Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596279
Aßävni9_,äll9äri- 
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lang für den Urheber solcher Werke galt, welche hardt (Cicerone , 2. Aufl. p. 965) vertreten und 
denCharakter der Mantegna-Sehulebekundeten; dafür auf das Hauptwerk dieses Meisters ver- 
ohne Weiteres wtude er mit derselben in den wiesen, die Freskornalerelen in der Halbkuppel 
nächsten Zusammenhang gebracht. Dafir, dass des Chores von SS. Apostoli in Rom (vom J. 1472, 
O. in S. Andrea. gearbeitet, wollte man sogar zerstört im vorigen Jahrh. , ein Hauptfragment 
urkundliche Beweise beibringen; wie Lanzi be- davon, Christus gen Himmel fahrend von Engeln 
richtet, hat ihm Volta (s. oben) bezeugt, dass in umschwebt, auf der Treppe des Quirinals). Des 
den Büchern der Bauverwaltung jener Kirche weit näher liegenden Einflusses von Andrea 
Cfs Name vorkomme. Wir haben jedoch schon Mantegna gedenkt er gar nicht, obwol er Cor- 
gesehen , dass Pasquale Codde in den verschie- reggio als Schüler des Sohnes, des Franc. Man- 
denen Archiven Mantuas nach einer Spur unse- tegna, anführt. Er scheint jene Malereien im 
res Meisters vergeblich suchte. Castello di Gerte nicht näher gekannt zu haben. 
N och eine andere Malerei in Mantua gibt Do- Mclozzo war allerdings zu jener Zeit in Rom der 
nesmondi (a. a. O. II. S6) für das Werk Correg- einzige Meister, der mit gleicher, ja noch mit 
gids aus, wobei er sogar hinzufügt, dass dieser grösserer Kühnheit als Mantegna (weil er auch 
vom Marehese Francesco damit beauftragt wor- frei schwebende Figuren so behandelte) die Kör- 
den : die geharnischte Bildnissiigur des Gonzaga, per in der Verkürzung von unten nach oben er- 
vor der hl. Jungfrau kniend, sein Pferd, das ihn scheinen liess. Allein dass Er mit diesem Bei- 
im Kampf mit den Franzosen gerettet hatte, zur spieleauf C. eingewirkt, diese Vermuthung ist 
Seite, Das Bild, auf die Mauer gemalt, befand ohne jeden Grund, weil eben das vollkommen 
Sieh über einem Bogen des Siiulengangs an dci- ausreichende lllustei- des hlantegnztallc geschicht- 
piazm 119111, Erbe und ww- in (lcl- ersten llgilftc liche Wathrschcinlichkeit für sich hat. Nach dem 
des 18. Jahrh. noch sichtbar; jetzt sind nur noch Villgimgc Mßlntegnills und am Pililllimer Schule 
einige Spuren der ausgclüsehten Farbe zu erken- War offenbar auch Mclozzo auf jene Darstel- 
nen. Allein es findet sich keine Nachricht, welche lungSVVßlSC Eflkolllmen i Wallrsßllßillllcll, Wlß Lilllzl 
die Aussage Donesninndfs bcstätigtc; und dass annimmt, durch die Vermittlung jenes Ansuino 
Gonzaga, der berufene Meister um sich hatte, llß Forll, der mit Mantegna zu Pallua gearbeitet 
den fi-cmdcn, dcn Knahchjahrcn kaum cntwach- hatte und des Mclozzo nächster Landsmann war. 
senen Maler mit einem sclchcn Aufti-cgc hcchi-l; Die Einwirkung, welche Mclozzo von Mantegna 
hätte, ist gegen alle Wahi-schcihlichkcil; Auch erfahren, ob nun geradezu oder auf Umwegen, 
hätte wol Marie Equicola in seiner Chronica di geht überhaupt aus dessenWerken unzweifelhaft 
Mantova, welche sich bis zum J. 1521 erstreckt, hervor, wenn er auch hauptsächlich unter dem 
Ulllcs Sglchen Wgfkeg ggdaght Digggy abgr Einflussc dßS Pißlft) (10113. FTüIIOGSGä Stälnd; und 
erwähnt des Correggio überhaupt nicht; wie be- so ist er vielmehr in dieser Beziehung ein Genosse 
greiflich , wenn derselbe dort seinen Studien in des Correggio, nicht aber sein Vorbild gewesen. 
aller Stille naehging. Zudem würde das letztere Verhiiltniss einen 
Somüssenwiraufallegeschichtlichen Zeugnisse Umstand voraussetzen, dci- für das Leben wie 
ftir den Mantuaner Aufenthalt Correg'gio's Vßr- für die Kunst unseres Meisters die allergrösste 
zrchten. Er hat dort in seiner AllSblldllllg tlßll Bedeutung hätte habenmiissenßorreggio müsste 
entscheidenden Schritt gethan; das erglbt SlGll in Rcni gcwcsch scic Alles vereinigt Sichdiese 
uns dennoch mit Qewissheit aus dem Charakter Voraussetzung unmöglich zu machen. Ein sol- 
Selllßrwßrkß IIIICl IIISDGSOIIdGITi SIHSJGIICII Elgßll- eher Aufenthalt ist wol von Einzelnen behauptet 
Scllaftöll dßrßßlbßn, Welche auf Münllßgna Zllrüßk- worden; aber keiner der älteren Schriftsteller 
fvelßßll- ET verweilte dort lwßll als Lßrllellilßl", weiss davon. Vasari, der davon noch am sicher- 
llll Alter etwa VOII lS Jilllmll; Bestellungen sten hatte Kunde haben können, betrachtete es 
SYlWlnt 01' Weder äeßllßlll? 110Cl1 erhalten zu llallüll- im Gegentheil als eine ausgemachte Sache, dass 
Es 1st sehr wahrscheinlich, dass er nur na_ch den C_ Rom nich t gesehtnm 111m erschien (1105 ja, ge- 
hurvorrßgullllon läuustwtwken Stlllllm?) Ulme zu rade als ein Naehtheil für den Meister; die Stelle 
den dort wirkenden Meistern, auch zu Lorenzo ist schon angeführt, darin Vasari meint, wäre 
Uosta nicht, in nähere Beziehung zu treten. Man- G. in Rom gewesen, so hatte er Wunder gethau 
tygna selber, der einzige Meister, dessen persön- und Vielen, welche zu seiner Zeit für gross gal- 
hche Unterweisung er sicher gesucht hatte, ten, zu scharfen gemacht. Auch Ortensio Landi 
war todt. versichert, wie wir gesehen, nicht gar lange nach 
dem Tode Corregggids, dass derselbe gestorben 
L D" anäßbllßhß Aufenthalt in Rom- Üorrßggldß sei ohne Rom zu kennen. ln diesem Punkte aber 
allgemeine Bildung. ist das Zeugniss Landils nicht ohne Gewicht, da 
Auch neuere Kirnstschriftsteller nehmen an, er dies in Oorreggio selber von Pomponio, dem 
ililßß sich Correggio, hinsichtlich der Verkür- Sohne Antonios, vernommen haben konnte (s. 
Zungen besonders aus der Uuteusieht, an einem obenp. 337). Erstim lS.Jahrh. tritt jene Behaup- 
Vßfgänlgßl" gebildet haben müsse. Doch schlies- tung, dass C. in Rom gewesen, mit einiger Bc- 
sen sie dabei eher auf Mclozzo da Forli , als auf stimmtheit auf; und wieder ist es der Pater Resta, 
Mantegna. Namentlich hat diese AnsiclitBurck- der sie in Umlauf gebracht und eine förmliche
        

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