Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596535
[iäääällißiällßäi 
war dies Buch oder Verzeichniss schon zu Zei- nach Parma, um dort seinen bleibenden Aufent- 
ten Tiraboschfs, welcher jene Bemerkung Zapa- halt zu nehmen, hinüberzog, musste er natürlich 
ta's anführt, nicht mehr aufzufinden. Wahr- seinen eigenen Wohnsitz haben: Pungileoni 
scheinlich ist, dass Zapata falsch las, 472 statt weiss sogar anzugeben (ich kann nicht sagen, 
212, oder im Abschreiben sich irrte; denn etwa aus Welcher Quelle), wo sich derselbe befand; 
anzunehmen, dass jene Summe noch den Lohn in dem Stadttheil Pescara, in der Nachbarschaft 
für andere Malereien Correggids in S. Giovanni von S. Giovanni. Allein Lebensmittel und aller- 
in sich begriffen hätte, ist keinerlei Grund vor- lei Vorräthc mag der Meister auch dann noch 
handen. Die in der Kirche heute noch vorhan- vom Kloster fortbezogen haben. Wir werden 
denen Rechnungsbelege, in dem "Giornalen und noch sehen , dass er öfter zu den Zahlungen für 
dem vLibro MftSiifütr (Iilauptbnche) zweimal auf- die ihm bestellten Gemälde solche Zuschüsse in 
gestellt, einmal je nach den verschiedenen Zah- Naturalien empfing. Keineswegs ein Zeichen, 
lungen, welche der Meister allmälig erhalten, wie schon bemerkt, dass er sich in dürftigen 
das andere Mal nach den Summen, die für die Umständen befand; W01 aber, dass Sei" Leben 
elnzelngn Arbeiten ausbedunggn werden, erge- in bürgerlichen Kreisen und Gewohnheiten ver- 
ben beide Male die Summe von 272 Dukaten. lciefzMlelrkwviiädigist, dasägngßggildäiidßh Gilde?" 
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De? iiiäiäilgeiihgleiirogininläälesnlnngiitäl ggäisgn junges Fiillgen im iVVerthc von S Dukaten erhielt; 
nelen 130 und nochmals 65 Dukaten auf die Aus- ivaiärecheiniichi da er damals äliie; Fiilaniihe "Geh 
malung und Verzierung der Kuppel; 5 auf Be- m iäihvaiersäeiiit neite: znn iheie {Deiiiiig Sein 
reitung des Goldes für den Fries und die Profile äiäirregiiliz) im eirelsen zwisc en aime im 
derselben; 6 auf die dekorative Arbeit an den b  
Pfeilern, insbesondere die in Kandelabernbe- Da die erste Zahlung schon am d Jnli 1520 
Stehenden Verzierungen? und ee auf den ringe von den Benediktinern geleistet wurde, so nahm 
irmlaufenden Fries und sonstige Ornamentation. wol der Meister bald ddmnf die grüsse Arbeit in 
Wahrscheinlich war in den ersten 130 Dukaten Angriff d_ n_ natürlich nicht mit der Ausführung 
der Lohn für die Malerei in der Hnibknppei der selbst, isondern mit den Entwürfen. Denn vor- 
Tribune mit einbegriden. Die ganze Summe war erst nni. mit dienen beschäftigt, fand ei- noch 
bescheiden, wol schon in Anbetracht des jungen, Munde zn innen Iliafelbildei-n, deren wir einige 
erst nur in kleineren Kreisen gekannten Meisters; ungefähr in diese Zeit haben setzen müssen Wie 
doch hatte z. B. Rafael für seine Leitung des viel Zeit er dann dnf das ganze Werk in der 
Baues Von Si- Peter nicht ineiii nie 300 Gniii" Kirche verwendet hat, lässt sich nicht genau be- 
dukaten jährlich erhalten, eine Bezahlung, die stimmen Doch scheint es, dass er bis zum Jan. 
bei dem Unterschied in der Stellung beider 1523 die Ansmnlnng der Kuppel in (lel- Haupt- 
Künstler doch von jener anderen nicht allzuweit Sache vollendet hatte , da, ihm bis zum 23. jenes 
abzustehen scheint. Nach dem Münzfirsse von Monaessehenübel-lao Dukatenausgezahltwaren. 
m59 Wären dißsß 272 Dukaten etwa- gieidii 320"" Dabei erlitt die Arbeit verschiedene Unterbre- 
35" Gulden Siidd- Währung, Wiiidßli aber ilßdii" chungen, namentlich ehe sein ganzes Hauswesen 
gen Tn-geß bei dem Veränderten Mßiißiiweriiie nach Parma übergesiedelt war. Auch durch den 
etwa einer 3111111110 V0n 5000 Gulden eiiiäpißßilßii- 1521 über diese Stadt hereinbrechenden Krieg 
Fiii eine nßßiliriigiidiie Arbeit ein iiiiseeien Um" soll nach Pungileoni die Ausführung sich verzö- 
gdligß des Chdis (Pei id Piiiiiid fette iii Gnom gcrt haben. Dabei macht der Biograph die etwas 
eii iiiidiiin P- di fiioii, d- il- Wdi im einer Riiiid" sonderbare Voraussetzung, Correggio habe jenes 
lnauer, die innerhalb der Kirche den Chor um- im April erhaltene Füllen sich erbeten, um da- 
gnb) empfing dann Correggio noch am 25. 011i. mit, als Parma von den Franzosen besetztwurde, 
1525 56 Lire. Auf einen Golddukaten wurden in vor den Kl-legsunl-ullen (die übrigens erst 1m 
Parma damals 5 Lire gerechnet. Ausserdem August begannen) nach Hause zu flüchten, wo 
geheim der Meister, Wiiiiivnd 61' in S. Ginvßnni er alsdann bis zum wiederhergestellten Frieden 
beschäftigt war, seinen Unterhalt vom Kloster verweilt habe. Kaum glaublich. Allein dass der 
bezogen, d. h. auf dessen Kosten gelebt zu ha- Meister im Sommer 1521 wirklich in der Heimat 
ben. So nimmt wenigstens ohne Weiteres Tira- war, erhellt schon aus dem Ausstellungsdatum 
bosehi an, der sich grundlose Vermuthungen der Mitgift, das in eben jene Zeit fallt (s. oben 
nicht leicht zu Schulden kommen lässt. Eine XV). Im Sept. desselben Jahres wird ihm dann 
derartige Ergänzung der an den Künstler zu zah- sein Sohn Pomponio geboren. Damals nahm er 
ienden Summe kommt damals namentlich in auch in dem Prozesse über das Erbe seines 
kleineren Verhältnissen, nicht selten vor. Doch Oheims einen anderen Advokaten an, und noch 
dass Correggio auch seine Wohnung im Kloste1' am 8. Nov. finden wir ihn als Zeugen iii einer 
gehabt habe, wie Tiraboschi für wahrscheinlich notariellen Urkunde (Pungileoni I. 128). So 
hält, ist wol nur für die Zeit denkbar, die er scheint sich sein diesmaligerAufenthalt in Cor- 
allein in Parma zubrachte, während seine Fami- reggio bis an den Schluss des Jahres verlängert 
iiß noch in der Heimat blieb. Sobald er mit der zu haben. Eine weitere Unterbrechung hat im 
Gattin und dem kürzlich geborenen Sühnlein Herbste1522 stattgefunden, diesmal wol nur auf
        

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