Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596136
_Altonio Allgg_r_i._ 
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werden. Und zu einem ganz sicheren Ergeb- beiten, die einige Jahre vor seinen Tod fiel, 
nisse ist auch bei einer solchen Prüfung nicht zu überhaupt nur noch wenige Bestellungen erhalten. 
Selenäen- Delle es fehlt uns je jedwede Naeh- Darin hat Vasari wol das Richtige getroffen: 
richt, die ugslän die Eeeäa sliainer PlfrsönIlIichkeit  irulyerkglii" Illiil? der Wält zag- 
einen unmit e aren in ic gewii rtc. ur von a t, er se er stre te ii er (18 engen renzen 
manchen Umständen seiner Thatigkeit und äus- seines Lebens und seiner Wirksamkeit nicht 
sei-n Existenz sind wir jetzt durch Urkunden ge- hinaus. Nichts ist bei ihm von dem Wanderle- 
nau unterrichtet. Und so bleibt uns nur übrig, ben, das die hervorragenden Künstler der dama- 
von dem Charakter seiner Werke, jenen That- ligen Zeit kennzeichnet; auf den Umkreis we- 
sachen und den allgemeinen Umrisslinicn seines niger Meilen, zwischen Corroggio, Mantua, 
Lebens auf sein Innenleben, seine Gemütlisart Parma, Modcna und Reggio beschränken sich 
zurückzuschliessen und daran die älteren Mit- seine Reiseir Alle seine Kräfte, alle seine 
theilungcn italienischer Schriftsteller zu prüfen. Wünsche Scheinen sieh in der stillen, eingezo- 
Von seiner Bescheidenheit, seinem genügsa- gencn Ausübung seiner Kunst gesammelt zu lia- 
men Wesen berichtet auch Scannelli (Micro- ben. Bezeichnend ist auch und daherwenigstens 
eesme, p_ 91); nOhne Ehrgeiz, von mässigen zum Theil glaubhaft, was Vasari über die Art 
Sinnen, stiller und gesetzter Art, verschniahte und Weise meldet, wie er dieselbe trieb. Er sei 
er es nicht ganz für sich zu leben, ohne in der Kunst nmalinconicon gewesen  d. h., 
sein Glück zu suchen in den grossen Städten richtig übersetzt, nicht schwcrmüthig, sondern 
ferner Länder und bei Fürsten und Vornehmcna. sinncnd und nachdenklich  den Mühseligkei- 
Es ist das nur die Ausführung des Zuges, den ten seines Berufes hingegeben und darauf aus, 
schon Vasari hervorgehoben: jener zurückgezo- jede Schwierigkeit, welche es auch sei, zu finden 
gehen Art des Mannes, der iiwenig aus sieh und zu lösen. Und an einer andeäen Stgläa: er 
ma hte und immer mit Weni ein sich be nü elß habe nicht geglaubt, seine Kunst, eren c wie- 
Beic den Grossen sich geltefd zu machäml-ilire Tiääkeitell er lliel kannte, mit (ärhvällkiänmerh 
G u enutzen, geheim aiierdin 5 C_ nicht hcit zu üben, (ic er gerne erreic  e. asarfs 
väfäänäienb zu haben; auch hatte e? W01 nicht Aeusserung ist nicht so zu nehmen, als 0b G. 
die Persönlichkeit, die zum näheren Verkehr mit Schweren Sinnes gewesen und bei deT Arbeit in 
ihnen selbst der hervorragende Künstler nicht die Zweifel eines selbstquälerischen Griiblers 
entrathen kann. Nachdem er die Bilder für sich verloren hätte. Gerade das Gegentheil liegt 
Federigo G.onza,ga, vohenriet hatte (wir neli- iin der iVlilrkungbseänir Bilder ausgesgrocäen; 
men ie Na hricht von dieser Bestellun als enn in i r ver in e sie eine liege Tee ene 
glaubülünüg-can), War damit auch seineg Be- Heiterkeit mit dem Reiz einer scheinbar müh- 
ziehung zu dem Fürsten gelöst. Dieser küm- los in sich vollendeten Erscheinung. _Gegen die 
nierte sich doch sonst viel um Kunst und Schncllfertigkeit, worauf sich Vasari und seine 
Künstler, stand mit Tizian in vertraulicher, ja Zeitgeneseell nieht Wenig zu gute theten, musite 
freundschaftlicher Verbindung, eröffnete dem natürlichdieSorgfalt,mitderCorreggio zur freie- 
Giulio Romano in lilantua das ausgedehnteste Stell Beistellung: aber eTSt nach UebeTWindunE 
Feld für seine architektonische und malerische der gfösßilell Schwierigkeiten, gelangte, ernst 
Thätigkeit, und liebte, nach den Worten des Va- und mühsam erscheinen. Allein allerdings, C. 
sari, diesen Meister mehr, als sich sagen lässt, nahm dieArbeit nicht leicht und wandte auf 
Keinerlei weitere Folgen hatten die Aufträge, jede, indem er ein ihm deutlich vorschwebendes 
Welche C. für Federigo ausgeführt hatte. Wol Ziel mit eilen Mitteln Verfeigte, mit llnermüd" 
ist behauptet werden, dass dieser den Maler, um liebem FiCiSS alle seine Kräfte. Gerade (ließ 
ihm seine besondere Anerkennung zu bezeugen, bildet, wie sich zeigen wird, einen besonderen 
zum iyoavaliefßa gemacht hiihe_ Diese Nachricht Zug seines künstlerischen Charakters: die Ver- 
Wollte der französische Stecher Ravcnct, wcl- billdllng genialen Schaffens mit einer durchaus 
eher sich eigens des CQn-eggig halber nach bewussten Berechnung und Verwendung aller 
Parma begeben und auch eine Biographie des- Mittel. 
selben im Sinne hatte, von dem Grafen Gastone Wie ernst es O. mit seiner Kunst meinte, da.- 
della Torre di Rezzonico haben, der seinerseits für Spricht 110011 eine andere Neehrieht, die 311 
dem Leben des G. nachforschte und aus "sicheren sich glaubwürdig ist und Wenn Weh nicht Von 
Dokumenten" von jenem Umstande Kenntniss einem Zeitgenossen, doch 1'011 einem Schrift- 
iläben wollte. Allein diese Erzählung ist durch steiler und Maler des 16. Jahrh. herrührt. Eine 
nichts verbürgt und schon an sich höchst un- Mittheilung, welche nicht aus Vasari stammt, 
Wahrscheinlich. Gonzaga scheint sich um den wie sich auch aus der angehängten Anekdote 
Meister, nachdem die Bilder abgeliefert waren, über den Verkauf eines Bildes ergibt, deren spä- 
Ilieht weiter gekümmert zu haben; obwol die- ter zu gedenken ist. Lomazzo (Idee (lel Tempio 
selben zum Geschenk für Karl V. bestimmt g'e- della Pittura. Milano 1589, p. 115) schreibt also 
Wesen und schon darin sich kundgab, wie hoch über ihn: vVor Allem aber müssen wir des An- 
der Maler geschätzt war. Es spricht vielmehr tonio da Oorreggio gedenken, der gleich wie 
Alles dafür, dass C. nach Vollendung dieser Ar- Apellcs jeder Zeit die anderen Meister auffor-
        

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