Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aa - Andreani
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1592257
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1595662
296 Alfßi warm-w" Atxrelio Aliieri. 
nen beiden verheirateten Töchtern gegeben habe. 
Sein Name kommt in Urkunden seit 1454 vor, 
zuweilen ohne den Zusatz Alfei. In diesem Jahre 
wird gegen Francesco di Bartolomeo einnotariel- 
ler Protest erhoben, weil er gewisse Gemälde un- 
vollendet gelassen habe. Leonardo Benvoglienti 
empfiehlt einen Maler dieses Namens zum Fattore 
oder Geschäftsführer beim Dombau. Dass dieser 
Franeeseo aber nicht von Alfei verschieden ist,1 
erhellt daraus, dass der Name in Aktenstüekenl 
mit und ohne den Zusatz Alfei vorkommt. Ueberl 
seine Arbeiten ist nichts Erhebliches bekannt.  
 s. Milanesi, Documenti Senesi. II. 299. 327.1 
329. 355. 396. 421.  
Fr. W. Ungßr. 
Alfen. Alf en oder Alf, s. Eusebius Johann 
Alp h en. 
Alilano. Don Epifanio d'Alfian0, Mönch 
zu Vallombroso in Toskana, Kupferstecher, er- 
hielt vielleicht von Dom. Vitus, einem andern 
Mönch desselben Klosters, Unterricht. Er wurde 
später Prior des Klosters S. Spirito zu Florenz. 
Zani (Encielopedia. I. 11. 48) hält ihn für den- 
selben Meister mit Dom. Vitus, was indess nicht, 
gegründet scheint. Auf seinen Werken findeni 
sich die Jahreszahlen 1591-1607. 
1] Der Stammbaum der Familie Ricci in: Delle 
Famiglie Nobili Fiorentine di ScipioneAmmirato, 
Firenze 1615. qu. F01. Die Platte war jedoch 
schon lange gest., denn sie ist bez. : D. Epipha- 
nius de Alfiano Menüs. Vallimbrosans. ineid. 
1591. Verschiedene Bll. in demselben Werke 
tragen den Namen des Dom. Vitus, nämlich: 
D. Vitus mon. V. f., D. Vitus VVM. fecit, D. 
-Vitus fe. 1581, D. Vitus M. V. fee. 1580, D. 
Vitus fee., D. V. fe. Sie sind also 9-10 Jahre 
früher gest. als die Platte des Epifanio; diese 
ist als Stich schwächer. 
2) Eine Folge (5 Bll.  Feste und Dekorationen, 
wobei die Hölle nach Dante, Apollo und die Mu- 
sen auf dem Parnasse, Festzug Neptuirs etc. 
Die Bll. sind bez.: D. Epiphs. fec. , D. Epifß. 
dlAlfiano Monßß. Vallombrosano f. 1592 etc. 
qu. Fol. 
3] Ein kalligraphischcs Buch von 1607; darin nennt 
er sich Priore dello Spirito Santo di Firenze. 
s. Heineken, Dict.  Ottley, Notices. 
W. Schmidt. 
Alfieri. Benedctto Innocente Alfieri, 
Architekt, geb. zu Rom 1700, 1- zu Turin den 
9. Dez. 1767. Zu Rom im Jesuitenkollegium er- 
zogen, widmete er sich namentlich der Zeichen- 
"kunst und den mathematischen Studien. Nach- 
dem er dann die Rechte studirt hatte, liess er 
sich als Advokat in Asti nieder, fuhr aber fort 
mit besonderem Eifer Architektur zu treiben. 
Schon damals wurde nach seiner Zeichnung der 
Glockenthurm der Kirche S. Anna gebaut. Dar- 
auf entwarf" er um 17 30, in Folge einer Auffor- 
derung von Seiten seines Oheims, des Marehese 
Ghilini, den Plan zu dem neuen Palast desselben 
in Ale s sandria. Der KönigKarl Emanuel llI., 
durch diese Bauten auf ihn aufmerksam ge- 
worden, übertrug ihm den Neubau der königl. 
Oper in Turin, nachdem Ende der dreissiger 
Jahre das alte Gebäude abgebrannt war. A. er- 
klärte , da er nicht Fachmann sei, zu diesem 
Zwecke erst alle grösseren Theater Europas be- 
sichtigen zu müssen, wozu ihm der König bereit- 
willig seine Zustimmung u. die Mittel ertheilte. 
Nach dem in Folge dieser Reisen von A. entwor- 
fenen Plane wurde dann seit 1740 das neue 
Theater erbaut, damals eines der grössten und 
schönsten in Europa. Insbesondere ist das Pro- 
szenium reich gehalten: korinthische Säulen 
stützen ein reiches Gesimsc (ohne Fries), über 
welchem Karyatiden einen reich ornainentirten 
Aufbau tragen. Karl Emanuel, der ihn schon zu 
seinem Architekten ernannt hatte , gab ihm nun 
den Titel eines Grafen von Sostegno und zeich- 
nete ihn bis zu seinem Tode niit besonderer 
Gunst aus. 
Noch andere Bauten sind in Turin nach den 
Plänen Afs ausgeführt: so die Paläste Barolo 
u. Marozzo, die in der Form eines grossen Thea- 
ters gebaute und kühn überwölbte Reitschule in 
der Militärakademie; die Kirche Providenza und 
der Neubau von Spirito Santo, letzterer unter 
Beilxiilfe von Benedetto Feraggio. Die Kirche 
Corpus Domini hat A. 1753 mit reichen Stuck- 
Ornamenten neu ausgestattet.  Auch in den 
Naehbarstädten von Turin ist Altieri als Bau- 
meister thiitig gewesen. Die von Cristof. Rocchi, 
einem Schüler Bramantds, entworfene und be- 
gonnene Kathedrale von Pavia hat A. vom Ar- 
chitrav bis zum Gesimse der Kuppel im J. 1761 
weitergeführt. In Genf ist nach seiner Zeich- 
nung die Fassade von Saint-Pierre erbaut. 
A. gehört zu jenen Baumeistern, welche inner- 
halb der Rokoko-Architektur, als sie in ihrer 
masslosen Willkür dem Vcrfalle rasch entgegen- 
ging, eine grössere Strenge und Reinheit des 
Stils anstrebten, ohne doch zu einer Erneuerung 
der ganzen Bauweise nach den Grundsätzen der 
{Antike durchzudringen. In jenem Sinne rühmt 
ihn auch sein Neffe, der berühmte Dichter Aliieri 
(in seiner Selbstbiographie) ; doch meint der- 
selbe , dass der Meister in dieser reineren Rich- 
tung noch hervorragender gewesen wäre, wenn 
die Mittel Piemonts die Verwirklichung seiner 
grossen Pläne gestattet hätten. 
Nach ihm gestochen: 
1) Plan des Theaters zu Turin. 
2 u.  Plan, Durchschnitt und Fassade des zur 
Bestattung der Königin von Sardinien 1741 er- 
richteten Katafalks. Gest. von G. A. B elmond. 
2 B11. qu. F01. 
s. Nouvelle Biogr. generale. Paris 1855 f.  Fr. 
 Bartoli, Notizia delle Pitture etc. Venezia 
1776. I. 3. 15. 42. 46. 11.13. 83. -V0lk- 
mann, Hist. krit. Nachrichten von Italien. 
Leipzig 1777. I. 194-196. -H eineken, Dict. 
ill- 
Alileri. Aurelio Alf ieri, Kupferstecher, 
geb. den 7  Okt. 1800 zu Mailand, Sohn des Gie- 
vanni A., kgl. Beamten und der Giuseppa Mar-
        

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