Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596053
Allegxetti 
räntvnieällßßrir, 
Aseoli seine ersten Studien machte, nahm er sich 
insbesondere Girolamo Buratti zum Muster, ging 
aber dann auf dessen Rath zu seiner weiteren 
Ausbildung nach Venedig, wo er sieh insbeson- 
dere die realistische Weise des Jaeopo da Ponte 
angeeignet zu haben scheint. Wenigstens zeigt 
das Bild des A. in der Kathedrale von Aseoli, 
die Anbetung der Könige, durchaus den Einfluss 
jenes Venezianers; ebenso das später gemalte 
lllartyrium des hl. Bartholomäus, das sich früher, 
in S. Agostino befand und nun in der Kirche S.  
Bartolommeo in der Vorstadt Solesta aufgestelltl 
ist (bez. Carolus Allegrettus de Monte Prandone; 
pinxit A D 1608) ; doch ist das Kolorit hier 
leuchtender. Rieei sah von ihm auch in der 
Kirche S. Lorenzo beim Oastello d'Aeqnaviva 
(im Gebiete von Aseoli) zwei Bilder mit Mär- 
tyrern , in (lenen es besonders auf Ilerausheben 
der nackten Kijrper abgesehen war, übrigens der 
Künstler viel Können bewährte. Orsini erwähnt 
von ihm noch (1790) einen hl. Franziskus in S. 
Onofrio zu Aseoli.   
Ascoli seine ersten Studien machte, uahin er sich Correggio, den der Herr des Ländchens, Graf 
insbesondere Girolamo Buratti zum Muster, ging Giberto, 1498 mit Malereien schmücken liess, 
aber dann auf dessen Rath zu seiner weiteren war der Fries eines Saales mit Darstellungen 
Ausbildung nach Venedig, wo er sich insbeson- nach den Metamorphosen Ovid's gemalt, und da- 
dere die realistische Weise des Jacopo da Ponte bei die Bezeichnung Laurentius P. Allein diese 
angeeignet zu haben scheint. Wenigstens zeigt Arbeit, welche einige Verwandtschaft mit den 
das Bild des A. in der Kathedrale von A seoli, Jugendwerken des Oorreggiolgezeigt haben soll, 
die Anbetung der Könige, durchaus den Einfluss erschien doch zu gut, um sie dem Oheim Lorenzo 
jenes Venezianers; ebenso das später gemalte zuzuschreiben. 
Martyrium des hl. Bartholomäus, das sich früher  Derselbe war zweimal vermlilt, an eine Gate- 
in S. Agostino befand und nun in der Kirche S. rina Calcagni und an eine Maria Prato von S. 
Bartolommeo in der Vorstadt Solesta aufgestellt Martino, und hatte aus diesen Ehen drei Töch- 
ist (bez. Carolus Allcgrettus de Monte Prandone 161 111111 6111011 S011", Namens Q11111110, 1191 311011 
pinxii A 1) 1593i ; doch ist das Kolorit liisi- Maler geworden sein, es aber zu Nichts gebracht 
leuchtender. Ricei sah von ihm auch in der 11311911 5011- A11C11 seine 11176119 11115111 51111911111 V91 
Kirche S Lorenzo beim Oasteiio (iiixcquaviva, ihm gestorben zu sein, vielleicht auch die Kin- 
(ini Gebiete von Ascoli) zwei Bilder mit Mär- 119111), (111- 91 11111 11- 111111111527 991116 11111111111" 
tyrern , in denen es besonders auf Ilerausheben 1111110 1121119 1111 511111911 1311111111 141116311110, (1611 V11- 
der nackten Klßrper abgesehen war, übrigens der 11er des gmsse" 11131111111: 1115 5011911191112; 11111161119" 
Künstler viel Können bewährte. Orsini erwähnt 11911111111 111111111 111111 31'311 11111 den Niessbrauch V01" 
von ihm noch (1790) einen hl. Franziskus in S. 11111111111 Ganz 11111191111113111111 1131111 91' 11111111 E9" 
Onofrio zu Ascoii  Wesen sein, da er schon 1452 ein kleines Grund- 
s. Ricei, Memorie storiche etc. Il. 286. 287.  Stuck Vonfimen? Aptofno garagpl gekautt hatta 
o rs i n i, Descrizione delle Pitture etc. m Ascoli. Das  1511118016111 1110111 011110 111111611" 
psmgia 179i, NL Hi 198 249i tung, als es einen Beitrag zu den Vermögensver- 
s häitnissen der Familie gibt. S. den folg. Art. 
  r      s. Tiraboschi , Biblioleca Modenese. YI. 245.  
