Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596503
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chenhafte Weib, das die zarte Brust  nur die nes Wissens kaum vorhanden; auf den grosscn 
eine Hälfte ist cntblösst  und das feine, leicht Versteigerungen im Hotel Drouot, wo noch in 
um sie gelegte Gewand mit zierlicher Hand hält jüngster Zeit äehte und vortreffliche Werke von 
und mit seitwärts geneigtem lächclndem Antlitz, Meistern ersten Rangs unter den Hammer ka- 
halbgeschlossenen Auges, zu den spielenden men, ist seit Jahren kein Correggio aufgetreten, 
Kindern hcrabbliekt. Auf dem weichen, liebli- Uebrigens hindert dies Alles nicht, dass sich 
chcn Körper des J esuskindes, der durch die Wen- auch neuerdings in manchen Galerien sogenannte 
dung von der Mutter zum kleinen Engel seine Correggids linden, die mit unserem Meister nie- 
ganze Fläche darbictet, spielt das voll ausgegos- man; in Bel-üln-nng gestanden hnheth 
80110 1110111; C5 erniiieriflgieieiienui iin riurehßieii- Von den hladoniienbildcrn,welche das Motiv der 
tigen Fleisch und ubt fur sich allein einen Zauber Mutterliebe mehr oder nnndnl- naiv nntl llnllens- 
ßuß- Aiie Wirkung beruht auf der Viiiiig iiärln" würdig behandeln und schon desshalb zum Theil 
108011 Erscheinung fiines enniuiiligen Zuge des als correggesk erscheinen, mag hier nur eines 
Menßeneniebens? die iieiie und beseneere Be" erwähnt werden, das sich im Besitze des (Jcsarc 
(ieiliung, Weißile die giiiiiieiie Mutter inii (iein Campori zu Modcna befindet und von einzelnen 
Kinde hat und irnlßiißlwilisdrgißk w sebßniiefaiu Kennern un- ein achtes Bild gehalten wird: Die 
z- B" noch iieiiiiiiiii ist) ifi hier ganz Ziiiiieiigfr Jungfrau ist dem Kinde,das eben erwacht scheint 
trete" wir werden spiiiei Sehen, wie hierin und ihr zulächelt, behiilflich aus seinen Linnen 
einer der tiefen UIICOYSCBIGÖO liegt, welche sich sich loszuwinttcl, (s Verb b) NQ t4)_ 
zwischen Coiiiiiiggio iiiid dem Meisten iioii Uibiiio In früheren Zeiten dagegen, namentlich im 
finden; und fur diesen Unterschied ist eines der 18 Jahlh und noch am Beginne des unsrigen 
bczeichnendstcn Beispiele gerade diese Madonna sind mit keinem Meister so viel Täuschungcl; 
del latte. An das Sinnliche streift der Reiz die- und Fälschungen VOl-geknnnnnn als mit COrl-eg- 
ser zartgcbauten Frau, die noch das Weiche und gia Neue Werke von seiner Hand Wollte man 
Duiiige der ersten Jugenebiiiie nur unri in i-ieni um jeden Preis entdecken und wusste man selbst 
Siiiisen Liieiieini in der etwas unbestimmten An" da zu finden, wo cingestandner llIaßcn keine sein 
inutii ihrer Zuge eine uneniiiieiie Fähigkeit iiiir sollten. Eines der merkwürdigsten Beispiele dic- 
allcs Glück des Lebens verräth. Von dem cor- Sm- Art, das (lin Kunstgeschichte überhaupt 
reäbiesiien Typus der Meiiennen, der Zu (11950111 kennt, ist die von Morghcn als acht gcstochene 
Eindruck wesentlich beiträgt, wird später die Qlnn-itns  gtlt 
Rede sein, wie auch von dem Spiel des Lichts Neben diesem Darstcnungcn von durchweg 
und Heiirillnirßis, das diese Wirkung Veiieniiet- heiterem Charakter sollen noch zwei Gemälde, 
In Folge der Bewunderung, welche diese klei- welche ernste und schmerzliche Momente (iOPGG- 
nni-nn Mntinnnnnbilder des Meisters imnnn- gn- schichte Christi behandeln, in demselben Zeit- 
funden haben, sind seit dem 17. Jahrh. mancher- 111111110 11011 1519_-1521 entstünden 80111- Dä-S 
lei Nachahmungen oder ähnliche in seiner Art Eine Sreiit  V01" (ECCC 
behandelte Kompositionen in Umlauf gckom- Heinel- Dee's Sieh 0111 SviCiwS 311d Z11 P1111113 
wen, die nntn füy ächt ttinigegeben, Ohne dass und zwar im Hause der Grafen Prati befunden, 
auch nur für Eine der Beweis vorlägc, dass sie ergibt Sieh unzweiiieihäit nur dem Stiche Ven 
von dem Meister wirklich hcrrührc. Vielmehr Agesiiine Cnreeei (aus dein J- 1557, S- Stieiie 
lässt sich von der weitaus grössten Anzahl mit N0-235i ; Yrueiiiiezeuläiisßdilneiii(Mißlneüsrneeile- 
Sicherheit annehmen, dass sie mit Col-i-eggin p. T8), dass es um die Mitte des 17. Jahrh. noch 
nicht das Mindeste zu schaffen haben. Zum Theil im Besitze jener Familie war. Welch hohen 
sind sie nicht einmal in seinem Stile ausgeführt Wßrth man frühzeitig dem Gtiuiiilfiß bßiiegtß, 
und verdanken dann ihre Bezeichnung der Be- erhellt schon aus der Bewunderung der Caracci; 
gtel-(le von Samlnlern einen Cei-i-eggio zu be- von Agostino gestochen, wurde es zudem von 
sitzen, wenn das unbekannte in ihrem Besitze Lodovico kopirt. Diese Kopie ist in der Lon- 
bei-indliehe Bild auch nur nothdürftig nach der doiier Nationalgalerie. Allein auch das 
einen oder anderen Seite an den Maler erinnert. Original ist, wie allgemein angenommen wird. 
Zur Mehrzahl sind diese Tafeln jetzt verschollen in diese übergegangen. Nur wenige (z. B. Viar- 
und nur noch durch Stiche bekannt (s. dasVerzl dot, Musecs dEspagnc etc. p. 231) bezweifeln 
Auch wagt man nicht mehr so leichthin wie frü- die Aechtheit des dort befindlichen Bildes. Für 
her Bilder, die einige Verwandtschaft mit dem (liesclbe sprechen die äussercn Zeugnisse aller- 
Mcister zeigen, ihm zuzuschreiben. Gerade das (lings nicht unbedingt; die Geschichte des Wer- 
hci-voi-ragende, cnljsßhigdßng Gepräge von Cor- kcs, die bis zu den Prati zurückverfolgt wird, ist 
reggids Eigenthümlichkeit macht, seit sich die doch nicht sicher ausgemacht (s. Verz. a) No. 23)- 
Kenncrsehaft mehr ausgebreitet hat, Tiäuschun- Allein das Gemälde sclbersprichtfiirscineAecht- 
gen weit weniger möglich, und noch eher tauchen heit; auch Waagen und Mündler (handschriftll 
neuerdings Bilder auf, welche Anspruch aufRa- erkennen in ihm den Meister und dessen eigen" 
fael machen, als solche mit dem Namen Cor- thüinlichc Behandlung. Die allerdings etwas ilauß 
reggids. Zudem sind Gemälde von ihm, welche lllotlcllirung im Körper Christi mag auf Reeh" 
nicht in ganz festen Iländen sich befinden, inei- nung der Verputzungen und Uebernialungäßll
        

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