Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596357
Antoräiäxälläääi-  
und umbrische Schule die mittelitalienischeWie nen Bahnen. Er behandelt  indem er eine 
Rafael diese beiden Schulen, so hat Correggie Legende des apokryphen Marienevangeliunrs 
in sich die Kunstweise jener beiden Meister zu zu Grunde legt  den heiligen Steif mit vol- 
einem neuen Ganzen verschmolzen, das aller- ler Freiheit und macht daraus ein anmuthi- 
(lings auf manche grosse Eigenschaft (lerselbcn ges Familicnbild in heitercrLandschaft; kaum 
verzichtete, aber die italienische Malerei zu ihrer noch, dass der knieende Franziskus die religiöse 
höchsten 31m0 b1-ac1rlte_ Bedeutsamkeit des Gegenstandes verräith. Nichts 
Thraboschi glaubte fälschlich, indem er einem Feierliches in der Haltung der Figuren, kein 
älteren Bericht folgte, die Madonna des hl. Fran- tieferer Ernst im Ausdruck, der auf ein Ueber- 
ziskus sei für die Kirche S. Niccolo der Franzis- menschliches hindeutete. Der Bambino ist nur 
kaner von Carpi gemalt werden; (latgegen das das liebenswürdige Kind, das nach den Datteln 
von den Brüdern zu (Jorreggio bestellte Bild greift; schon das ist bezeichnend, dass ein sol- 
(rlas nach ihm eine sitzende Madonna mit dem ches Motiv die Komposition bestimmt hat.  
Kinde, zu ihrer Linken den knieenden Franzis- Lanzi glaubt, dass dieses Florentinei- Bild jene 
kus, zu ihrer Rechten den hl. Joseph darstellte) 1514 für die Franziskaner zu Correggio gemalte 
verschollen; auch in Lanzi und Fiorillo ist die- Altartafel sei, welche Tiraboschi für verschollen 
ser Irrthum übergegangen (s. Verz. a) N0. 42). Ob hielt. Dabei wiederholt er eine weitere Angabe 
wirklich Correggio auch für die Minoritcn zu des Letzteren: dass nämlich die Tafel zwei Sei- 
(Jarpi ein Bild gemalt habe, steht dahin; es ist teniiügel gehabt habe, mit einem hl. Bartholo- 
uns keinerlei nähere Kunde darüber erhalten. mäus und einem hl. Johannes. Es ist dies wahr- 
scheinlich eine Verwechslung mit dem nun fel- 
 genden Bilde Correggids. 
XHL Aufenthalt m Goneggioi Werke von 1515_1518'  In das J. 1516 wird gewöhnlich, ohne dass in- 
Die hl- Mtrtnß" Vsrmännlä der 111- Knthsnnn- dessen dafür nähere Beweise vorlagen, ein 
Wol bald darauf lieferte der Meister noch ein dhdptyßhßn gesetzt, das C- für die Brüder- 
Gemälde (von kleinem Format) für dieselbe schaft des Hospitals von S. Maria della Miseri- 
Kirche der Minoriten zu (jorreggie, das ihm, cordia in seiner Vaterstadt gemalt hat. Ein 
nach Pungileoni, wahrscheinlich von einem Ca- sicheres Zcugniss haben wir von diesem Werke 
valiere Francesco Munari bestellt war. Denn die durch den Verkaufsakt, welcher in dem noch 
Kapelle della (Jonceziene, in welcher sich lange vorhandenen Hallptblrßhe jener Brüdßrschaft 
das Bild befand, war während dieser ganzen Zeit Verzeichnet ist- Der Letzte der Herren von Cor- 
von der Familie Munari geschmückt und unter- reggio, Don Siro (l'Austria, brachte es durch ein 
halten werden. Es stellte eine Ruhe auf der Uebereinkommen vom 23. Nov. 1613 um den 
Flucht nach Aegypten dar, ebenfalls mit Preis von 300 Golddukaten (zu 8 Lire) an sich, 
einem hl. Franziskus, welcher vor dem Christus- nachdem der Maler Giacomo Borboni von No- 
kinde knieet, und dem hl. Joseph, der mit der vcllara am 18. Dez. 1612 (auch diese Urkunde 
einen Hand einen Palmenzweig erfasst hat (auf- noch erhalten) es auf diese Summe nebst einer 
fallend ist die Uebereinstimmung dieser Dar- zu liefernden Kopie  die er dann selber fer- 
Stellung mit jenem angeblichen Bilde von Carpi). tigte  geschätzt hatte. Das Mittclbild war ein 
Eine ganz ähnliche Komposition befindet sich in GQu;_Vater (Halbiigilr) oder auch Christus als 
der Tribune der U f fizien zu Florenz, (lßrt Heiland in der Gloric über einem Regenbogen, 
für Original gehalten. Ohne (lass bekannt Wäre, umgeben von Engelsköpfen, die sich allmälig 
wie das Bild in die Galerie gekommen (s. Verz. dem Hintergründe zu in die Echte Luft verlie- 
b) N0. 49). Unter einem Palmbailme hält die ren; das eine der beiden Seitenbilder ein jugend- 
Wßißsgekleidetß Maria, auf dem Bntlen sitzend, licher J ohanncs mit dem Kreuze, das andere ein 
das auf ihren Knieen aufrecht stehende Kind; hl. Bartholcmäus mit seiner Haut in der Hand. 
es reckt die Hand aus, um die eben gepiiück- Ob etwas von dem Gemälde geblieben, scheint 
ten Datteln zu nehmen, welche der hl. Joseph Sehr zweifelhaft (s.Verz. a) No.17). Denn der im 
ihm darreicht; dabei zur Seite der knicend an- Vatikan befindliche Christus, der für das Mit- 
betende Franziskus. Mcngs hielt das Bild für telbild ausgegeben wird, ist sicher nicht von 
acht, namentlich, weil er sich einen anderen Ur- Correggids Hand (s.Verz.b) N0. 10) ; er ist kaum 
heber als Correggio nicht denken konnte. Doch gut genug für eine Kopie von Lodovico Caracci, 
ist die Aeehtheit öfters bestritten und mir Im" dafür man ihn bisweilen erklärt hat und offen- 
mentlich wegen des grellen Tones und der Zieln- bar, auch nach Miindlcns Ansicht, nur aus die- 
nßh schweren Gestalten Sehr zweifelhaft (auch ser Schule. Das Seitenbild mit dem m. Johan- 
ist das Bild bisweilen dem Baroccie oder dem nes sollte sich 1841 im Besitze eines Dottore G. 
Tiarini zugeschrieben werden). Indessen rührt G. Bianconi zu Bologna bennden (s- Verz- b) N0- 
die Komposition sicher von C. her oder ist ihm 11). DieVermuthungTiraboschrs, dass die Bilder 
Wenigstens entnommen (das Motiv des Datteln bei der Plünderung Mantuzfs im J. 1630 zu 
darreiehenden Joseph werden wir auch in einem Grunde gegangen, ist ilrthüllllißh, da sie sich 
anderen, beglaubigten Bilde Correggids finden). noch 1644 unter der Obhut der Grafen vonNovel- 
Sie zeigt uns den Meister schon auf seinen eige- lara befanden und in eben jenem Jahre von Don
        

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