 Dle A] l 0 5 r 1 1 Kunstlel famlhe von P u n gil e 0411i, NiemorieistorichediAnt. Allegri. 
I. 1a. _Il. Iädx-flb. 209 und den Stammbaum der 
LOTC 111 0 A11 egri , Maler, gest. Ende Dez. Auegrl am hnda 
132i, da sein Begrabniss im Kirchenbuche von Antonio Allcgri (der Neffe des Vorigen), 
S. Francesco zu Correggio am 26. Dez. dieses aus 0orreg'gi0 und daher schlechthin Correg- 
Jahres verzeichnet ist. Der Künstler, von dem gio genannt, gsliöi-l; zu den spoclismasliendeu 
uns keine Werke erhalten sind, wäre einer Be- Meistern des 16. Jalirh. und bezeichnet mit Leo- 
achtung kaum werth, wenn sich nicht mit eini- naulo da, Vinci, Michelangelo, Rafael und Tizian 
36111 Rechte Vßfmlühßll 11ssss, dass 61' süßem den Höhepunkt der italienischen Malerei. 
berühmten Neffen, Antonio Allegri, gen. Cor-      
reggio, den ersten Unterricht in der Malerei er_ I. Seine Bedeutung. Die ersten Nachrichten uber ihn. 
theiit habe 0b es übrigens Lorenzo bis zun] Correggio nimmt neben diesen, sowol durch 
Künstler gebracht hat, ist nach einigen Naeh- sein Leben wie durch seine Kunstweise, eine 
richten fast zweifelhaft. In den KOlnlnentarien ganz eigenthümliche und abgesonderte Stellung 
des Rinaido Corso zu den Gedichtes (lei- Viitoi-is ein. Schon Vasari nennt ihn npittore singularis- 
Colonna (Bologna, 1543) findet sich die Stelle : S11110",_ 111116111 131 bemeYkÄ 111133 11111111 111 1161 Lüm- 
ngleich einem unserer Maler von Correggio mit 111111191 1119 grossß 1111111391 111111111", 1111111111111 111111111" 
Namen Meister LOI-enzo, der einen Löwen das- tensch zu gelten, ausgezeichnete Künstler von der 
stellen wollte, aber eine Ziege malte und darun- A11  11911111, W19 1181611 sß11011 Viele 
ter die Inschrift setzte: Ein Löwe." Eine jener  111111110 1111 Zierde 8911119111611, 
bekannten Künstleranekdoten, welche in ver- 111111 dass 1111161 1311931311 11111011111 11a 1301168810, 
schiedener Form auftreten; die zudem zeigt, wie 111113 dem Schönsten Geiste begabt, sich die amo- 
von allen Seiten die Sage geschäftig war, das derneu Darstellungsweise vollkommen zu Eigen 
dunkle Leben des berühmten Correggio und was gemacht und so binnen Kurzem ein seltener und 
ihm nur nahe stand mit seltsamen Zügen auszu- bewundernswertherKünstlergeworden sei. Unter 
statten. Allein wenn jene Fabel sich Wirklich der "modernen Manier-n (wir würden besser Stil 
auf den Oheim des Antonio bezog: so verräth sie oderKunstweise sagen) verstand Vasari die Frei- 
wenigstens so viel , dass dieser ein sehr mittel- heit der malerischen Darstellung überhaupt, wie 
massiger Maler war. In der That bezeugen die sie sich nach dem Vorgangc von Leonardo da, 
von Pungileoni in (Jorreggio aufgefundenen Ur- Vinci unter den Meistern der italienischen Blüte- 
kunden, dass Lorenzo zumeist mit handwerks- zeit (des Cinquecento) ausgebildet (s. Vasari, ed. 
massiger Malerarbeit betraut wurde. Doch {in- Le Monnier. VII. 7); allein, so wenig er auch 
det sich auch, dass er im J. 1503 für das Kloster von Oorreggio wusste , dass dieser so rasch und 
S. Franeesco ein Bild geliefert hat: freilich um entschieden zur neuen Art gelangt war, erschien 
sehr geringen Preis. In dem (älteren) Palaste zu ihm offenbar merkwürdig. In der That hat die- 
s. Ricci, Memorie storiche etc. Il. 286. 287.  
O rs i ni, Descrizione delle Pitture etc. di Ascoli. 
Perugia 1790. pp. 121. 198. 249. 
4
        

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