Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596041
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Allegretto  
Allegxleiti 
Allegrctto. Alle g r e tt o N u c e i oder 
A 1 egr e t t 0 N u z i ist der beste unter den 
iiltern Malern zu Fabriano und wahrschein- 
lich der Lehrer des Gentile da Fabriano. 
Seine Gemälde zeigten die Eigenthiimlichkei- 
ten, welche die Umbrische Schule von der Flo- 
rentiner unterscheidet, den milden Ausdruck 
und die Weiche Färbung bei magern Formen und 
stciferen Gewändern, die meistens mit reichem 
Goldschmuck geziert sind. Er war vermiilt mit 
einer Catalina (Caterina), deren er in seinem 
Testamente vom 26. Sept. 1373 mit grosser Liebe 
gedenkt. Er starb 1385, 79 Jahre alt, und ist in 
S. Lucia zu Fabriano begraben. In Florenz 
kommt er 1346, also jedenfalls in jiingern Jah- 
ren, im Verzciclmiss der Maler vor (s. Dom. M0- 
reni, Illustrazione storico-critica d'una raris- 
sima medaglia di Bindo Altoviti. Firenze 1824. 
p. 225. Gaye, Cart. ined. 11. 37); dennoch hat 
Giottds Schule jedenfalls nur geringen Einiiuss 
auf ihn geübt. Vielmehr steht er der Schule von 
Gubbio sehr nahe, die von den durch Dante's 
Lob berühmt gewordenen Miniaturen Oderisio 
und Franco Bolognese abzuleiten ist, und zu 
Siena nähere Beziehungen hatte, als zu Florenz. 
Nach Urkunden in Fabriano hat er, wie Ricci 
berichtet, eine Zeitlang auch in Venedig gear- 
beitet. Spiiter scheint sich seine 'l'hiitigkeit auf 
seine Heimat beschrankt zu haben. Nur aus 
diesen spätern Jahren sind Bilder mit der Be- 
zeichnung Alegritus, Alegrittus und Alegrietus 
Nutii bekannt. Sie zeigen sämmtlich eine grosse 
Sauberkeit und Schärfe der Zeichnung, in der 
Neigung der Figuren die umbrische Gefühls- 
weise, eine miniaturartige verschmolzene Be- 
handlung und zumeist ein helles, rosiges Kolorit. 
Seine Werke: 
a) Beglaubigt und bezeichnet  
1) 1365. Tryptichon, ursprünglich in dem 
Ospizio de? Camaldoli an der Lungara zu 
Rom, jetzt im christlichen Museum des Va- 
tikan. Maria mit dem Kindc und der Stif- 
terfamilie zwischen der hl. Ursula und dem 
Erzengel Michael. Mit der Inschrift: ALE- 
GRITUS NVTII ME PINXIT A. MeecLxv. 
Abgeb. bei Seroux d'Agineourt, Histoire 
 de l'art etc. Peinture, 'l'af. 128. 
2) 1366. Madonna mit Heiligen in der Minori- 
tenkirehe zu Apiro unweit Cingoli in den 
Marken; auf der Predelle die Inschrift: 
ALLEGRIT    DE  FABRIANO. ME. PINXIT. 
s. die kleine Schrift von S. Servanzi-Collio, 
Sopra una tavola di Allegretto Nucci da 
Fabriano c su di altre dipinto etc. csistente! 
in Apiro, lettere al Mareh. A. Ricci. Sause-w 
verino 1845. 
3) 1369 (nicht 1368). Kleiner Flügelaltai- mit 
Madonna und vielen Heiligen nebst beglei- 
tenden Episoden in gothischer Architektur 
(auf den Medaillons der Flügel die Vcr-l 
kündigung). Auf dem Rahmen bez. : ALE- 
GRITTUS  DE FABRIANO ME PINXIT  
M  CCGLXVIIII. Am Sockel des Throns aus- 
scrdem die Inschrift; Istam Tabulam fecit 
{ieri Joannes Clericus praeceptor Tolentini 
anno Domini MCCCLXVIII. Früher in S. An- 
tonio Abbate zu Macerata, jetzt im Dom 
daselbst. 
Das Mittelstück abgebildet bei Rosini, 
Storia della Pitt. Ital. I. Taf. xxnr. 
4) Ebenfalls 1369? Altarblatt mit liladonna, 
den hh. Baith0l0n13ins und Katharina, bez.  
Annenrcrvs  DE  FABRIANO  ME  PIMXIT 
(sie). Im Berliner Museum. 
Die davon abgelöste Rückseite mit dem 
Gokrcuzigten, Johannes, Maria und ein- 
zelnen Heiligen ebenda. 
5) 1372. Madonna auf dem Throne mit dem 
Kinde. Am Fusse des Thrones die Inschrift: 
Hoc  orus  rrxxrr  ALEGRITUS  NUTII  
m:  FABRIANO  ANNO  MCCCLXXII. In der 
SaminlungbRomaldo Fornari "in F abrian o. 
b) Ihm mit Grund zugeschrieben: 
G) Madonna mit dem Kinde. In der Sammlung 
Romaldo Fornari in Fa b ri an 0. 
7) A1 tarblatt mit Madonna und dem Kinde zwi- 
schen Vvier Heiligen. In der Sakristei des 
Doms zu Fabriano. 
8) H1. Augustin zwischen den hh. Nikolaus von 
Tolentino und Stephanus. In der Sakristei 
von S. Agostino zu Fabriano. 
9) Der hl. Abt Antonius zwischen zwei knien- 
den Heiligen (nach Ricei 1353 gemalt). In 
der Sakristei des Klosters S. Antonio Ab- 
bate zu Fabriano. 
10 und 11) Der hl. Abt Antonius und Johannes 
der Evangelist auf Goldgrund. In einer Ka- 
pelle zu O ancello bei Fabriano. 
12) Madonna mit dem Kinde zwischen Heiligen 
und Engeln. Ebenda. 
13) Fresken in S. Lucia zu Fab ri an o (Kapelle, 
die ehemals die Sakristei von S. Domenico 
bildete und jetzt mit S. Agostino verbunden 
ist). Beschädigt und restaurirt. Sie hatten 
nach Ricci die Jahrzahlen 1345 und 13-19. 
14) Enthauptung des Täufers, Fresko im Hospi- 
tal del buon Gesu in Fabriano. 
15) liladonna mit dem Kinde. In P e rugia. Dort 
als Duccio bez., aber von Crowe und Caval- 
caselle dem A. zugeschrieben. 
16) Nach Ricci befanden sich noch Fresken vom 
J. 1366 im Kloster S. Antonio Abbate zu 
F abriano. Jetzt zerstört. 
s. Ricci, Memorie storiche ete. I. SSf. 109. 110- 
 Sehnaase, Gesch. der bild. Künste. V11- 
505.  Crowe and (Javalcaselle, Hist. 0T 
Pairxt. in It. II. 193-197. Deutsche Ausg. I1- 
3ä9-63. 
x Fr. W. Ungar. 
Allegretti. Ca rlo A11 egre t ti , Maler um 
das J. 1600, von Monte Brandone Castello im 
Gebiete von Ascoli (Mark Ancona). Da er in
        

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