Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1596026
332 
Allasseur 
Etienne Allegrain; 
in die Schule der schönen Künste daselbst im J. 
1835 und empfing seine Ausbildung unter David 
DlAngers. Seine ersten Erfolge hatte er im J. 
1853 mit einer Findung Mosis (Gypsgruppe), 
deren Ausführung in Marmor er dann 1859 aus- 
stellte. Für die Ausschmiickung des neuen 
Louvrebaues hat er verschiedene Statuen gelie- 
fert (Malherbe; Die Skulptur; Der Fischfang; 
Leukothea), für die Kirche St-Etienne-du-Mont 
zu Paris die hh. Karl Borromäus und Joseph, 
endlich für die Stadt Dreux eine Bronzestatue 
des Poeten Jean de Rotrou. Der Künstler, des- 
sen Leistungen in der akademischen Weise nicht 
ohne Geschick sind, ist über ein mittleres ltlaß 
nicht hinausgekommcn. 
s. Bellier de la (Jhavignerie, Dict. 
J. J. (iuifrey. 
Alleaume. M. Alleaume, moderner franzö- 
sischer Stecher, verfertigte die Bll. für; 
Lcs douze Apötres. Emaux de Leonard Limosin 
conserves ä Chartres dans Fliglise St. Pierre. 
Gravures par M. Alleaume, Texte per Georges 
Du pl e s s i s. Paris 1864. Fol. 
W. Engelmrznn. 
Allebe. Augustus A1 lebe, Genremaler u.  
Lithograph, geb. den 19. April 1838 zu Amstcr-i 
dam, wo sein Vater ein geaehteter Arzt ist; seine  
Mutter ist eine Schwester des Amsterdamer Ar-  
chivafs, Dr. P. Scheltema, Verfassers der be- 
kannten Schrift über Rembrandt. A. erhielt sei- 
nen ersten Kunstunterrieht von P. F. Greive zu 
Amsterdam: und später an der königl, Akademie 
der bildenden Künste. Im J. 18-58 begab er sich 
nach Paris, wo er unter Anleitung Mouilleron's 
auch die Lithographie ausübte. In den J. 1858 
und 1859 hat er eine ziemlich grosse Anzahl von 
Zeichnungen, namentlich für periodische Schrif- 
ten, auf Stein ausgeführt; davon zählen die drei 
unten erwähnten (mit seinem Namen bez.) zu 
den besten. 
Dann in die Niederlande zurückgekehrt, gab 
er noch einige Proben seiner Tüchtigkeit in die- 
sem Fache, widmete sich aber bald, vom Rathe 
Greivels unterstützt, ausschliesslieh der Malerei. 
1861 stellte er zuerst im Haag aus und wurde für 
sein Genrebild: nFrüh zur I{il'(7ilGK ausgezeich- 
net. Ebense im folgenden J. auf der Rotterdamer 
Ausstellung wegen seines BildesnDcr Mutter Ty- 
rannu. In den nächstfolgenden J. blieb er auf den 
Ausstellungen, wohin er seine Werke sandte, auf 
sein Ansuchen ausser Konkurrenz? 15135 ßbßY 
wurde ihm auf derj enigen imHaag für seinGemälde 
vBesuch am Wochenbettev (Thicrstück) durch 
das Preisgericht die Medaille zuerkannt. Allebe 
besitzt grosse Ursprünglichkeit in der Wahl und 
Auffassung seiner Vorwürfe, welche er meistens 
aus dem heutigen Volksleben Hollands entlehnt. 
In seinen ltlalereien und Zeichnungen zeigt sich 
ein Streben nach tieferer Auffassung; er ist zu- 
meist, auch wo seine Zeichnung nicht sehr edel 
ist, ausdrucksvoll in der Form; vor Allem aber 
erweist er sich als Kolorist u. Techniker. Seine 
Farbe ist durchgehends warm und harmonisch; 
seine Lichtwirkungen sind nicht selten pikant, 
jedoch manchmal, wie seine Auffassung n. Kom- 
position, mehr oder minder gesucht; seine Beä 
handlung ist geistvoll u. ächt künstlerisch. Man 
findet dieselben Eigenschaften in seinen Aqua- 
rellen. Seine Werke iinden sieh in den geach- 
tetsten Kunstsammlungen der Niederlande (auch 
Exiglaxzds); einige davon sind durch den Stich 
oder die Lithographie in der Zeitschrift vKunst- 
kronykn oder in niederländischen Prachtalbums 
wiedergegeben. 
Seit 1868 bewohnt Allebe Brüssel und ent- 
,nim1nt neuerdings seine Stoffe dem ilandrisehen 
 Volksleben. 
 Von ihm lithographirt: 
 Adagin con espressione. Nach J. Israül s. 
 2) Thu Pilgriin falhers. Nach dem Gemälde von G. 
 Schwartz. gr. qu. F01. Paris, Goupil. 
  Studienkopf. Nach A. Stevens. 
 Ausserdem verschiedene Bildnisse von Am- 
 sterdamer Einwohnern. 
 Notizen von Alex. Pinchart. 
T. mm Westrlzeerw. 
 Allegruiu. Die A l l c g r a i n, französische 
 Kiinstlerfamilic. 
E tienne All egrain, Landschaftsmalcr u. 
Radirer, geb. zu Paris in1lliiirz16il (nicht 16-15), 
l dasclbst 1. April 1736. Er hatte zwei Brüder, 
wovon der Eine, gen. Jean Baptiste, Bild- 
hauer war, in dem Irleiratsakte des Sohnes Alle- 
graiil erwähnt wird und einen Sohn hatte, der 
Ingenieur wurde; der Andere, Picrre Alle- 
grain, war Maler-Vergelder. Etienne vermälte 
sich 1672 mit Franceise Gallois und erhielt von 
ihr zwei Töchter und einen Sohn. Der Letztere, 
Gabriel, war ebenfalls Maler und luatte einen 
Sohn, Gabriel Christophe, der sich im 
18. Jahrh. als Bildhauer hervorthat. So viel zur 
verwandtschaftlichen Beziehung der verschie- 
denen Allegrain , welche in der französischen 
Kunstgeschichte vorkommen. 
"Unter welchem Meister sich Etienrle ausbildete, 
ist unbekannt. Er brachte es bei Lebzeiten in 
seinem Fache zu einem gewissen Ansehen; er 
war Maler des Königs und wurde lllitglieil der 
Akademie den 4. Dez. 1677. 1688 kommt er in 
dem Ausgabevcrzeichniss für kg]. Bailten vor 
(vregistre des bätiments du Rein); es wird ihm 
darin eine Summe von 12300 Livrcs fiir Bilder 
angewiesen, die ihm bestellt werden und welche 
Ansichten der Gärten und Parkpartien von Ver- 
sailles darstellten.  
Im Museum des Louvre befinden sich zwei 
Landschaften des Künstlers, welche aus der 
alten königlichen Sammlung kommen. Sie erin- 
nern an die Weise von Franeisque Millet, stehen 
jedoch dessen Bildern weit nach und zeigen jenen 
konventionellen Charakter, den die historische 
oder klassische Landschaft immer hat, sobald 
sie nicht durch ein hervorragendes Talent belebt
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.