Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596325
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4119911, 
äPFonio 
mcn ist (mir daher unbekannt) und dort die Be- indem sie in der Gesellschaft von unzweifelhaf- 
zeichnung Scuela Parrnigiana trägt (N0. G). Es ten Werken des Meisters in verschiedene Hände 
ist eine Jungfrau mit dem Kinde auf den Knicen, iiberging, hat man auf ihre Aechtheit zurückge- 
dem sich der kleine hl. Johannes nähert. Insbc- schlossen (s. Verz. b) N0. 4). Allein mit Recht ist 
sondere soll das Christuskind nah verwandte dieselbe stark angezweifelt werden. 
Ziige mit demjenigen auf der Madonna des hl. Dagegen galt bisher ziemlich allgemein als das 
Franziskus in Dresden (s. unten) zeigen; die friihcste erhaltene Werk von unzweifelhafter 
Jungfrau habe das eigcnthiimliehe correggeske Acchtheit das sogen. Bildniss des Arztes in 
Lächeln (das übrigens so friihe sonst nieht vor- Dresden. Schon dass es mit fiinf anderen ge- 
kommt), und das heitere und klare Kolorit erin- schichtlich beglaubigten Gemiiltlen des llleisters 
nere an den noch nahen Einfluss Fi-aneias, Das aus dem Besitze des Herzogs von Modena an den 
Bild ist stark restaurirt und seine Farbe zum Sächsischen Hof kam, erschien als ein gültiges 
'l'hcil aufgestanden. s. Verz. b) N0. 3. ZeugnisslnWaln-heit aber tragt das Bilddic Zügi- 
Mit mehr Sicherheit ais diese Veimeintiiciien des Meisters nicht so überzeugend, dass es ohne 
Jugendwcrke lasst sich ein anderes dem Meister Weiteres für 50m0 AYbCit angesehen Vvßrdell 
insofern beimesseu, als verschiedene Stimmen nlilsstß- Es gehört unzweifelhaft llßl" llßstßll 
von Gewicht es fiii. ein iichtes Biiii eikiiiit ha_ Epoche der italienischen lllalerei an; zillein der 
{mit Das kleine Gemälde stellt (nach dem Evaln- Ausdruck ist nicht bedeutend, die lllorlcllirung- 
geiium des ihn-kus X1v_ 53) den Jüng-nng auf zeigt eine gewisse Unsicherheit, und insbeson- 
dem Oelberge vor, der bei Christi Gefitngenneh- dere hat der Ton eine Schwere, welche auch bei 
mimg die Fiiiciii ergreift und dabei Sein Gewand einem jugendlichen (lorrcggio nieht denkbar ist. 
in den {landen der Verfolge,- Zdl-ücklgisst; im Das Bild hat allerdings durch Vcrputzung stark 
Hintcrgrunde die Gefangemlehmung, Judas den gelitten, und Wie Vißl ilbörllälllpt lliß llitlld des 
Heim kiissend und Pen-ns dem Maichiis das Qhr Rcstaurators Palmaroli (laran verdorben, lasst 
abhauend.  sich nicht mehr ermitteln. Doch dies auch in 
sich schon im 17. J ahrh. in der Casa Barberini Anschlag gebracht, hat es zu wenig von dem ent- 
zu Rom befunden zu haben, später aber nach schiedenen Charakter des Meisters, um es ihm 
England gekonnncnundjetztverschollen zu sein. als unzweifelhaft zuzuschmiben. Man könnte 
Mengs sah eine Wiederholung davon im Besitze dem Stile nach an Giorgione denken (mit dem 
eines Engländers zu Rom; er hielt sie für eine es auch Mcngs vergleicht), doch ist es auch fin- 
iichte Skizze und hob noch besonders hervor, diesen zu schwach. Zudem CTSOllUillt in ihm eher 
dass der Jüngling der Figur des ältesten Sohnes eine fertige, als eincjugrairdlichr: l-land. Dennoch 
in der Laokoonsgruppe gleiche, was ihm natiir- war man genöthigt, wenn es iiberluruilt ein Uor- 
lich zu seiner Meinung passte, C. sei in Rom reggio sein sollte, das Werk in die Jugend des 
gewesen. Dass es aber (lorreggids Art ganz und Meisters zu setzen; es hätte sich in keine andere 
gar nicht war, sich so eng an das Muster der An- Zeit eintiigcn lassen, da es zu gründlich von den 
tike zu halten, haben wir schon gesehen; jene späteren Bildern verschieden ist. Am ehesten 
Aehnlichkeit, die Aechtheit des Bildes zugregc- schien es kurz vor die Madonna des hl. Franzis- 
bcn, war sicher nur eine zufällige. Eine andere kus zu passen, daher man denn als das Jahr, 
Wiederholung sah Lanzi in Rom; er hielt sie darin es gemalt werden, 1513 itngegeben. Zu- 
ebenfalls fiir acht, (ibgleich er die darauf von gleich hat man Vermuthungen angestellt, wessen 
ihm gelesene Jahrzahl 1505 liir apokryph erklii- Bildniss es sein könnte. Dass es ein Gelehrter 
ren musste. Ueber andere Wiederholungen oder sei, deutete hinlänglich das Buch an, das der 
vielmehr Kopien s. das Verz. b) N0. 59-62. bartlose, ernst blickende Mann auf den Tisch 
Eigenthiimlich verhält es sich mit einem an- gestützt hiilt. In alten Verzeichnissen ist es im- 
deren Bilde, das gleichfalls aus den jungen Jah- mer als vBildniss des Arztes" angeführt; auch 
ren (ilorreggilfs stammen soll. Es habe, so wurde im Besitze des Herzogs von Modena hatte es 
erzählt, als Schild eines lrVirthshauses an der Via schon diesen Namen. Weil nun Vasari als Freund 
Flaminizi bei Rom gedient, offenbar zu diesem unseres Meisters den Arzt Francesco Girillenzoni 
Zweck bestimmt, da es zwei beladene Maulthiere zu Modena anfiihrt, so hat man es i'riihei' fiir das 
mit ihren beiden Treibern auf dem Marsehe in Porträt desselben ausgegeben, bisweilen auch 
einer lieblichen Landschaft darstellte. Dass G. fiir dasjenige seines Bruders Giovatnni. Allein 
in seiner Jugend auch einmal ein Wirthshaus- da das Bild ein J irgendwer-k sein sollte und, 
schild gemalt, hätte an sich nichts Bcfrcrndendes; wenn von Oorreggio, nur sein konnte, so traf 
auch damals noch berührten sich Kunst und diese Vermuthung nicht zu; denn beide Brüder 
Handwerk oft genug. Freilich hing auch hier standen, so lange C. jung' war, in vollem Mau- 
wieder-die Sage einen ihrer Zlige an; der Maler nesalter (nach Pungileoni), während das Bild- 
habe seine Zeche nicht bezahlen können und da- niss einen schon bejahrten Mann zeigt. Pungi- 
für dem Wirthe das Schild geliefert. Vcrdiich- leoni stellte daher die Ansicht auf, es sei das 
tig ist hier aber insbesondere die Nähe Ronfs; Porträt des obengenimnten Giambattista Lom- 
wie wiire das Schild dorthin gekommen? Nur bartli, der ja dem jungen Antonio ein väterlicher 
aus den Wanderungen, welche dieTztfel machte, Freund gewesen; wobei sich noch vermuthen
        

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