Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1595703
300  Alfonso I.  Alessandro Algardi. 
   
Dass Alfonso an diesenArbeiten Antheil nahm, tigte , welche in S. Franeeseo de' Minori Osser- 
scheint schon nach den Worten des Giovio un- vanti aufgestellt winde, sich daselbst 1760 noch 
zweifelhaft. Piceolopasso (Verfasser einer Ab- befand, dann aber in den folgenden Kriegszeiten 
handlung über die Kunst des Töpfers) schreibt" zu Grunde ging. Von früheren Schriftstellern 
ihm sogar die Erfindung des milchigen Weiss wird des Künstlers mit vielem Lobe gedacht. 
zu , das heutzutage Weiss- von Faenza genannt Keine Weiteren Nachrichten über ihn erhalten. 
wird. Dass sich der Fürst auch als Maler bei s. Cedde, liieniorie Biografie-hoc. Muntova 1837.  
dßn Arbeiten bethciligt habe, wie Frizzi (S. U11" Carlo d'Arc0, Artefici Mantovani. Iiiantova 
ten) nach dem Chronisten lifiareo Savonarola an- 1857. I. 85. 86.  
gibt, ist jedoch nicht wahrscheinlich. f 
Gefasse, welche sich mit Sicherheit der Fabrik Alfridus. Alf ridus, Priester in Salzburg, 
von Ferrara zuschreiben liessen, sind unseres 1111750? Erzbischof Linpmlnnlnn H" 359), der ihn 
Wissens bis jetzt nicht aufgefunden. Daher auch Zu den neu errichteten Kirchen in UngaYn und 
nicht bekannt ist, in wie weit sich ihre Iilrzeugw Kärnthen schickte. ErzbischofAelwin oder Ada!- 
hisse von dohjenigihn der Hmlptorte der Majolika- bin (QSQ-STZS) ernannte ihn zum Erzpriester und 
Fabrikation (Urbino, Gubbio, Pesaro, Interim) zlu SOöUOIIIVäCaTlIIS. Was jedoch Heider (ldahrlbb. 
unterscheiden (er entr. omm. II. 6) nach Beczicz {a ü Jer 
Noch ein anderes Verdienst hat sich Alfonso Seine Thätlgkeiß in jenen (Jlegßndßn ßrzänlt, 
(nach Campori) um die Förderung des Kunst- scheint nicht auf qucllenmäissigen Nachrichten 
handwerks erworben. Aus einem Briefe des schon Zn bemhnn- Dlesßn Alnid nennt 41W äälßicnzei- 
genannten Giacomo Tchami an den IIerZOg-J da- tige Chronist bei Klisinmayern (Nachrichten von 
tiri; von Venedig den 17_ Mai 1519) geht mit Juvavia,  einen liiagistei- 
Bestimmtheit hervor, dass der Herzog in Vcne- Cnjnsqnn nrns, FVßS Sich aber W01 mehr auf die 
"dig durch einen Arbeiter) dessen Nahm nicht sehulmiissigen Kenntnisse, als auf die eigent- 
ei-haiteh ist, Versuche ihiwheh iiess, Gefiisse iii liehen Künste bezieht. Doch führte ihn aus dic- 
Porz ellan herzustellen. Es würden die ersten sem Grunde Fiorillo als alten bairischen Künst- 
Experimente dieser Art in Europa gewesen sein, 1er neben Ariram auf; wozu N agler den Irrthum 
während man bisher die Versuche, welche ein fügte, (lass jener Mönch in Tngefnsnn gnlvesnn 
halbes Jahph Spätgr Aifohso 11_ zu Ferrara und sei, weil Fiorillo daneben auch die kunstübenden 
Francesco di Medici zu Florenz anstellten, für Mönche dieses Klnstern erwähnt- 
die frühesten gehalten hat. Aus dem Briefe er- FT- W- Engen 
hellt noch, dass der Herzog sich bemühte, jenen Algardi. Alessandro Algardi, einer der 
Arbeiter zur Uebersiedelung nach Ferrara zu berühmtesten Bildhauer des 17. Jahrh, der 
bewegen; doch wurde aus der Sache nichts, da nächst Bernini die Plastik dieser Epoche am 
dieser sich für zu alt erklärte und Venedig nicht bestiinmtesten ausgeprägt hat. 
mehr verlassen wollte. Seine Versuche waren in  
Folge zu starker Fcucrung, wie er selber angab, L 85m9 Jugend und ersten Arbeitn- 
nur halb geglückt. Dem Herzog aber scheinen Er wliu" der gohln des Giuseiape Algardi, eines 
die Mittel efehlt zu haben, den Mann weitere älngene encn eben ländlers Zn Bolognn, geb- 
Expeiimeiiäi in Venedig anstehen zu lassen, ii_ daselbst 1602, wie aus seiner Grabsehrift (bei 
so blieb es bei den paar vorläufigen Versuchen. Böllnll P- 150) nßnVnYgeht, näwn der 81' 1654 im 
Erst sein Nachfolger Alfonso II. sollte die Sache Alter 11011 52 Jahren gßst. ist. Darnach ist Pas- 
mii; besserem Erfolg wieder aufnehmen, seri, der als sein Geburtsjahr 1598 zingibt und 
s_ Paoio Giovio, La Visa di Aii-Onso da Este: dem die meisten Neucrn gefolgt sind, zu berich- 
Dw, iii Feil-sie (in's mit (ihm-Setzt von (im tigen. Anfangs zu einer gelehrten Laufbahn 
Bart. Gelli). Venetia. 1550. p. 16.  Citta- erzogen, wurde er früh durch Neigung der Maler- 
della, Catalogo Istoriche etc. Ferrara 1782. 11- Akademie des Lod. Caraeci zugeführt. Die Be- 
46-50-  FTililw lllemnrle Per Servne au? kanntschaft mit dem nichts weniger als bedeu- 
Sinnn (11  EEL 59"" w; 22' __Ba,r0ttb (landen Bildhauer Cesarc Conventi gab ihm je- 
MemOi-ie istorrehe di Letteratl PGTHLIBSI. lud. sec. doch eine andere Richtun d  
Ferrara 1792. II. 67.  Gius. Camperi in:    g' "n half] nlachte 
          
-159. 2 2-;  ,  1  c  11' angereg 
J. Aleyer. wurde, sich im Modelliren zu versuchen. Algardi 
Alfonsm Alfonso da Ferrara (eigentlich bewahrte später ein von demselben verfertigtes 
Cittadella), s. Alf. L 0 m b a r a i. Elfe" als ängenkfn an Semen Lehrer- 
wanzig air a t, wurde er an den Herzo 
Alfonso. Alfonso di Mantova, Bildhauer, Ferdinand von Mantua durch dessen Baumeisteä 
i- nach dem Nekrolog von Mantua den 17. April Gabrlello Bertazzuoli empfohlen. Hier war er 
1599, 30 Jahi-e 3,1; Von ihm ist nur be- mit kleinen Elfenbeinschnitzercien und Modellen 
kannt, dass er zu Mantua den Ruf eines guten für Silber- und Bronzearbeiter beschäftigt, stu- 
Bildhauers hatte und die Statue des Man- dirte aber daneben die Werke des Giulio Romano, 
tuaner Philosophen Pietro Pomponazzo fer- sowie die antiken Münzen, Gemmen, Bronzen
        

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