Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596218
fäyigggo Allegri. 
321. 
Nachrichten verhält er sich zweifelhaft und be- ausgeführt, ist nichts weiter, als eine lieissigc 
richtigcnd, und vor Allem lässt er sich eine all- Zusammenstellung des Materials  das er zu- 
seitige Würdigung der Kunstweise Correggids dem grösstentheils von seinem Vorgänger An- 
angelegen sein, indem er näher auf die verschie- tonioli überkommen und, ohne sich darauf zu 
denen Werke eingeht und zugleich über ihre berufen, benützt hat. Nachdem dann noch 
Schicksale, ihre Wanderungen berichtet. Diese Michele Lconi (1841) die Werke des Mei- 
Schrift "Ueber dies Antonio Allcgri Leben nnd sters in einer eigenen Schrift besprochen, hat 
Werken erschien italienisch in seinen 1780 zu Pietro Martini (1865) in übersichtlicherDarstel- 
Parina herausgegebenen Opere (s. Literaturan- lung den von Pungileoni gesammelten Stoif (mit 
gnbßi- Auch 8011815 ist in (ließen Aufsätzen inS- nicht erheblichen neuenZusiitzcn) zu einem deut- 
besondcrc von der Darstellungsweise des Mßi- lieheren Bilde vcran-bcitct. Von ausländischen 
sters öfters und ausführlich die Rede. Im J. 1781 Autoren, welche über Correggio ausführlicher 
erschien zu Genua eine weitere Biographie 6168- geschrieben, ist nur C. L. E astlake zu erwäh- 
selben "von dem Genueser Maler Carlo Giuseppe nen, der in seinen lliaterials for a History of Oil 
Riltßi, der Sich 1111011 8011811 mit KunStSC-h1'ift- Painting namentlich über die Malweise dessel- 
ntennlni abgegeben und Zn diesem Wßrkßllßn, ben eingehende und bemcrkcnswerthe Beobach- 
wie er selbt berichtet, von Mengs angeregt wor- tungen angestellt hat. 
den. Dies alle1'di11gs noch in eineranderen Weise, Eine Bemerkung noch über den Namen des 
wie er es meinte; denn es finden sich hier nicht Malers, ehe wir zu seinem Leben und seinen 
bloss dieselben Angaben, sondern auch dieselben Werken übergehen. Schon Vasari nennt ihn bis- 
Gedanken und Betrachtungen, wie bei Mengs, weilen Correggio schlechtwcg. Er führte aus- 
und es scheint, einem Manuskripte desselben sei-dem noch den Beinamen Licto oder Lieti. 
entnolnlnnn, das Ratti im Besitz hatte. Zu der- So unterzeichnete er sich selbst (sicher nicht aus 
selben Zeit stellte der schon genannte Michele Scherz oder Uebermuth, wie man wo] gemeint 
Antonioli eifrige Nachforschungen nach den hat) auf Quittungen für das Kloster S. Giovauni 
Lebensumständen Allegrfs an und sammelte und das Domkapitel in Parma, während ihn 
zu dem Ende nicht bloss alle zerstreuten No- diese, nach der Weise jener Zeit, meistens nur 
tizen sondern spürte auch Urkunden auf, die Antonio da Corezo und die in Correggio ausge- 
iiber manche Punkte neues Licht verbreiteten; stellten öffentlichen Urkunden Ant. de Allegris 
doch ist die Arbeit nicht zu Stande gekommen, nennen. Auch in der von Tiraboschi mitgetheil- 
W01 übel" ein 81'935??? Theil Seinen Material?! Spätßr ten Aufzeichnung des Kirchenbuchs von S. Fran- 
von Pungileoni (s. unten) benützt worden. Etwas cesco zu Correggio über sein Begräbniss wird er 
später, 1786, hat der gründliche und gewissen- als lliaestro Antonio di Alcgri oder de'Aleg1-o 
hafte Tiraboschi in seinen Notizie de" Pittori etc. depintore genannt. Dagegen unterschreibt sein 
Modencsi einen grösseren Aufsatz über Corrcg- Sohn 1590 ein Gutachten über ein Gemälde des 
gio veröffentlicht, der am meisten dazu beige- Giambattista Titi zu Parma: 10 Pomponio Lieti 
tragen hat, dessen Leben aufzuklären, jene Fa- pittore di mano propria. Veranlassung zu die- 
beln und Irrthümer zu zerstreuen und zum Theil sem Beinamen gaben Walll'Scl1GiI1licl1 die gelehr- 
nach aufgefundenen Dokumenten den wahren ten Benediktiner von S. Giovanni in Parma, als 
Sachverhalt darzulegen. Es ist eine sehr ver- sie Antonio nebst seinen Eltern, lilrau und Kin- 
dienstliche, mit Sieht historischem Sinn unter- dern in die Oassinesische Kongregwition aufnah- 
nommene Arbeit, wenn sie auch an verschie- men. In der darüber 1521 ausgcfertigten lateini- 
denen Punkten zu keinen sicheren Ergebnissen sehen Urkunde übersetzten sie, wie das damals 
gelangt; auch die Nachforschungen über Aecht- auch unter den Humanisten der Brauch war, den 
heit, Hcrkomnien und Verbleib der Werke  Namen Allegro (d. h. Fröhlich) durch Laetus. 
welche sich an das Thatsächliche halten, ohne Vorher scheint der Name Antonio Lieti nicht 
auf künstlerische Kritik sich einzulassen  sind vorgekommen zu sein; denn die Aufschrift auf 
zum grösseren Theil die Grundlage für spätere der Rückseite der Vermälung der lil. Katharina 
Untersuchungen geworden. Gegen Ende des in der Eremitage zu Petersburg: vLallß D60; Der 
Jahrh. hat sich dann der Pater Ireneo Affo viel Donna Matilda d'Este Antonio Licto da Correg- 
mit dem Meister beschäftigt, insbesondere über gio fecc il presente quadretto per sua divozione, 
ein monumentales Werk desselben, das lange anno 1517m rührt sicher von einer späteren 
verschollen gewesen, zuerst ausführlicherbcrich- Hand her. 
tet. Weiterhin hat der Pater Luigi Pungilconi Ucbrigens wird mit dem Namen Antonio da 
in einem dreibändigen Werke (1817-1818) alle Oorreggio auch der gleichzeitige Miniator 
vorangegangenen Forschungen zusammenge- Antonio Bernicri (s. diesen), der bis zu sei- 
fasst, alle auf C. bezüglichen Dokumente beige- nem 18. Jahre Schüler des Correggio gewesen 
bracht, darnach die noch umlaufenden Irrthümer sein soll, und einjüllgerer, gegen den Ausgang 
berichtigt und auf dieser Grundlage das Leben des 16. Jahrh. lebender Meister bezeichnet, von 
des Künstlers zu erzählen versucht. Allein sein dessen Arbeiten sich nirgends Erwähnung findet. 
Buch, ungegliedert, ohne Ordnung angelegt, in Es ist nicht unmöglich, dass kleinere und gerin- 
weitschweiliger und zopfig phrasenhafter Weise gere Werke, die der J ugendzeit des C. bisweilen
        

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