Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596527
382 Antonio Allegri. 
ganz in der Ferne die herbeieilenden Kriegs- lung des Lichtes, die er besonders hervorhebt, 
knechte entdeckt. Ueberall spricht sich, auch in so ähnlich der Wahrheit, dass es sich besser 
dem schwebenden, aus der umgebenden Tiefe nicht vorstellen und ausdrücken lasse. Er be- 
weich sich lösenden Lichte, die Innigkeit einer schreibt dann das Gemälde und findet, dass in 
eindringenden, aber gemilderten, nicht in das dem kleinen Raume der ganze Gegenstand wol 
Erschütternde gesteigerten Empfindung aus. verstanden und ausgesprochen sei. Auch Waa- 
Auch in Jesu ist der Schmerz, der Seelenkampf gen (Trensllres etc. II. 27 5) fand von allen ihm 
durch den Zug der Ergebung gemässigt. Voll bekannten Schilderungen des Ilerganges diese 
tiefen Gefühls ist das aufwärts gewendete Haupt; die schönste; er glaube kaum, dass es ein ande- 
und schon verklärt es sich (lurch die Ruhe der res Beispiel gebe von so viel Kunst, die in so 
Entsagung, wie auch in den ausgebreiteten Hün- lileinern Uniiiinge enthalten Sei- 
den der Gedanke ausgedrückt ist der Unterwer- Nnnh Wird in dnSJ- 15206116 K rnnztrng n n e 
fung unter den giitllielien Willen Den eigeni- (in der Akademie zu Parma) gesetzt, die öfters 
lißhgn MQmgnt des Kampfes hat CQi-ygggiq Vey- IIYISOPCIII MGiSC8l' ZUgGSChPiODGII WOYQGII. Düßil 
mieden; bezeichnend dafür ist, dass er auch den rührt Sie Sicher nicht VOR ihn] her (S- Vßrl. 
Becher, den in den meisten Darstellungen dieses h) Nn- 25)- 
Gegenstandes der Engel bringt, dem seinigen Sehen Wir nnf die Arbeiten Cnrreggies in" 
nicht in die Hand gegeben neu Mil; diesem rüek, welche in dem Zeitraum von 1519 bis 1521 
geschmacklosen Synlbol yvusstg sging einfaeh fßiißn SOiiGn und WÜi Zllnl guten  3,11611 fili- 
menschliche Auffassung nichts anzufangen. leni so iinden Wir nnnh in den kleineren Wer- 
Ueberhaupt hat auch hier wieder der Zauber der ken den Meister, der seiner Siressen Anigniie in 
malerischen Erscheinung das Smffliehe des Ver- S. Giovanni gewachsen und für sie vollkommen 
gaugs, die religiöse Bedeutung des Momentes ausgerüstet war. Er beherrschte seine Kunst im 
ganz aufgezehrt. Von grosser fast miniatnrurii- Grossen wie im Kleinen, und den Charakter, den 
ger Vollendung ist die Ausführung: was natür- er ihr geh, Wusste er ehense gilt der Kirellßllr 
lich Anlass gab die Gewissenhaftigkeit des knpliei anzupassen, nls dein ininininrnriigeil 
Künstlers um so mehr zu bewundern, als er um Gemälde- 
so geringen Preis das Bild gemalt haben sollte. 
Nicht bloss ist indem Bilde das Helldunkel in XVTII- Die Freßkomßlßrßißn in der Kirche s- Givvanni zu 
jener vollkommenen Weise ausgebildet, die den Psrmsl Gnrreäginis iishsrsisdßlnng Reell Pnrmß (1522)- 
Hanptlverken des Meisters eigeuthümlich ist; linde Cei-ieggie eelien 1519, bald mich den 
sondern es findet sich darin auch jene merkwür- Malereien in S_ Paolo, eine kleinere Arbeit  
dige Steigerung desselben, Weiche iiiis dem Koii" von den erwähnten zweifelhaften Werken abge- 
irnsi einer intensiven, im Bilde selber gegeiie" sehen  für die Benediktiner von S. Giovanni 
nen Beleuchtung iiiii einem umgebenden Diin- in Parma ausgeführt: so übernahm er nun, laut 
kel nnd der feinen Aiiiiiniing iilier Dinge in die" Kontrakt vom ü. Juli 1520, die Ausmalung der 
sein sich ergiiii- Hierin ist dieses Bild deinjeiii" Kuppel und der über der Nische des Chors be- 
gen Der Nil-Chi (WnVnn sPiiier) nnhe VerWnnilf; nndlichen Halbkuppel in der Kirche. Der Ver- 
Wesshslh ieh es der Zeit nneh mehr in die Niihe trag selber ist uns nicht erhalten, sondern nur 
des letzteren, erWn inn i525, nls ein Vorgänger die verschiedenen Zahlungsbelege für die von 
desselben, rücken möchte. Jedenfalls ist diese  gelielei-le Arbeit von Pungileeui lil_ lli9_174l 
Anshiidnng des Heiidnnliels, Welehe die grinse aus den Klosterbüehern mitgetheilt. U. erhielt 
mnleriselle Wirknnä heherrseht, in die reiisie schon an jenem 6. Juli 30 Dukaten Vor-ausbezah- 
Peließle Ven Cerreggiels Sehsiien Zii seizen- lung, ami23. Jan. 1524 dagegen den letzten Rest 
Dass unser Bild nicht viel früher als Die Nacht der mit iliiu uusbeduugenen Summe mit 27 Du- 
entstanden ist, dafür mag auch der Umstand knien Man hat gewöhnlich nach einer Notiz des 
Sprechen, dass es fiii einen Einwohner Ven Reg- Pater Zapata aus dem J  1690 (in dessen hand- 
gid geiiisii Wdiiieiii desselben Ortes: WO deiii schriftlichen Memorie cavate da" libri de] Mona- 
Meister Die Nacht bestellt wurde. Es ist recht Steil, (ll g Giovannil angenommen, dass dm. 
W01 denkbar, dass der Aiiiiii'iiggeiiei' der letzte" Meister für jene sämmtlichen Malereien 47 2 Gold- 
ren jenes kleine Gemälde gekeimt, daiiiii Seine dukaten empfangen habe. Es heisst daselbst: 
Freude gehabt und S0 den Wiinseii gefasst iiiiiie wIch sah in dem vlibro berettinou unter dem Da- 
ein in mancher Hinsicht ähnliches zu besitzen.  mm von l 524 bis 1535 auf Pol ll eine genaue 
Von jeher galt das kleine Bild f iir ein Meister- Nachweisung, dass die ganze Ausgabe für die 
werk Correggids. Eben dass es bei so kleinem Malereien des Antonio da Correggio in der Kup- 
Umfange so ausdrucksvoll, von so grosser Wir- pel, am Fries, in den Bogen, an den Pfeilern und 
kung ist, das haben gleichsehr in alter Zeit Va- an jedem anderen Orte des Hauptschiffes (nave 
sari und Lomazzo (Trattato della Pittura, p. 171) maggiore ; bisweilen ward darunter auch derChOY 
wie neuerdings Mengs und Waagen bewundert. verstanden, zu welchem dann Zapata die Kup- 
Vasari nennt das Bild das küstlichste und Pnl rnitgereehnet hätte) sieh nur 472 Gelddnhsie" 
Schönste Werk (mit kleinen Figuren), das man belief". Was unter dem libro berettino gemeint 
von dem Meister sehen könnte, und die Darstel- ist, wird aus der Stelle nicht deutlich ; jedenfalls
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.