Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596305
Antonio Allegri. 
noch von einem anderen Palaste der Herren von Allein diese Vermuthung ist vollkommen halt- 
Correggiß, Welchen der Graf Nißßßlö (de? ältere, los und daher hier schon zu erledigen. Pungi- 
gßst- 11m die Mitte des 15- JßhPh-i errichtet 118W) lconi beruft sich auf eine alte Chronik und meint 
und den später Veronica Gambara mit Malereien damit ohne Zweifel diejenige des Zuccardi; von 
schmücken liess. Und ZWELT, vwie man in seiner dgr Zgif, aber, aal-in CQffeg-g-io jgng Malgl-gign 
Heimat glaubte, durch den jungen Antonio, der ausgeführt haben soll, ist dort überhaupt nicht 
dOTt diÜ eYStGIl Versuche seiner GeSChiCkiiOiikeit dig Rede. sondern Weil jengs Kaliscrbesuchgs 
gemacht hßbß- Vßfüllißa- kam als Gelllälill Gi- in unmittelbarem Zusammenhange mit dem Pa- 
bertds X. im J. 1509 nach Corrcggio; es müsste laste gedacht ist, folgerte Pungileoni ohne Wei- 
also Antonio in demselben Jahre, noch ehe er teres, dass auch die Entstehungszeit der Male- 
nach Modena zum Frari kam , jene Werke aus- reicn mit demselben zusammenfalle. Dafür fin- 
geführt haben. Das ist kaum wahrscheinlich, det sich nirgends auch nur der kleinste Beleg; 
da damals seine Ausbildung kaum über den An- ja, die geschichtlichen Thatsachen, soweit _sic 
fang hinaus und in dem Städtchen genug andere sich noch verfolgen lassen, stehen damit in gc- 
Malcr thätig waren; es wäre denn, dass er in radem Widerspruch. Erst in der zweiten Hälfte 
jenem anderen Palast der Francesca besondere des J. 1530 werden wir den Meister von Parma 
Zeichen seines Talentes gegeben. Hicr kann also nach Correggio zurückkehren schon; nicht eher 
höchstens eine Vermuthuiig die andere stützen. mithin, als der Kaiser auch, auf der Rückreise 
Schon zu Tiraboschis Zeiten war der Palast zer- begriffen, in dem Städtchen Rast machte. 
stört und von seinem Schmuck nichts erhalten; Wenn überhaupt Corrcggio jemals für die 
daher diese Berichte um so mehr auf sich be- Itlerren seiner Heimat in einem der Paläste ge- 
ruhen müssen. malt hat, so kann dies nur zwischen den J. 1516 
Dass übrigens unser Meister für die Ilcrren und 1518 gewesen sein, als er von Mantua ge- 
von Correggio in einem ihrer Paläste beschäf- kommen und ehe er nach Parma übersiedelte. 
tigt gewesen, meldet auch eine Stelle in der Der für jene Zeit tief gebildeten Veroniea Gam- 
Chronik des Lucio Zuccardi von Correggio bara, die als Dichterin sogar neben der Vittoria 
(Handschrift), welche am Beginn des 17. Jahrh. Colonna erwähnt wird, wäre wol zuzutrauen, 
geschrieben ist. Sie lautet: vZu jener Zeit lebte dass sie das Talent in dem jungen Meister  
Antonio Allegri ein vortrefflicher Maler, welcher das sich übrigens damals schon bewährt hatte  
den Palast ausserhalb der Stadt, darin Karl V. rasch erkannt und benutzt hätte. Nachdem sie 
beherbergt wurde, ausgemalt hatte; ein Maler, 1528, zehn Jahre nach dem Tode ihres Gemals, 
den der Ruhm über alle anderen Maler erhebe. nach Bologna gezogen, wo ihr Bruder Uberto 
Auf letzteres Zeugniss von des Meisters An- Statthalter war, wurde ihr Haus bald der Sam- 
isehcn ist kein grosses Gewicht zu legen, weil melplatz der hervorragenden Männer der Litera- 
die patriotische Stimme des Lantlsinannes es tur, darin sich bei der Krönung Karl's V. auch 
vernehmen lässt; allein die bestimmte Meldung die zugereistcn Bembo, Capcllo, Molza und Mauro 
von Malereien seiner Hand in jenem Schlosse einfanden. Dass die geistvolle Frau in jener 
muss doch irgend einen Grund , 591 95 3,11911 nur Zeit, WO sich die Kunst und die humanistischen 
der alter Ueberlieferung, gehabt 11aben_ uDGY Wissenschaften unmittelbar berührten und in 
Palast ausserhalb der Stadt" ist offenbar jener einander überleiteten, auch den einheimischen 
von dem Grafen Niccolo erbaute, welchen Tira- Künstler zu Arbeiten berufen hätte, hat nichts 
boschi als in der Vorstadt gelegen bezeichnete. Unwahrscheinliches; auch werden wir später aus 
Und somit scheint sich dieser für seine Aussage einem ihrer Briefe ersehen, wie sehr sie unseren 
nicht bloss auf mündliche Erzählungen, sondern Mßißtßr Zll Schätzen WllSStC- Ulla jßnß Paläste 
auch auf die Stelle des Zuccardi gestützt zu ha- haben uns bezeugt, dass die Grafen des kleinen 
ben; nur setzt er dabei willkürlich die Arbeit in Landes zum Schmuck ihrer Räume die Kunst 
die Jugendzeit des Meisters, wovon bei Zuccardi nicht verschmähten. Dennoch linden wir nir- 
nichts zu finden ist. Pungilconi behauptet da- gcnds, von jenen Vcrmuthungen abgesehen, dass 
gegen, die Ailssclzmückung der Räume sei kurz Correggio aus der eigenen Heimat irgend einen 
vor dem Besuche Karls V. und zu Ehren des Auftrag von Bedeutung erhalten hätte. Vero- 
hohen Gastes vorgenommen worden; vdic Ilcrrcn nica freilich mag nach dem Tode ihres Gemals 
von Correggio machten alle möglichen Vorberci- die Mittel dazu nicht mehr gehabt haben; und 
tungen zum würdigen Empfang des Kaisers, und viel für die Kunst zu thuu , war der kleine Hof 
da sie bei sich einen so trcfflichen Maler (d. h. überhaupt wol nicht im Stande. 
Correggio) hatten, so liesscn sie von ihm ein  Was sonst von Werken aus der ersten Jugend 
oder mehrere Zimmer mit schönen Fabeln in den Correggids erzählt wird, lässt sich noch weniger 
Wölbungen und Liinetten schmückena. Das wäre auf glaubhafte Ueberlicfcrung zurückführen. So 
also im J. 1530 gewesen, als Karl V. auf seiner der Bericht des Pater Resta, dass er damals 
Rückkehr von der Krönung zu Bologna auch kleine anmuthige Landschaften gemalt und Ver- 
Oorreggio berührte, und gegen das Ende der wandten zum Geschenk gemacht habe; eine da- 
Lauibahn unseres Meisters, der allerdings seine von soll sich (nach den Memorie storiche di N0, 
letzten Jahre wieder in der Heimat zubrachtc. vellara des Padrc Picr Maria di Modena) in der
        

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