 
tiing der Räume in eine selbständige malerische schaftlicher Innigkeit zu empfinden scheint; die 
Darstellung zusainnicnfasste. Auch der übrige Genien aber die Mittelgruppe in festlichem Jubel 
grau in grau gemalte Ornanicntenschinuck der Wie lnnflatternd, bei Spiel und Musik vom Ge- 
Kirclic riihrt in der Hauptsache, d. h. in der nuss der Seligkeit wie von einem Wirbel ergrif- 
Zeichnung von Corrcggio her; insbesondere der fen. Diese Schilderung der anmuthigsteii Iiust 
rings umlaufende Fries, die Kandelaber-Ver- ist indessen von einer gewissen Gezicrtheit nicht 
zierungen der Pilaster und die Arabcsken an den freizusprechen. Zu gutem Theil mag das auf 
Arehivolten. Der Fries wird von Genien gebil- Rechnung der Nachahmung kommen; niiein 
dct, welche sich je zu Zweien um Opferaltäre schon in den Geberden, die doch Correggids Er- 
griippiren. Die Ausführung dieser Dekoration Findung sind, spricht sich eine heftige, fast ner- 
wird den Schiilern Correggids, dem Franc. Ma- Vöee Empfindung aus, ebenso in den Bewegun- 
ria Rondani und einem Meister Torelli zuge- gen eine den Körper zu ungewöhnlich wendende 
schrieben; dass aber wenigstens der Entwurf Lßbhfifiigkßifl fiiißii (161: Haiiiiiig deiiMßdiinnai 
unserem Meister angehört, bezeugt das Ausgaben so reizend sie ist, gebrieht es an Einfachheit, 
biich im Archiv des Klosters, darin nach Ver- Sein kiänengitäi Christus aigWiirded Es ist! ebin 
trag Correggids mit dem Prior Basilio vom ieser ors e ung eine re igiose o er vie me r 
Allerheiligen  Ta e des J. 1522 für iiden kirchliche Bedeutung eigen, die sich nicht um- 
Fries rings uin dgen Körper der Kirche, die gehen, nicht in's Rein-Menschliche oder in eine 
Pilaster und Archivolteii miteinbegridenn eine freie Idealwelt auflösen liess. Die feierliche 
Bezahlung von 66 Dukaten festgesetzt ist (Tira- Ruhe der Anordnung, die hier am Platze gewe- 
imseiii, Bibiioißßii VI- 251; Pnnäiißoiii Ii- 174). sen wäre und die Correggio selber in einem sei- 
Aiich fanden sich unter den Zeichnungen, welche ner ersten Werke, in der Madonna des hl. Ißiran- 
Vasarigesaminelthatte.SkizzenzujeneniinFriese ziskus, zu einem schönen Ausdruck gäbraeht 
befindlichen Genien in Rothstift, welche dem Mei- hatte, war längst von ihm aufgegeben. as Le- 
ster niit aller Bestimmtheit zugeschrieben wur- ben in seiner vollsten Empfindung zu schildern, 
den und deren das Kabiiict Richardson (Richard- initten in seinem Erguss gleichsam aus der Seele 
son, Description etc. II. (i57-6li2) noch einige in die Erscheinung und daher in JGIIGI" Bewegt- 
zu besitzen behauptete.  In den Arabesken heit, darin sich beide gegenseitig durchdringen, 
und im Charakter der Komposition lehnen sich das war die eigentliche Aufgabe seiner Kunst 
diese Verzierungen an antike Vorbilder, nament- geworden. 
lieh an Motive von Basrcliefs an, jedoch in der Noch malte er in Fresko in derselben Kirche 
freien Weise, welche wir schon bei den Malereien den E vangc listen Johannes  schreibend, 
VOR S. Prwin kennen geieiiii haben Dßßii sind das Buch auf dem Schoosse, in freier schöner 
äe vcrßehiedeäi Yfßnbjßgßäetitiäiiiäisräiiäßä ggf Ilalltung), mit begeisileftgyviäältillläg däs Klolpfes 
enaissance, ie ins es n, U  nae o en  in einer iiiie ,e ii er er iiire 
fael und seiner Schule ausgebildet wurde; auch qiß zum Kfeuzgang des Klosters führt In die- 
hierin Zeigt sich. Wie Wenig Comlggi" Viiii Yiiiiii" ser Gestalt, sowie in jenen der Evangelisten und 
scheu Einflüssen bestimmt war. Weit mehr er- Kil-chenvätel- (in (im Zwickem) haben Einige, 
innern Sie an die Veizißrlingslveisß mich dem insbesondere Mengs, rafaelische Einflüsse ent- 
Vorgange Albertfs und Mztntegnas, von welcher decken wellen, weil sie das Maß der schönen 
sich in Mantua heute noch Spuren finden. Bewegung, der edle und mehr gehaltene Ryth- 
Des Meisters Malerei in der Halbkuppel 111113 der FOFmSILfiiC StiiYOiie Gewiiiidiiiig fi-ii 
der T ribiine ist daselbst nicht mehr erhalten. den Meister von Urbino erinnerten. Allein hier 
Als sich im Laufe des 16. Jahrli. die Kirche für ist keine andere Verwandtschaft, als sich Qiiefß 
die wachsende Gemeinde zu eng erwies, der Chor Zwischen den Werken hervorragender Meister 
verlängert werden sollte und daher die alte Tri- einen ßnsgeiiiiiißteii Epoche iiiidet: die eben: Weii 
bune abgebrochen wurde, um an ihrer Stelle Sie die ganze Kunst ihrer Zeit zusammenfassen 
einen geräumigen Chor der Kirche anzufügen, und zu ihrer Hübe bringen, manßile Ziiäß 2e- 
versuchte man das Bild von der Mauer 10311115- meinsam haben und auszutauschen scheinen. 
 m- Drigdhj- Plrjßlggi  
gegenwärtig in der Bibliothek zu Parma (s. Verz. 1,16m  w m o d F1 's e; im gung im "um 
3-) No. 3a und Bruchstücke a) N0. 3b und e). Doch e 9' 0859" 
wurde vor dem Abbruch fast die ganze Darstel- Ausser den Fresken in der Kirche S. Giovanni 
lung von Annib. und Agost. (laracci stückweise malte Correggio für eine Kapelle derselben noch 
49'"
        

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