Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596122
342 Antonio Allegri. 
S. Martino, erklärte. Dieses vermeintliche Por- weissem Gewande (gest, s. am Ende des Textes) 
trät scheint zu verschiedenen Nachbildungen im  für das Bildniss Cfs ausgegeben; allein Gam- 
Stich benutzt worden zu sein (s. die Bildnisse bara ist Ein Jahr vor dem Tode Cfs geb., und 
des Meisters). Ein anderes Bildniss, nach einem wenn er denselben mit jenem Bilde Wirklich hat 
Stiche des Bugatti, findet sich in der römischen darstellen wollen, so bleibt immer noch die Frage 
Vasari -Ausgabe von Gio. Bottari (Rom, 17 59), nach dem Originale, das er vor sich gehabt hätte. 
dann auch in der Florentiner Ausgabe (1767 f.) Mit gleicher Willkür ist ein mit der Feder ge- 
und ist in die deutsche (Stuttgart, 1832 f.) gleich- zeichneter Kopf vor einem Bande mit Kupfer- 
falls aufgenommen; es zeigt den Meister als einen Stichen nach CÜS Werken, der sich in der Biblio- 
schon etwas runzligen Kahlkopf in vorgebeug- thek zu Parma befindet, mit seinem Namen be- 
ter Haltung. Welches Original der Stecher Bii- zeichnet. Noch findet sich in dem alten Original- 
gatti voi- Augeii hatte, wissen wir iiieiit; nach verzeichniss der Galerie Farnese zu Parma ein 
Lanzi hätte er eine Zeichnung kopirt, die sich "Bildllisß des Cßrreäglo" also anäßführti "Ein 
in der sogen. Galleria portatile des Seb_ Reste, Mann mit schwarzem Bart und schwarz geklei- 
befand, einer Sammlung, die in die ainbi-eeia- det, mit Spitzenkragenw; das Bild ist verschollen. 
nieehe Bibliethek zu Mailand übergegangen ist Tirahoschi endlich erwähnt ein Porträt im Be- 
Auch Pungileoni berichtet, dass der Kopf in die- Sitze des Herrn Gillliilni zu Mßdenü, das auch 
ser Zeichnung mit dem Stiche von Bugatti über- gcst. worden (s. unten), zweifelt aber selbst stark 
einstimme. Das Bl. , die Familie des Correggio an derAechtheit desselben. Noch weniger glaub- 
genanut, zeigt einen kahlköpligen Mann und würdig sind die übrigen unten angeführten gest. 
eine Frau mit vier Kindern, drei Knaben und Bildnisse. 
ein Mädchen, welche barfuss und ärmlich geklei- 
det sind" Das passte freilich in die Pläne des III. Charakterzüge. Entstellender Bericht Vasarfs. 
Pater Resta, der auf jede Weise das Illtcrcßßc Vasari war sicher darin recht berichtet, dass 
für Correggio zu wecken suchte. Allein dieser von Correggio weder er selbst noch ein Anderer 
hatte umgekehrt drei Töchter und einen Sohn ein Bildniss gemalt habe. Erst geraume Zeit 
und st. schon im 40. Jahre, konnte also weder nach seinem Tode, als sich das Andenken des 
auf Runzeln noch auf einen Kahlkopf Anspruch Meisters in weiteren Kreisen erneuerte, erwachte 
machen. Viel Aehnlichkeit mit dem Typus die- das Bedürfniss sich seine Züge zu vergegenwär- 
ser Bildnisse hat dasjenige der Bologneser Va- tigen; und 111111 Wusste man auf die eine oder 
sari-Ausgabe (1648-1653), in Holz geschnitten, andere Weise sein Porträtt zu finden oder zu 
Dasselbe ist wahrscheinlich nach dem früher in Illßßhßll- Zll den Lebzeiten des O. war sein An- 
der Florentiner Pitti -Galerie befindlichen Bilde Sehen nicht verbreitet genug, er selber zu ver- 
auf Papier, darnach eine 1779 Correggio zu Eh- 911183113, als dass sich ein namhafter Kunstge- 
l-en geschlageng Kupfermünze von Zenobio Wg- IIOSSG gefunden  sein  der  und 
bei- gegehnitten ist  Das; den nNßtizißu des Nachwelt zu iiberliefcrn. Und sich selbst zu 
Ratti, ebenso das der vVitac des Mengs (s. die porträtiren, dazu war er, wie Vasari bemerkt, 
Literatur) beigegebene Porträt ist sehr wahr- zu bescheiden, hielt zu geringe Stücke auf sich 
sßheinliuh nach einem Gemälde des Dosgo Doesi, selbst. Auch dafür freilich, ob diese Eigenschaft 
das sich früher in Genua befand und dann nach dem Meister wirklich zukam, haben wir keine 
England gßkßmmenist. Es ist allerdings müg- geschichtliche Bürgschaft. Wusste Vasari so 
lich, dass Dosso Dossi in lliantua mit Correggio wenig von seinem äusseren Leben, so kannte er 
zusammengetroffen, doch fehlt dafür jede Bürg- noch weniger die innere Persönlichkeit des Man- 
schaft. Auf der Rückseite befindet sich, nach nes. Die anderen Stimmen aber, welche sich im 
dem Berichte des Ratti, der eine Kopie davon 16. und 17. Jahrh. (lariiber haben vernehmen 
fertigte (p. 73), die Inschrift: Retratto de Maestro lassen , sehöpften nur aus abgeleiteten Quellen, 
Antonio da Correggio, fatto per mano de Dosso zum Theil aus Vasari selber, oder aus ungewis- 
Dossi; aber es ist sehr zweifelhaft, ob dieselbe ser mündlicher Ueberlieferung. Wer konnte von 
ächt, und wenn sie acht, ob damit unser Meister dem Wesen des Künstlers sichere Nachricht ha- 
oder nicht vielmehr der Miniator Antonio Ber- ben, über dessen Schicksale keine Kunde, von 
nieri da Correggio (s. unten), der auch sonst bis- dem kein persönliches Zeugniss, kein Brief, 
weilen mit jenem verwechselt worden, gemeint nicht einmal ein Bildniss erhalten war? Daher 
ist. Eine Kopie desselben befand sich in der ist auch, was über Charakter und Gemüthsart 
Galerie Borloniana zuParma; darnach ist das dem des C. berichtet wird, nur mit Vorsicht aufzu- 
Werke von Pungileoni Vorgesetzte Medaillon- nehmen. Es beruht wol zumeist auf Schlüssen, 
bildniss gestochen (s. die Bildn. am Ende des die man aus der Eingeschränktheit seines Le- 
Textes). Möglich, dass jenes Bildniss dasselbe bens gezogen; oder höchstens mag Vasari Eini- 
ist, das in Correggio 1638 mit dem Nachlasse ges über ihn von Giulio Romano gehört haben, 
des Grafen Girolamo Bernieri in den Besitz des falls dieser wirklich den Meister persönlich gß" 
 Predigerordens überging.  Auch im Dom zu kannt hat. Also auch, was uns von den G6" 
Parma wird eine Figur in den Fresken des Lat- müthseigenschaften Cfs überliefert wird, 1111185 
tan-zio Gambara  Proiiikopf eines Greises in auf seine innere Wahrheit genauer alngesehell
        

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