Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1595830
Alibrando  Aligny. 313 
 
endlich nach Parma. Doch können ihn dorthin Nach ihm gestochen: 
die Werke Correggids nicht gerufen haben, falls Darstellung im Tempel. G. P. "Lasinio iiic. Fol. 
er 1514 , wie berichtet wird, nach Messina zu- In: Rosiiii, Atlas zur Storia d. Pitt. Ital. 
"rückkehrte. In der Lombardei scheint er na- Taf. O_OXVI.  
mentlich mit Cesare da Sesto in Verbindung Name" "o" o" Mundl" ü 
getreten zu sein, der ihn auch auf seiner Rück-     
reise nach Messina begleitete. Uebrigens wird Almnfsm A n t O n 1 0 A 1 1 e n S e i S" V a" s s 1  
nicht ganz deutlich, wo der Maler die ganze Zwi- 13' c c h l- 
schenzeit seit 1500, falls er damals schon Mai- Aüghieli Giovanni Alighieri, s_ JO- 
land (wegen der Abreise Lconardds) verlassen, hannes de Aligl,e,_io_ 
bis zu seiner Rückkehr in die Heimat zugebracht 
habe, zudem ein längerer Aufenthalt in Rom den Alignini. Antonio Aligiiini in Rom war 
Künstler unter den Zeitgenossen doch bekannter einer derBildhauer, von denen Papst Klemens XI. 
gemacht hätte. Vasari spricht nicht von ihm. (1700-17 21) die Travertin-Statuen auf den Ko- 
Sein Hauptwerk, und wie der Biograph der lonnaden des St. Peters-Platzes machen liess. 
Pittori Messinesi hinzufügt, das Meisterwerk der Von ihm ist die 33. in der Reihe. 
ganzen sißilienisßhen Kunst (Wobei jedoch wol s. Titi, NUOVO Studio di Pittura ecc. nelle Chiese 
von Antonello da Messina abgesehen ist) war di Reine. Roma 1721. p. 27. Die Ausgabe von 
das grosse Altarbild der Darstellung im Tempel 1793 SPTißhi davon ill einem Anhänge- 
in der Kirche della Candelora zu Messina FP- W- UMW- 
(1821 noch vorhanden? Jetzt nicht mehr aufzii- Aligny. (Claude  F raneois) Theodore 
ünden). Es war bez. Hiesus Hyeroniinus de Ali- Caruelle cFAligny, französ. Landschafts- 
brando Messanus pingebat, und zeigte an einer maler und Radirer, Direktor der Kunstschule zu 
Säule die Jahrzahl 1519. Der Vorgang, mit Lyon, geb. zu Chauiiies (Dep. Nievre) 11. 6. Febr. 
vielen Figuren, in deren Mitte die Jungfrau 1798. Er war Schüler von Watelet u. Regnault 
dem Zacharias das Kind darreicht, spielte un- und wendete sich gleich Anfangs der klassischen 
ter einem Bogengange von korinthischer Ar- oder historischen Auifassung der Landschaft zu. 
chitektur, der auf eine Stadt mit prächtigen Seit dem Salon von 1822, wo er zuerst mit einer 
Gebäuden und Landschaft im Hintergründe die südlichen Landschaft (Daphnis und Chloe) sich 
Aussicht frei liess. Ueberhaupt wird der Meister bekannt machte, war er bis 1867 fast ohne Aus- 
wegen seines Geschicks in architektonischer u. nalime auf allen Ausstellungen vertreten. In sei- 
perspektivischer Scenerie gerühint. Nach dem uem Fache gehörte er bald in Frankreich zu den 
Stiche (s. unten) erweist sich die Darstellung der hervorragenden Meistern der Neuzeit. Er stand 
Figuren, VOR wiiäßlßskßm Charakter, als tiiölltig Zeit seines Lebens, wie dic französische klassi- 
in der Zeichnung und in derGruppii-ung. Das Bild sehe Schule überhaupt, unter dem Einflüsse von 
wird namentlich gepriesen, weil es die Eigen- Ingres und hat seine Studien vorzugsweise nach 
schaften der drei Schulen (Raifaefs, Leonardos der italienischen Natur gemacht. An seiner 
u. Venedigs) in sich vereinige, und Polidoro da strengen, vorab auf Grösse der Form und feste 
Caravaggio soll es, als er nach Sicilieu gekorn- Zeichnung bedachten Anschauung hat er immer 
men, so sehr bewundert haben, dass er demsel- festgehalten, ohne sich durch andere Richtungen 
ben zum Schutze eine 1'011 ihm mit einer KrßüZ- beirren zu lassen. Für ihn gibt es nur eine 
abnahme bemalte Decke gab. Ailsserdcm belin- Landschaft: die südliche, mit klassischer Erd- 
det sich ein früheres Werk des Malers zu Messina: bildung, dem architektonischen Aufbau der Li- 
eineDarstellung desselben Gegenstandes in Halb- nien und iiiit jener mythischen Staifage, die bei 
iiguren, im Archivio del capitolo des Doms. ihm, wie bei den verwandten Meistern, einen 
Uebl-igens scheinen die meisten Werke seiner wesentlichen Zusatz zur Natur bildet, um den 
Hand unter verschiedenen Namen zerstreut zu Adel ihrer Erscheinung 110011 mehr z" betone" 
sein, da A. in Folge seines Bildungsganges sich Verständniss der Form, sichere Zeichnung, 
in Autfassungs- und Darstellungsweise bald die- bisweilen auch eine gewisse Grösse der Auffas- 
sem, bald jenem Meister näherte und ausserhalb sung lassen sich dem Meister nicht absprechen. 
seines Vaterlandes gar nicht gekannt ist. So Allein indem er in seinen frei koinponirten Land- 
scheint es ihm doch, trotz alles Geschickes, an schaften zum hohen Stil sich erheben will, Wird 
Eigenthümliehkeit gefehlt zu haben  Der er anspruchsvoll und geht in's Gespreizte. Vor 
Künstler erlag 1524 der Pest, welche damals, Allein aber fehlt es seiner Färbung; an Wahrheit 
durch die vertriebenen Johanniter nach Messina und Leben. Sie ist von trockener Bunthcit, grell 
gebracht, Tausende wegraffte. und steinern, meistens ziegeltarben, lilltßrmlsßllt 
Sein Bildniss, Brustb. in Oval, gez. von P. mit einem hellen und, faden Grurh 1m Grunge 
Beauinont, gest. von A. Miiiasi in: Plitori nur ein Anstrich der h orm. Die Behandlung ist 
Messiiiesi etc. 8. tleissig, aber hart und von glatter Eleganz, das 
s. Hackert. Memoric dei Pittori Messiiiesi. Napoli Laub meistens WEG m Metall gfischmtten- Und 
1792.  (Memorie dei Pittori Messiiiesi etc. S0 erscheint in Samen Blldem d") Natur eigent' 
Nlessina 1821. p. 29-34. lieh nur wie ein künstliches Modell.  
Meyer, Kiins Her-Lexikon. I. 40 
        

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